African Game Trails

autobiografischer Reisebericht von Theodore Roosevelt From Wikipedia, the free encyclopedia

African Game Trails. An account of the African Wanderings of an American Hunter-Naturalist ist ein autobiografischer Reisebericht von Theodore Roosevelt, Friedensnobelpreisträger und ehemaliger Präsident der Vereinigten Staaten. In dem Buch, das er während der Smithsonian-Roosevelt African Expedition von März 1909 bis März 1910 schrieb, berichtet der Großwildjäger detailliert über die unter seiner Leitung durchgeführte AfrikaExpedition und Safari. Das Buch erschien zunächst als Serie von zwölf Artikeln im Scribner’s Magazine, beginnend im Oktober 1909.

Scribner’s Magazine, Werbeplakat für den ersten Artikel der Serie African Game Trails, Oktober 1909

Artikel im Scribner’s Magazine

Die Finanzierung der Expedition erfolgte zu 40 Prozent durch Theodore Roosevelt selbst. Er trug darüber hinaus die Reisekosten für sich und seinen Sohn Kermit. Roosevelt hatte schon vor der Expedition mit dem Scribner’s Magazine vereinbart, fortlaufend von der Expedition zu berichten. Für die Serie von zwölf monatlich erscheinenden Artikeln erhielt er 50.000 US-Dollar, und weitere zwanzig Prozent von den Einnahmen der Buchausgabe.[1]

Während der Expedition schrieb Roosevelt die Manuskripte seiner Aufsätze, meist am Abend im Zelt. Sie wurden von unterwegs zur Redaktion des Scribner’s Magazine verschickt und erschienen etwa sechs Monate nach den geschilderten Ereignissen. Die meisten Beiträge wurden als Cover Story auf den Titelseiten präsentiert. Für die Buchausgabe wurden mehrere der Aufsätze auf zwei Kapitel aufgeteilt.

Inhalt

Da die Kapitel des Buchs zunächst im Scribner’s Magazine als abgeschlossene Beiträge veröffentlicht wurden, musste Roosevelt sie den Leser fesselnd aufbauen. Jedes Kapitel ist in sich abgeschlossen und enthält in wechselnder Reihenfolge und teils ineinander verschachtelt Schilderungen der Landschaft und ihrer Geologie, der Lebensweise der „eingeborenen“ Bevölkerung verschiedener Ethnien und der Siedler, und Roosevelts persönlicher Begegnungen und Kontakte zu Kolonialbeamten, Siedlern und europäischen Jägern. Schwerpunkte sind jedoch die Flora und Fauna der bereisten Gebiete und die Erlebnisse der Europäer auf der Jagd, seien es eigene oder von Dritten zugetragene.

Roosevelts Äußerungen über Ethnien, denen die Expedition begegnet, sind häufig rassistisch und meistens verallgemeinernd. Das schließt die indigenen Bediensteten ein, und selbst seine wohlgemeinten Einschätzungen kommen nicht ohne rassistische Stereotype aus. Der hervorgehobene Gegensatz zwischen „edlen Wilden“ wie den Massai und „primitiven Wilden“ zieht sich durch das ganze Werk, und stets schreibt Roosevelt aus der Position des überlegenen Weißen herab.

I. – Eine Eisenbahn durch das Pleistozän (A Railroad Through the Pleistocene)

Theodore Roosevelt, Richard John Cuninghame und Edgar Alexander Mearns auf einer Lokomotive der Uganda-Bahn

Das erste Kapitel enthält als Einführung Roosevelts Gedanken über die Geschichte Ostafrikas, vom Pleistozän bis in die Gegenwart. Er zieht den Bogen von den Wurzeln der Menschheit bis zur Errichtung des Protektorats Britisch-Ostafrika, wobei er die Rolle der Eisenbahn bei der Erschließung des Landes hervorhebt.

Es folgt eine kurze Darstellung der Anreise mit den Reichspostdampfern Hamburg von New York nach Neapel und mit der Admiral weiter nach Mombasa, wo die Reisegesellschaft von Frederick John Jackson, dem Gouverneur des Protektorats, in seiner Residenz empfangen wurde. Nach der Fahrt mit der Uganda-Bahn in die Kapiti-Ebene in der Nähe des heutigen Nairobi trifft Roosevelt mit seinen Begleitern erstmals mit seiner Expeditionsmannschaft zusammen: mehr als 200 Träger und sonstiges Personal.[2]

Während der folgenden zwei Wochen sind Theodore und Kermit Roosevelt Gäste auf der Ranch von Alfred Pease, nicht weit von der Bahnstation, und sammeln erste Erfahrungen mit der Erkundung der Umgebung und der Jagd auf kleineres Wild, während die übrigen Teilnehmer der Expedition die mitgebrachte Ausrüstung auspacken und vorbereiten. Das Kapitel schließt mit einer Beschreibung der Kleidung, persönlichen Ausrüstung und Waffen der Roosevelts, sowie einer Liste der Bücher in der Pigskin Library.[2]

II. – Auf einer ostafrikanischen Ranch (On an East African Ranch)

Die beiden Wochen auf der Ranch der Peases sind von kurzen Ausflügen unter der Begleitung von Alfred Pease geprägt. Roosevelt beschreibt die Lebensweise der indigenen Bevölkerung, insbesondere der Akamba. Auch das Verhältnis der europäischen Siedler zu ihren einheimischen Arbeitern und Angestellten sowie zwischen Briten und Buren – der Burenkrieg liegt erst wenige Jahre zurück – wird geschildert.

