Adolf Seger

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Adolf Seger (* 2. Januar 1945 in Freiburg im Breisgau; † 4. Juli 2026 ebenda[1]) war ein deutscher Ringer. Er war zweifacher Medaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1972 und 1976 und zweifacher Weltmeister im Welter- bzw. Mittelgewicht (Freistil). Bei den Ringer-Veteranen (Masters) holte er zehnmal den Weltmeistertitel.

Deutsche Nationalmannschaft der Freistilringer 1978 (Adolf Seger in der hinteren Reihe, Zweiter von links)
Schnelle Fakten Olympische Spiele, Bronze ...
Adolf Seger
Nationalität: Deutschland Bundesrepublik BR Deutschland
Verein: AV Germania Freiburg-St. Georgen
Geburtsdatum: 2. Januar 1945
Geburtsort: Freiburg im Breisgau
Sterbedatum: 4. Juli 2026
Sterbeort: Freiburg im Breisgau
Größe: 1,72 m
Stil: Freistilringen
Gewichtsklasse: Welter-, Mittelgewicht
Medaillen
Olympische Spiele 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 2 × Bronzemedaille
Weltmeisterschaften 2 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Europameisterschaften 3 × Goldmedaille 2 × Silbermedaille 2 × Bronzemedaille
Olympische Ringe
 Olympische Spiele
Bronze 1972 München -74 kg
Bronze 1976 Montreal -82 kg
Weltmeisterschaften
Gold 1975 Minsk -82 kg
Gold 1977 Lausanne -82 kg
Silber 1978 Mexiko-Stadt -82 kg
Europameisterschaften
Bronze 1969 Sofia -74 kg
Gold 1972 Kattowitz -74 kg
Gold 1973 Lausanne -74 kg
Silber 1974 Madrid -74 kg
Gold 1976 Leningrad -82 kg
Silber 1978 Sofia -82 kg
Bronze 1979 Bukarest -82 kg
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Persönlicher Werdegang

Adolf Seger stammte aus einer ringkampfbegeisterten Familie: Sein Vater und seine fünf Brüder waren alle als Ringer aktiv. Seinen ersten Ringkampfunterricht erhielt der fünfjährige Adolf von seinem Vater. Sportliches Vorbild war sein älterer Bruder Edmund (1937–2019), der in der deutschen Ringernationalmannschaft bei den Olympischen Sommerspielen 1960 in Rom kämpfte.

Adolf Seger war verheiratet und dreifacher Familienvater. 42 Jahre lang war er als Briefträger bei der Deutschen Bundespost und der Deutschen Post AG in Zähringen tätig; seit Januar 2010 war er im Ruhestand.[2] In seiner Freizeit engagierte er sich in der Kommunalpolitik, für wohltätige Zwecke und die Sportförderung. Seger war nach Ende seiner aktiven Karriere weiter sportlich fit und aktiv im Tischtennis, im Radsport und beim Krafttraining.[2] So war er austrainiert und hielt weiter sein Wettkampfgewicht.[2] Er war zudem in seinem Verein AV Germania St. Georgen als Trainingspartner und Coach tätig.

Sportlicher Werdegang

Adolf Seger startete im Freistil (Welter- und Mittelgewicht), und er war oftmaliger Deutscher, Europa- und Weltmeister. Zu seinen größten Erfolgen zählten auch die Medaillengewinne bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München und den Olympischen Sommerspielen 1976 in Montreal. Seger gilt als einer der besten deutschen Ringer aller Zeiten. Er hat insbesondere die Kampftechniken am Boden weiterentwickelt. Mit dem nach ihm benannten Seger-Griff hat er zahlreiche Schultersiege erzielen können.

Adolf Seger hatte schon als junger Ringer große Gesundheitsprobleme. Bereits Mitte der 1960er Jahre laborierte er nicht nur an dem ringertypischen „Blumenkohlohr“, sondern vor allem auch an Schulter-, Rücken- und Knieverletzungen. In dieser Zeit war Seger in ständiger Behandlung im Universitätsklinikum Freiburg. Die Verletzungen verzögerten seine internationale Sportkarriere um etliche Jahre.

Segers Kraft und Athletik gehörten weltweit zum Besten im Ringkampfsport. Das anstrengende Training und „Gewicht machen“ vor Wettkämpfen bewogen Seger im Jahr 1975, vom Welter- ins Mittelgewicht zu wechseln.

