Adolf Haeberli
Dorforiginal des Schweizer Kurorts St. Moritz
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Carl Adolf Haeberli (* 11. November 1934; † 15. November 2025[1] in St. Moritz[2]) war das Dorforiginal des Schweizer Kurorts St. Moritz.
Leben und öffentliche Erscheinung
Adolf Haeberli stammte aus einer Familie, die mehrere grosse Coiffeur- und Schönheitssalons in St. Moritz führte, und war von Beruf Bankangestellter. Er lebte inmitten des noblen Kurorts St. Moritz in einem bröckelnden und abbruchreif wirkenden Haus. Seiner Meinung nach begann das Haus zu rutschen und zu bröckeln, als St. Moritz 1967 das Parkhaus Quadrellas baute. In der Folge focht er einen jahrzehntelangen Kampf gegen die Gemeinde diesbezüglich, trotz einer Entschädigung von rund 1,5 Millionen Franken seitens der Versicherung. So schrieb er bis kurz vor seinem Tod mehrmals in der Woche lange Pamphlete an die Gemeinde, das Elektrizitätswerk oder die Bundesräte, teils hochstehende, teils ausfällige oder in Form von Spottschriften im A3-Format. Der Streit war sein Lebensinhalt.
Trotz der Pamphlete war eine Koexistenz möglich: Man lebte miteinander, auch wenn er Messie war, ungepflegt wirkte, möglichst reduzierte Ware kaufte und trotz seiner Erscheinung in Hotellobbys ging und dort Zeitungen las.
Dieses Verhalten, angereichert durch seinen britischen Humor, machte ihn bekannt, und so wurde er zum Original oder Narr von St. Moritz. Es entstand ein Dokumentarfilm, und er wurde wiederholt porträtiert.
Vier Tage vor seinem Tod gründete er die Stiftung Haus zur Flora, sodass auf dem ungefähr 20 Millionen Franken teuren Grundstück seines Hauses mit Hilfe der «Millionen», die er auf seinem Konto hatte, bezahlbare Wohnungen entstehen können.
Verfilmungen
Literatur
- Samuel Tanner: Er war Messie und Millionär, Wutbürger und Vagabund – die Geschichte des Narren von St. Moritz. In: Neue Zürcher Zeitung. 16. Januar 2026 (Nachruf).