Es folgt eine umfangreiche Beschreibung der Flora und Fauna der Kapiti Plains, in der das Verhalten des jagdbaren Wilds einen breiten Raum einnimmt.[3]

III. – Löwenjagd auf der Kapiti-Ebene (Lion Hunting on the Kapiti Plains)

Die Roosevelts, in der Mitte Alfred Pease, mit dem ersten erlegten Löwen

Auf der Kapiti-Ebene findet Roosevelts erste Löwenjagd statt. Die Big Five als begehrteste Ziele der Großwildjagd – Nashorn (Breitmaulnashorn und Spitzmaulnashorn zusammengefasst), Elefant, Löwe, Leopard und Kaffernbüffel – und die von ihnen ausgehenden Gefahren für die Jäger sind Gegenstand der Einführung in dieses Kapitel. In Relation zu diesen fünf wird die Gefährlichkeit von anderen afrikanischen Tieren wie Nilkrokodilen, Flusspferden, Giftschlangen und Tsetsefliegen für die allgemeine Bevölkerung erörtert, wobei die Tüpfelhyäne im Vordergrund steht.[4]

An einem Morgen während des Aufenthalts auf der Ranch von Alfred Pease begeben sich die Roosevelts mit der Familie Pease – Ehepaar und Tochter sowie einem weiteren Gast und einem Wildhüter – auf eine ganztägige erfolglose Löwenjagd. Sie können auf einer weiteren Jagd mehrere ausgewachsene Löwen mit ihren Jungen erlegen. Die dritte Löwenjagd hat ein ähnliches Ergebnis und findet erst nach dem Aufbruch der Expedition statt. Roosevelt beschreibt detailreich die eigentliche Jagd und den Transport der Häute zum Lager, unter den Gesängen der Träger.[4]

IV. – Auf Safari. Nashorn und Giraffe (On Safari. Rhino and Giraffe)

Roosevelt mit seinem ersten Spitzmaulnashorn

Bei einem Ausritt mit einem britischen Straußenfarmer kann Roosevelt eine erste Elenantilope schießen. Überraschend werden sie von einem Indigenen auf ein etwa eine dreiviertel Meile entferntes Spitzmaulnashorn aufmerksam gemacht. Roosevelt kann es mit zwei Schüssen aus seiner Doppelbüchse erlegen. Das Heranholen des für die Felle zuständigen Edmund Heller mit den Trägern und das Häuten des Nashorns benötigen fast die ganze Nacht.[5]

Am folgenden Tag begibt sich Roosevelt erneut mit seinem Begleiter auf die Jagd. Dieses Mal stoßen sie auf Giraffen, und Roosevelt kann zunächst einen ausgewachsenen Bullen und nach einer längeren Verfolgung zu Pferd einen Jungbullen schießen. Beide werden auf dieselbe Weise wie am Vortag das Nashorn und die Elenantilope gehäutet, zerlegt und ins Lager gebracht. Unterdessen sind Kermit Roosevelt, Alfred Pease und ein Begleiter ebenfalls zu einem Ausritt aufgebrochen. Sie stoßen auf eine Giraffenherde und können einen großen Bullen aus der Herde treiben, über eine längere Strecke verfolgen, und schließlich erlegen.[5]

Das Lager wird anschließend auf einem zweitägigen Marsch nach Juja am Rande der Athi-Hochebene verlegt, wo Roosevelt William Northrup McMillan, einen britischen Siedler und Abenteurer, treffen will. Er selbst bleibt zunächst zurück, um die amerikanische Missionsstation in Machakos zu besuchen, und verbringt seine letzte Nacht auf der Farm der Peases.[5]

V. – Juja-Farm. Flusspferd und Leopard (Juja Farm; Hippo and Leopard)

Roosevelt und Cuninghame mit einem erlegten Flusspferd

Auf der Juja-Farm trifft Roosevelt auf seinen Freund Frederick Courteney Selous, der die Expedition vorbereitet und mit der Auswahl von Ausrüstung, Wissenschaftlern und den Führern Cuninghame und Tarlton geholfen hat. Selous will mit ihrem Gastgeber McMillan eine mehrmonatige Safari antreten. Den Aufenthalt auf der Juja-Farm nutzt Roosevelt für tägliche morgendliche Ausritte in die wildreiche Umgebung. Er beschreibt die Lebensweise und die Jagd auf Impalas, Wasserböcke, Flusspferde und Leoparden.[6]

Bei einem der Ausflüge setzten Kermit Roosevelt und McMillan sich von der übrigen Gruppe ab und können einen ersten Leoparden finden, den Kermit erlegt. Es handelt sich um ein altes und recht kleines Weibchen. An einem anderen Tag stoßen Roosevelt und McMillan bei der Suche nach Flusspferden auf eine alte Nashornkuh, die sie anzugreifen scheint. Roosevelt erlegt sie mit fünf Schüssen aus seiner Winchester und dreien aus der Doppelbüchse. Am Nachmittag begibt sich Roosevelt zu einem Fluss in der Nähe der Juja-Farm, um erneut nach Flusspferden zu suchen.[6]