In den 1990er und 2000er Jahren wurde Adolf Seger zehnfacher Freistilweltmeister bei den Ringer-Veteranen (Masters); dies ist weltweit bislang unerreicht. Sein hierfür erzieltes Preisgeld von 15000 US-Dollar spendete Seger der Kinderkrebshilfe.

Für seine sportlichen Leistungen war er am 11. September 1972 mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet worden.[3]

Internationale Erfolge

Weitere Informationen Jahr, Platz ...
JahrPlatzWettbewerbGewichts-
klasse
Bemerkung
19693.EM in
Sofia
Weltermit Siegen über Ludovic Ambrus, Rumänien, Pauli Tuuri, Finnland, Janusz Pajak, Polen, einem Unentschieden gegen Miklos Urbanovics, Ungarn u. einer Niederlage gegen Juri Gussow, UdSSR
19695.WM in
Mar del Plata
Weltermit Siegen über Pasqual Palombo, Argentinien u. Niederlagen gegen Sarbeg Beriaschwili, UdSSR und Matti Poikala, Finnland
19706.EM in
Berlin
Weltermit Siegen über Robert Blaser, Schweiz und Josef Völc, CSSR, einem Unentschieden gegen Giuseppe Spagnoli, Italien und Niederlagen gegen Sarbeg Beriaschwili u. Jan Karlsson, Schweden
19702.Turnier in
Genua
Welterhinter Jan Karlsson und vor Robert Blaser
19705.WM in
Edmonton
Weltermit Siegen über Giuseppe Spagnoli, David Briers, Südafrika und Robert Blaser, einem Unentschieden gegen Angel Petrow, Bulgarien und einer Niederlage gegen Dandsandardschaagiin Sereeter, Mongolei
19717.WM in
Sofia
Weltermit Siegen über Janusz Pajak, Polen, Pete Symons, USA und Francisco Lebeque, Kuba und Niederlagen gegen Ludovic Ambrus und Mohammad Farhangdoust, Iran
19721.EM in
Kattowitz
Weltermit Siegen über Mehmet Uzun, Türkei, Stefanos Ioannidis, Griechenland, Ludovic, Ambrus, Michael Busse, Polen und Roman Marsagaschwili, UdSSR z. trotz einer Niederlage gegen Jancho Pawlow, Bulgarien
1972BronzeOS in
München
Weltermit Siegen über Francisco Lebeque, Alfred Wurr, Kanada, Juri Gussow, Miklos Urbanovics und Mansour Barzegar, Iran und Niederlagen gegen Jan Karlsson und Wayne Wells, USA
19731.EM in
Lausanne
Weltermit Siegen über Kazimierz Kos, Polen, Peter Spycher, Schweiz, Jozsef Rusznyak, Ungarn, Frank Birke, DDR, Christo Stantschew, Bulgarien und Viktor Silbermann, UdSSR
19735.WM in
Teheran
Weltermit Siegen über Mitsuo Degawa, Japan und Panwar, Indien, einem Unentschieden gegen Mansour Barzegar und Niederlagen gegen Jancho Pawlow u. Ruslan Nuralijewitsch Aschuralijew, UdSSR
19742.EM in
Madrid
Weltermit Siegen über Nikoaes Palaskas, Griechenland, Dan Karabín, Tschechoslowakei, Jancho Pawlow und Servet Aydemir, Türkei u. Niederlagen gegen Jan Karlsson und Ruslan Aschuralijew
19744.WM in
Istanbul
Weltermit Siegen über Stanley Dziedzic, USA, Dandsandardschaagiin Sereeter und Kazimierz Kos u. Niederlagen gegen Viktor Silbermann, Israel und Jancho Pawlow
19756.EM in Ludwigs-
hafen am Rhein
Weltermit Siegen über Jan Lachoda, Polen und Servet Aydemir und Niederlagen gegen Dan Karabín u. Pawel Pinigin, UdSSR
19751.WM in
Minsk
Mittelmit Siegen über Apostolos Mersiakaris, Griechenland, Wassil Sjulschyn, UdSSR, Ismail Abilow, Bulgarien, Mehmet Uzun, Vasile Iorga, Rumänien u. István Kovács, Ungarn
19761.EM in
Leningrad
Mittelmit Siegen über Wiktor Nowoschilow, UdSSR, Jan Gorski, Polen, István Kovács und Ismail Abilow
1976BronzeOS in
Montreal
Mittelmit Siegen über Anthony Shacklady, Großbritannien, André Bouchoule, Frankreich und Henryk Mazur, Polen und Niederlagen gegen Wiktor Nowoschilow u. John Peterson, USA
19775.EM in
Bursa
Mittelmit Siegen über Georgios Pahtas, Griechenland und Daima Pereira, Spanien und Niederlagen gegen Hassan Zangiew, UdSSR und Mehmet Uzun
19771.WM in
Lausanne
Mittelmit Siegen über Jan Gorski, Polen, Dsewegiin Düwtschin, Mongolei, Christopher Campbell, USA und István Kovács und trotz einer Niederlage gegen Magomedchan Arazilow, UdSSR
19782.EM in
Sofia
Mittelmit Siegen gegen Georgios Polychronidis, Griechenland, Pawel Szabo, Tschechoslowakei, István Kovács und Tiberiu Sereghely, Rumänien und einer Niederlage gegen Schukri Ljutwiew, Bulgarien
19782.WM in
Mexiko-Stadt
Mittelmit Siegen über Richard Deschatelets, Kanada, Akira Ōta, Japan, Dsewegiin Düwtschin, István Kovács und John Peterson und Niederlagen gegen Schukri Ljutwiew u. Magomedchan Arazilow
19793.EM in
Bukarest
Mittelmit Siegen über Günter Busarello, Österreich, Efraim Kamberow, Bulgarien u. Reşit Karabacak, Türkei und Niederlagen gegen Oleg Alexejew, UdSSR und István Kovács
19795.WM in
San Diego
Mittelmit einem Sieg über Alan Thompson, Australien und Niederlagen gegen John Peterson u. Magomedchan Arazilow
198012.EM in
Prievidza
Mittelnach Niederlagen gegen Vasile Tiganas, Rumänien und Günter Busarello
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Deutsche Meisterschaften

