AfD-Spendenaffäre

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Die Spendenaffäre der AfD ist eine Kontroverse um die AfD, die kurz vor ihrem Einzug 2017 in den Deutschen Bundestag begann, als die AfD größere Spenden vom Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten erhalten hatte.

Chronologie

Im April 2017 unterstützte der Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten die AfD bei der Bundestagswahl 2017 mit der Gratiszeitung Extrablatt und Wahlplakaten.[1] Die Unterstützung durch den Verein wurde bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 erstmals registriert, die Beteiligung der AfD an diesen Werbemaßnahmen wurde von der Parteiführung damals abgestritten. Im Juli 2017 wurde berichtet, dass Guido Reil von einer Schweizer PR-Agentur im Wahlkampf der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 mit 50.000 Euro unterstützt wurde.[2]

Aussagen von Marcus Pretzell und Frauke Petry

Im Sommer 2017 berichtete der Spiegel, dass die Goal AG bzw. Alexander Segert eine Veranstaltung von Marcus Pretzell, dem damaligen Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, mit knapp 30.000 € finanziert haben soll.[3] Der AfD wurde Ende 2020 aufgefordert, dafür 108.000 € zahlen.[4] Im Anschluss veröffentlichten Correctiv und Frontal 21 Pretzells Perspektive.[5][6]

Frauke Petry, ehemalige Parteisprecherin und Pretzells Ehefrau, ging Anfang März an die Öffentlichkeit: Sie habe sich mehrmals mit dem Milliardär Henning Conle getroffen, verdeckte Spenden aber letztlich abgelehnt. Petrys Aussagen bestärkten die Annahme, dass die einzelnen Spendenaffären in einem großen Zusammenhang stehen.[7][8]

Prezell erhob in einer Landtagsrede Ende März 2021 Vorwürfe gegenüber Mitgliedern seiner ehemaligen Partei.[9]

Anfang April 2021 war Frauke Petry in der Sendung Chez Krömer zu Gast. Gastgeber Kurt Krömer fragte sie, warum sie erst so spät an die Öffentlichkeit gehe. Petry erwiderte, dass die Wirkung sich dennoch entfalte und verwies auf ihr zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlichtes Buch.[10][11] Es erschien Mitte Juni mit dem Titel Requiem für die AfD.[12]

Gold-Verbringung nach Liechtenstein

Ende September 2025 berichtete der Spiegel, die AfD habe die ihr vermachten 107 Kilogramm Gold in Barren, Erbe des Erfinders Reiner Strangfeld, Mitte Mai 2022 nach Liechtenstein überführt. Laut des Magazins solle die Maßnahme das Vermögen vor dem Zugriff deutscher Behörden schützen. Strangfelds Angehörige bezweifeln die psychische Zurechnungsfähigkeit Strangfelds und fechten die kurz vor seinem Tod erfolgte Testamentsänderung zugunsten der AfD an.[13]

Weitere Verdachtsfälle in Recherchen

Mediale Berichte nahmen auch Wahlkampfhilfen zu den Landtagswahlen in Niedersachsen 2017 und Thüringen 2019 in den Fokus.[14][15]

Großspender

Rezeption

Justus Bender (FAZ) schrieb Anfang 2019 von einer „inhaltlichen“ und „strukturellen Blamage“.[20]

Das Recherchenetzwerk Correctiv fasste die eigenen Artikel zum Thema unter dem Stichwort „AfD-Spendenskandal“ zusammen. Es sei die „gefährlichste Spendenaffäre der Republik“.[21][22]

Die Spendenaffäre wurde international beachtet.[23][24][25]

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

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