Er kann tatsächlich auf dem Rückweg, nur eine halbe Meile von der Farm entfernt, eines erlegen. Doch da tote Flusspferde zunächst auf den Grund des Gewässers absinken kann das Tier erst am folgenden Tag geborgen werden. Nach einer Woche auf der Juja-Farm reist die Expedition weiter, zu einer benachbarten Farm in Kamiti.[6]

VI. – Eine Büffeljagd bei Kamiti (A Buffalo-hunt by the Kamiti)

Kermit und Theodore Roosevelt mit ihrem ersten Kaffernbüffel

Das Kapitel beginnt wiederum mit einer Beschreibung der Landschaft und des reichen Wildbestands in der Umgebung der Farm. Dort gibt es Thomson-Gazellen, Grant-Gazellen, Kongoni-Kuhantilopen, Streifengnus, Steppenzebras und Warzenschweine in großer Zahl. Zur Fauna dieser Landschaft gehören zahlreiche Vogelarten. Strauße waren als in Gefangenschaft gezüchtete Nutztiere von geringem Interesse, doch es gab Rotgesicht-Hornraben, Südafrika-Kronenkraniche, Witwenvögel und bei den Büffelherden zahlreiche Gelbschnabel-Madenhacker. Rotschnabel-Madenhacker sind meist auf die Nähe von Hausrindern und Nashörnern beschränkt.[7]

Roosevelt und seine Begleiter schießen die für das National Museum of Natural History der Smithsonian Institution benötigten Tiere und darüber hinaus, wie während der ganzen Expedition, Wild zur Verpflegung der 250 Mann starken Expedition. Eine Jagd gilt gezielt einer Kaffernbüffel-Herde, die sich in der Nähe der Farm aufhält. Theodore und Kermit Roosevelt brechen mit Cuninghame und Heller auf und können drei Bullen erlegen. Drei Tage später schießen sie noch eine Kuh. Zu diesem Zeitpunkt sind sie fünf Wochen unterwegs und haben bereits zahlreiche Sammlungsexemplare geschossen oder gefangen und für den Versand in die Vereinigten Staaten präpariert.[7]

VII. – Marsch durch die Wüste zum Sotik (Trekking Through the Thirst to the Sotik)

Kermit Roosevelt mit einem Leoparden

Anfang Juni 1909 begibt sich die Expedition auf die Reise nach Süden durch die Wüste zum Fluss Uaso Nyiro in der Sotik-Region. Wegen der Hitze und Trockenheit wird während der Nachtstunden marschiert. Am Fluss wird für mehrere Tage ein Lager errichtet, um Mearns und Loring die Gelegenheit zum Untersuchen der gefangenen Kleintiere zu geben. Die übrigen Teilnehmer der Expedition nutzten das Lager als Startpunkt für Jagdausflüge.[8]

Bei den ersten dieser Jagden wurden nur wenige Exemplare für das Museum geschossen, das meiste Wild diente der Verpflegung. Doch Kermit gelingt es, auf einer Jagd mit Tarlton zwei Leoparden und einen großen männlichen Löwen zu schießen. Später kann Roosevelt noch eine Löwin erlegen.[8]

VIII. – Jagd im Sotik (Hunting in the Sotik)

Cuninghame mit einem Nashornkalb

Das nächste Lager befindet sich inmitten einer ausgedehnten Ebene. Am Tag nach der Ankunft begeben sich Kermit und Theodore Roosevelt auf die Suche nach Nashörnern oder Giraffen. Tatsächlich finden sie zwei Giraffenkühe und ein Jungtier für das Smithsonian. Weil Heller mit dem Präparieren der Giraffen vollauf beschäftigt ist lassen sie drei Nashörner ziehen.[9]

An einem der folgenden Tage reiten Cuninghame und Roosevelt aus und werden von einem ihrer Waffenträger auf einen schlafenden großen Nashornbullen in der Nähe aufmerksam gemacht. Das Tier schreckt bei ihrer Annäherung auf und wird von Roosevelt nach einer Verfolgung zu Pferd mit neun Schüssen aus seiner für kleineres Wild mitgenommenen Springfield M1903 erlegt. Tage später können die Roosevelts die noch für das Smithsonian zu beschaffende Nashornkuh mit einem Kalb schießen. Im nächsten Lager, das sie auf einer steinigen und wildreichen Ebene aufschlagen, sind zwei große Nashörner und mehrere Zebras die Ausbeute für das Museum. Zudem können sie in der Nähe des Lagers fünf Giftschlangen fangen. Kurz vor der Weiterreise werden sie von einem Großen Honiganzeiger zu einer Bienenkolonie geführt, wo sie für sich Honig beschaffen können.[9]