Weitere Informationen Jahr, Platz ...
JahrPlatzGewichts-
klasse
Ergebnis
19673.Welterhinter Otto Alt, Schifferstadt u. Peter Nettekoven, Dortmund
19692.Welterhinter Reinhard Zeiher, Brötzingen u. vor Günter Niedermaier, Hallbergmoos
19702.Welterhinter Reinhard Zeiher u. vor Günter Niedermaier
19711.Weltervor Wolfgang Engel, Baienfurt u. Fritz Sauer, Ladenburg
19721.Weltervor Reinhard Zeiher u. Konrad Schluttenhofer, Freising
19731.Weltervor Reinhard Zeiher u. Peter Schöffler, Freiburg im Breisgau
19741.Mittelvor Bernhard Dunke, Efferen u. Willibald Liebgott, Freiburg
19751.Mittelvor Hubert Krämer, Haslach u. Martin Dassler, Untertürkheim
19761.Mittelvor Willibald Liebgott u. Hubert Krämer
19771.Mittelvor Heribert Metz, Waldaschaff u. Detlef Englich, Witten
19781.Mittelvor Detlef Englich u. Karl-Heinz Fettel, Freiburg
19791.Mittelvor Willibald Liebgott u. Alexander Senn, Freiburg
19801.Mittelvor Hans-Joachim Klötzing, Witten u. Heribert Metz
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Anm.: alle Wettbewerbe im freien Stil, OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaften, EM = Europameisterschaften, Weltergewicht, bis 74 kg, Mittelgewicht, bis 82 kg Körpergewicht

Zitate über Adolf Seger

„Hinfallen können viele, aufstehen nur wenige.“

Adolf Seger

„Der kräftigste Postbote Deutschlands.“

Die Sport-Reportage

„Ein bärenstarker Briefträger.“

Sport 3

Quellen

  • Fachzeitschriften Athletik aus den Jahren 1965 bis 1975 und Der Ringer aus den Jahren 1976 bis 1980
  • Documentation of International Wrestling Championships der FILA, 1976
  • Hundert Jahre Ringen in Deutschland, Verlag Der Ringer, Niedernberg, 1991, Seiten 200, 228 u. 229
  • Munzinger Sportarchiv

Filme

  • Fitness California, Dokumentarfilm von 2024
Commons: Adolf Seger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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