IX. – Zum Naivashasee (To Lake Naivasha)

Wasserloch in der Steppe

Von der Sotik geht es wieder nach Norden zum Naivashasee. Zu diesem Zeitpunkt sind bereits fast alle für das Museum benötigten Tiere erjagt. Dennoch werden die Felle und Skelette der für ihr Fleisch geschossenen Tiere weiter gesammelt und präpariert. Am Uaso Nyiro trifft die Hauptgruppe wieder mit Mearns und Loring zusammen, die sie zehn Tage zuvor in einem eigenen Lager zurückgelassen hatte. Loring hat während dieser Zeit ebenfalls einen Löwen geschossen, und Mearns war häufig damit beschäftigt, von Löwen verletzte Einheimische ärztlich zu versorgen.[10]

Es folgt ein Marsch durch die Steppe Richtung Naivashasee, auf dem der Expedition das Trinkwasser auszugehen droht. Cuninghame kann am Grund eines Tobels eine Wasserstelle ausfindig machen, so dass sich die Lage entspannt. Am Abend des vierten Tages erreichen sie den See und schlagen am nächsten Morgen ihr vorläufiges Lager auf dem Land einer Farm in etwa vier Meilen Entfernung auf. Roosevelt stiftet den Trägern 25 Schafe als Belohnung für ihre gute Arbeitsleistung.[10]

Mit einem Ruderboot fahren die Roosevelts auf den See hinaus, dessen Ufer mit dichten Papyrusfeldern gesäumt sind. Nach mehreren Fehlschüssen Roosevelts bei einer der ersten Ausfahrten kann Kermit an einem anderen Tag ein Flusspferd anschießen und kurz vor seinem Verschwinden im Papyrus erlegen. Auch Roosevelt selbst kann ein Flusspferd schießen, das zunächst nur verwundet das Boot angreift. Unterdessen schießt Loring einen in seiner für kleinere Säugetiere bestimmten Falle gefangenen Leoparden, zwei Stachelschweine, einen Defassa-Wasserbock und einige Paviane.[10]

Roosevelt fehlt für das Museum noch ein Flusspferd-Bulle, den er wiederum per Boot findet und mit drei Kühen schießen kann. Das Fleisch der Kühe dient der Verpflegung der Träger und vieler Bewohner umliegender Dörfer. Zum Abschluss dieses Aufenthalts begibt sich Roosevelt mit seiner Doppelflinte Fox ‚Grade F‘ mehrmals erfolgreich auf die Vogeljagd, um Exemplare für Mearns und Loring zu schießen.[10]

X. – Elefantenjagd am Mount Kenia (Elephant Hunting on Mount Kenia)

Elefantenherde im Wald
Roosevelts erster Elefant

Vor der Elefantenjagd am Mount-Kenya-Massiv geht es nach Nairobi, um die bislang gesammelten Tiere und Pflanzen in die Vereinigten Staaten zu verschicken. In der Stadt trifft Roosevelt auf Frederick Selous, der gerade mit ihrem Gastgeber McMillan von ihrer zweimonatigen Safari zurückgekehrt ist. Selous, ein ausgezeichneter Löwenjäger, konnte keinen einzigen erlegen, McMillan hingegen zwei. Der dritte griff ihn an und verletzte ihn schwer, nur ein Schuss seines Waffenträgers rettete ihm das Leben.[11]

Anfang August kehrt Roosevelt kurz nach Naivasha zurück, um dort der Grundsteinlegung für das neue Missionsgebäude beizuwohnen. In der Stadt trifft er auf Mearns und Loring, die zum Fangen von Vögeln und Kleintieren zurückgeblieben waren. Anschließend zieht die Expedition weiter durch die Heimat der Kikuyu. Roosevelt beschreibt umfänglich die Lebensweise des Afrikanischen Elefanten und sein Verhalten gegenüber Menschen im Vergleich zum Nashorn.[11]

Roosevelt begibt sich mit Cuninghame, zwei Dorobo als Führern und einer Anzahl von Trägern zur Elefantenjagd in ein nahegelegenes Waldgebiet. Tarlton und Heller, der zum Häuten nachkommen würde, bleiben ein wenig hinter den Jägern. Nach einer Weile der Suche kann Roosevelt einen großen Bullen mit zwei Kugeln aus seiner Doppelbüchse schießen, als ein zweiter Elefant erscheint und angreift. Cuninghame kann ihn seinerseits mit zwei Schüssen am Kopf treffen, da Roosevelt noch mit dem Nachladen beschäftigt ist. Der zweite Elefant kann schwer verletzt entkommen.[11]

Am übernächsten Tag, auf einer weiteren Jagd, muss Roosevelt noch einen Elefanten schießen, weil dieser angreift. Es ist wiederum ein Bulle, mit kleineren Stoßzähnen als der erste, und für das Smithsonian wird nur noch eine Kuh benötigt. Das Fell des überzähligen Elefanten geht letztlich an University of California. Das Fleisch der Elefanten, auch der überzähligen, dient, wie das gesamte Bushmeat, der Versorgung der Mannschaft und wird teilweise an die Bevölkerung in der Umgebung abgegeben.[11]

Erneut zwei Tage später begeben sich Kermit und Tarlton in einen etwa zehn Meilen entfernten Wald und Kermit kann seinen ersten Elefantenbullen erlegen. Am folgenden Nachmittag folgen Roosevelt und Tarlton einem neuerlichen Hinweis der Indigenen und Roosevelt schießt den nunmehr vierten Bullen, die benötigte Elefantenkuh fehlt weiterhin. Erst einige Tage später kann Roosevelt eine große Kuh finden und erlegen. Auf einem weiteren Ausflug gelingt Kermit das Schießen eines Elefanten, während Roosevelt selbst ein Nashorn erlegt.[11]

XI. – Der Uaso Nyiro. Ein Wüstenfluss am Äquator (The Guaso Nyero; A River of the Equatorial Desert)

Nach der Elefantenjagd geht es weiter nach Nyeri, wo Roosevelt neue Träger organisieren will. Er trifft dort auf Cherry Kearton und James L. Clark, die sich zur Wildfotografie auf einer eigenen Safari befinden. Lieutenant-Governor Frederick John Jackson erreicht nach einer Rundreise durch Kenia mit seiner Ehefrau ebenfalls Nyeri und tauscht sich mit Roosevelt über dessen erste erfolgreiche Elefantenjagd und die von der Expedition gefangenen Vögel und Kleinsäuger aus.[12]

Auf dem langen Marsch zum Fluss Uaso Nyiro trifft die Expedition auf Treiberameisen der Gattung Dorylus, die in Ostafrika „Safari-Ameisen“ genannt werden. Vom Lager an einem der Quellflüsse des Uaso Nyiro aus begibt sich Roosevelt auf einen Ausritt und schießt eine Elenantilope, als eine der wenigen Trophäen für sich selbst. Am folgenden Tag kann er zwei Oryxantilopen nur verletzen. Sie entkommen, doch wenig später gelingt ihm der Abschuss einer stattlichen Kuh, der an den folgenden Tagen noch mehrere folgen.[12]

Nach der Durchquerung eines Waldgebiets erreichen sie eine Stadt am Mount Meru, in der sie Kermit und Tarlton wiedersehen. Beide waren dreieinhalb Wochen von der Expedition getrennt unterwegs, und Kermit hatte während dieser Zeit mehrere Löwen und Leoparden, einen Serval, ein Grevyzebra, drei Oryxantilopen, Giraffengazellen, einen Erdwolf und ein Krokodil erlegt.[12]

Ende September trennen sich Kermit und Tarlton wieder von der Expedition und marschieren in Richtung Bogoriasee, seinerzeit Lake Hannington. Heller verbringt wegen seiner angeschlagenen Gesundheit mehrere Tage länger in der Stadt und bringt anschließend die Elefantenhäute und weitere Sammlungsexemplare für das Museum nach Nairobi. Roosevelt und Cuninghame ziehen weiter in Richtung des Uaso Nyiro. Dabei führen sie eine Eselskarawane, da sie ein wildarmes Gebiet durchqueren, und die Verpflegung für die Träger mitführen müssen.[12]

XII. – Zum Uason-Gishu-Plateau (To the Uasin Gishu)

Tüpfelhyäne, gesättigt in der Bauchhöhle eines Afrikanischen Elefanten

Zunächst erreicht Roosevelt Nairobi, wo er nach einem Monat wieder auf Kermit trifft. Dieser hat während dieser Zeit scheue und schwer zu jagende Antilopen erbeutet. unter ihnen befinden sich der Große Kudu und Neumanns Kuhantilope, die heute als natürliche Kreuzung von Somalia-Kuhantilope und Lelwel-Kuhantilope gilt. In Nairobi bleibt Roosevelt für mehrere Wochen und trifft eine Reihe von Kolonialbeamten, Siedlern und europäischen Großwildjägern.[13]

Ende Oktober brechen sie zum Uason-Gishu-Plateau und dem Nzoia (Fluss) am Fuß des Mount Elgon auf. Nach zwei Tagen überqueren sie die Wasserscheide zum Nil und erreichen bald darauf den Nzoia, der in den Victoriasee fließt. Am Ufer schlagen sie ihr Lager auf.[13]

Auf einem der Jagdausflüge Roosevelts treffen sie auf eine Gruppe um Carl Akeley und seine Ehefrau. Akeley ist mit seinem Kollegen James L. Clark für das New Yorker American Museum of Natural History in Afrika, um Sammlungsexemplare zu beschaffen. In ihrer Begleitung befindet sich der US-amerikanische Karikaturist John T. McCutcheon.[13]

Akeley benötigt für sein Museum noch zwei Elefantenkühe mit einem Kalb und erinnert Roosevelt an ein früher gegebenes Versprechen, für ihn die Tiere zu schießen. Die Roosevelts, Akeley und Tarlton starten am nächsten Tag zur Elefantenjagd und finden bald eine Herde, die von einer alten Kuh angeführt wird. Sie können die drei benötigten Tiere erlegen, müssen aber auch die angreifende Leitkuh erschießen. Am Morgen nach dem Häuten der Elefanten finden Roosevelt und Akeley in der Bauchhöhle einer der Kühe eine Hyäne, die sie ebenfalls schießen. Kermit kann unterdessen noch einige benötigte Rappenantilopen erjagen.[13]

Es geht weiter nach Nairobi, wo die bisherige Jagdbeute verladen und die Weiterreise nach Uganda vorbereitet wird. Eine Woche vor Weihnachten 1909 reist die Expedition in Richtung des Victoriasees.[13]

XIII. – Uganda und die Großen Seen (Uganda, and the Great Nyanza Lakes)

Von Nairobi fährt die Expedition mit dem Zug nach Kisumu am Victoriasee. Dort treten sie eine 24-stündige Überfahrt nach Entebbe an. In kurzer Entfernung liegt Kampala, wo Roosevelt drei Missionsstationen der anglikanischen Kirche und der Weißen Väter besucht und herzlich empfangen wird. Zum Abschluss ihres Aufenthalts nehmen die Roosevelts an einer erfolgreichen Jagd auf Sitatungas teil.[14]

Am folgenden morgen macht sich die Safari auf den Weg zum Albertsee. Das Weihnachtsfest verbringen sie in unterwegs aufgeschlagenen Lagern und erreichen am 5. Januar Butiaba, ein Fischerdorf am Ufer des Albertsees. Von dort fahren sie mit Booten den Nil herab zur Lado-Enklave.[14]

XIV. – Die großen Nashörner des Lado (The Great Rhinoceros of the Lado)

Von Butiaba geht es weiter am Zufluss des Weißen Nils vorbei und auf dem Albert-Nil nach Wadelai, einem aufgelassenen Fort, das 20 Jahre zuvor ein Hauptquartier von Emin Pascha gewesen ist. Mit einer Jagderlaubnis des Gouverneurs von Belgisch-Kongo und in Begleitung eines ortsansässigen Elefantenjägers macht sich Roosevelt auf die Suche nach Breitmaulnashörnern. Diese Art ist die wichtigste auf der Liste des Smithsonian Museum, die Roosevelt noch nicht geschossen hat.[15]

Roosevelt kann zunächst nur eine Kuh mit ihrem Kalb für das Smithsonian Museum erlegen. Auf weiteren Jagdausflügen schießen Kermit und er selbst weitere Tiere, so dass sie am Ende zwei Gruppen mit Bulle, Kuh und Kalb für das Smithsonian und das American Museum in New York, sowie einen Schädel mit Horn für die von William Temple Hornaday begründete National Collection of Heads and Horns haben. Zudem wollen Kermit und Loring, der bislang keinen Elefanten und kein Nashorn lebend zu sehen bekommen hat, die Gelegenheit zum Fotografieren von Nashörnern nutzen.[15]

XV. – Nilabwärts; Die Riesen-Elenantilope (Down the Nile; The Giant Eland)

Die Expedition hält sich zwei oder drei Tage in Nimule auf, um den zehntägigen Marsch nach Gondokoro, einem Handelsposten am Nil, vorzubereiten. Die Landschaft ist trocken, nur in der ersten Nacht kann das Lager an einem fließenden Gewässer aufgeschlagen werden. Wegen der Tageshitze erfolgt der Weckruf schon vor drei Uhr am frühen Morgen, es wird rasch gefrühstückt, die Zelte werden abgebaut und der Marsch begonnen.[16]

In Gondokoro nutzen die Roosevelts die Gelegenheit für einen achttägigen Jagdausflug. Sie durchstreifen auf der Suche nach Riesen-Elenantilopen mit 60 Trägern und einem Dutzend Maultieren die Landschaft bis Redschaf. Nach ihrer Rückkehr beginnt die Fahrt nilabwärts nach Khartum. Der Flussdampfer ist der Expedition von dem britischen Generalgouverneur und Sirdar Reginald Wingate entgegen geschickt worden. Weitere sudanesische Beamte und Militärpersonen wie Slatin Pascha unterstützen die Expedition während ihrer Reise durch den Sudan.[16]

Es gibt bereits am ersten Tag zwei Zwischenhalte, zum Frühstück in Lado und zum Abendessen in Mangalla, wo Roosevelts sich von einigen ihrer neu gewonnenen Freunden in Belgisch-Kongo verabschieden. Nach der Durchquerung des Sudd wird der No-See erreicht. An seinen Ufern halten die Reisenden Ausschau nach Weißohr-Moorantilopen. Während die Roosevelts einen ersten erfolgreichen Jagdausflug unternehmen kann Mearns einen Schuhschnabel schießen. Bei weiteren Unterbrechungen der Fahrt werden die noch fehlenden Antilopen und Schuhschnäbel für das Smithsonian erlegt.[16]

Nach der Fahrt durch den Bahr el-Zeraf, einen Flussarm des Weißen Nils, trifft die Reisegesellschaft mit William Edmund Garstin zusammen, der ebenfalls auf dem Nil unterwegs ist. An der Mündung des Sobat besucht Roosevelt noch die Amerikanische Mission und ihr Krankenhaus, wo er herzlich empfangen wird. Schließlich erreicht die Expedition am Nachmittag des 14. März 1910 Khartum. Dort verabschieden sich die Roosevelts von den einheimischen Trägern und Bediensteten und von ihren europäischen und amerikanischen Begleitern.[16]

Buchausgaben

Vorwort

Am 15. März 1910, dem Tag nach der Ankunft der Expedition an ihrem Ende Khartum, verfasste Roosevelt das Vorwort zur Buchausgabe der African Game Trails. Sicher unter dem Eindruck der Erlebnisse während der zurückliegenden elf Monate schildert er die Natur Afrikas und die einheimische Bevölkerung – von kriegerischen Nomaden, die Rinder halten, bis zu „affenartigen nackten Wilden, die in den Wäldern leben und Tiere jagen, die nicht viel wilder und niederer sind als sie selbst“.[17]

Den breiteren Raum nimmt die Schilderung der Tierwelt Ostafrikas aus der Sicht des Jägers und Naturfreunds ein. Schließlich beschwört Roosevelt in pathetischen Worten den verborgenen Reiz der Wildnis, die ihr Geheimnis, ihre Melancholie und ihren Zauber offenbaren könne. Es mache Freude, das harte Leben draußen, mit dem Gewehr in der Hand und die Spannung des Kampfes mit gefährlichem Wild zu erleben. Daneben und damit verwoben seien die stillen Plätze, die großen tropischen Monde und das Leuchten der Sterne, wo der Reisende die Sonnenauf- und Untergänge in der von Menschen unberührten Landschaft erlebe.[17]

Anhänge

Die erste Buchausgabe vom August 1910 enthält neben dem Vorwort Roosevelts Appendices, von denen in späteren Auflagen nicht alle enthalten sind. Bei den in Großbritannien erschienenen Ausgaben wurden vor den Appendices die Texte der im Anschluss an die Expedition gehaltenen Reden über Großbritanniens Verantwortung für Ägypten eingeschoben. Das waren die Rede an der Ägyptischen Universität in Kairo am 28. März 1910 und die Guildhall Speech in London am 31. Mai 1910.

  • Appendix A: Danksagungen an den britischen Außenminister Edward Grey sowie die britischen und belgischen Kolonialminister Robert Crewe-Milnes und Jules Renkin. Für ihre großzügige Unterstützung des wissenschaftlichen Teils der Expedition dankt er den Herren Andrew Carnegie, Oscar Straus und Leigh Hunt sowie namentlich nicht genannten Förderern, und für die Hilfe beim Zusammenstellen der Ausrüstung Frederick Courteney Selous und Edward North Buxton. Für die organisatorische Führung der Expedition geht sein Dank an Richard J. Cuninghame und Leslie Tarlton, sowie an den Ausrüster Newland, Tarlton & Co (1 Seite);
  • Appendix B: Liste der kleinen Säugetiere, die während der Expedition gesammelt wurden. Einige Fledertiere, Spitzmäuse und Nagetiere konnten noch nicht bis auf Artebene bestimmt werden, und bei einigen aufgeführten Arten ist nur eine vorläufige Identifizierung erfolgt (11 Seiten);
  • Appendix C: Feldnotizen von James Alden Loring, Säugetiere betreffend (6 Seiten);
  • Appendix D: Kurzbericht von Edgar Alexander Mearns über die mit Loring im September und Oktober 1909 durchgeführte Exkursion zum Mount Kenia und seine biologische Erkundung (2 Seiten);
  • Appendix E: Aufsatz von Theodore Roosevelt über die Tarnfarben, eine Replik auf Gerald H. Thayers Concealing Coloration (22 Seiten);
  • Appendix F: Ursprüngliche Liste der Bücher in der Pigskin Library, mit umfangreichem Kommentar, verfasst in Khartum am 15. März 1910 (9 Seiten).

Rezeption

African Game Trails wurde in den Zeitungen und Zeitschriften sehr positiv aufgenommen. Allerdings wurde Roosevelts Expedition von vielen Medien und von der großen Mehrheit der Leserbriefschreiber ohne Würdigung des naturkundlichen Hintergrunds als eine sinnlose Schlächterei an möglichst vielen Tieren wahrgenommen.

Henry Hamilton Johnston

Der englische Afrikaforscher Henry Hamilton Johnston verfasste für das Magazin Nature eine ausführliche Rezension des Buchs, die am 17. November 1910 veröffentlicht wurde. Er wies auf einige Schwachstellen hin. So war Roosevelt nach dem Ende seiner Präsidentschaft gezwungen, einen großen Teil der Kosten für die Expedition durch seine im Scribner’s Magazine veröffentlichten Tagesberichte und die Buchveröffentlichung zu finanzieren. Dabei stand er unter starker Belastung durch die Expedition selbst und unter Zeitdruck, um seine Texte fristgerecht an die Redaktion zu liefern. Die Zusammenstellung dieser Berichte zu einem Buch erfolgte während des kurzen Aufenthalts in Khartum. Roosevelt hatte vor seiner Atlantiküberfahrt von London nach New York kaum Zeit, die Druckfahnen zu überprüfen.[18]

Für keine gute Idee hielt Johnston die Entscheidung des Verlegers, dem Reisebericht noch zwei Reden Roosevelts beizufügen. Am 28. März 1909 hielt er an der Ägyptischen Universität in Kairo die Rede Law and Order in Egypt.[19] Diese Rede war politisch ausgerichtet und enthielt eine unmissverständliche Verurteilung des wenige Wochen zuvor verübten Mordes an dem ägyptischen Premierminister Boutros Ghali.[20] Die zweite Rede hatte Roosevelt am 31. Mai 1910 in der Londoner Guildhall gehalten. In der Rede British Rule in Africa oder Guildhall Speech äußerte Roosevelt Zustimmung zur britischen Kolonialherrschaft in Ostafrika, doch er übte harsche Kritik an der britischen Herrschaft in Ägypten.[21] Beide Redetexte waren für die Zielgruppe des Buchs ungeeignet.[22][23]

Dasselbe traf auf den von Roosevelt selbst vorgesehenen Anhang über die Pigskin Library zu, seine Reisebibliothek, die er während der Expedition mitgeführt hatte. Aus dem Anhang machte er eine umfangreiche Abhandlung über die großen antiken und neuzeitlichen Werke der Weltliteratur. Mit allen drei umfangreichen Anhängen hatte Johnston, stellvertretend für die naturkundlich interessierte Leserschaft, „nichts zu tun“.[18]

Als weniger gravierend empfand Johnston die zahlreichen Druckfehler der Erstausgabe. Für weitere Auflagen empfahl er deren Korrektur und das Fortlassen der Anhänge. Für die naturkundlichen Darstellungen und die Berichte von der Jagd sowie die zahlreichen Zeichnungen und Fotografien war Johnston hingegen voll des Lobes.[18]

George Bird Grinnell

Der US-amerikanische Naturforscher George Bird Grinnell, einer der ersten Naturschützer, dem die Rettung des amerikanischen Bisons zugeschrieben wird, äußerte sich hingegen positiv über die Expedition und den Bericht African Game Trails. Es seien kaum mehr Tiere als unbedingt nötig geschossen worden. Zum einen als Sammlungsexemplare für mehrere naturkundliche Museen, vor allem aber auch zur Versorgung der Expeditionsteilnehmer einschließlich zahlreicher Träger während der elfmonatigen Reise. Grinnell beschreibt kurz das halbe Dutzend Anhänge, von denen vier naturkundliche Inhalte hatten.[24]

Auch Grinnell hob die Qualität der Illustrationen hervor, wobei er den größten Teil der Fotos Kermit Roosevelt und eine geringere Zahl Edmund Heller und J. Alden Loring zuschrieb. Die Zeichnungen des US-amerikanischen Malers und Illustrators Philip R. Goodwin erhielten ebenfalls ein sehr positives Urteil. Insgesamt sei der Titel African Game Trails jedoch ein wenig irreführend. Der Band sei deutlich mehr als ein Reisebericht und die Qualität der naturkundlichen Darstellungen seien im Vergleich zu früheren Berichten über Großwildjagden und Afrika-Expeditionen unerreicht.[24]

Frederick Cowper Reed

Der britische Geologe und Paläontologe Frederick Cowper Reed schreibt in seiner Rezension für das Geographical Journal, dass Roosevelt seine Liebe zur Wildnis, die ihn auszeichne, großzügig zur Schau stelle. Dabei sei es nicht nur das Wild, das sein Interesse fände, sondern auch die Gebräuche und die Kultur der Menschen in den von ihm durchstreiften Gebieten. Er beschreibe anschaulich die Landschaften und würdige das Bemühen der weißen Pioniere, sich den Boden nutzbar zu machen.[25]

Mit seiner blumigen Sprache – der Löwe als „der bemähnte Herr der Wildnis, der Schrecken, der in der Nacht umherschleicht, der grimmige Herr des Gemetzels“ – erreiche es Roosevelt, die Aufmerksamkeit des Lesers zu binden. Die zahlreichen Fotografien seien exzellent, und einige von ihnen außerordentlich, wie die Hyäne „im Bauch eines Elefanten“.[25]

Ausgaben

Cover des Scribner’s Magazine, Juni 1910
Cover des Scribner’s Magazine, September 1910

Scribner’s Magazine

Buch

African Game Trails erschien als Buch in mehreren Ausgaben, deren Ausstattungen sich erheblich unterscheiden. Das betrifft auch die Zahl der enthaltenen Fotografien und Zeichnungen. Die Fotografien stammen überwiegend von Teilnehmern der Expedition, die Zeichnungen in den ersten US-amerikanischen Ausgaben von Philip R. Goodwin.

Mit Blick auf die unterschiedlichen Zielgruppen wurde das Werk in verschiedenen Buchformaten und Einbänden auf den Markt gebracht. So erschien die US-amerikanische Erstausgabe als Halbband aus Schweinsleder, offenbar mit Blick auf Roosevelts Pigskin Library, und wurde fast zum doppelten Preis der Halbleinen-Ausgabe angeboten. Nur unwesentlich günstiger war die Halblederausgabe aus Maroquin. Für den Kreis der gewöhnlichen Leser war der preisgünstige Ganzband aus Leinen bestimmt.

Deutschsprachige Übersetzungen

  • Theodore Roosevelt: Afrikanische Wanderungen eines Naturforschers und Jägers. Parey, Berlin 1910 (XVI, 464 S., 48 Tf., englisch: African game trails. An account of the African wanderings of an American hunter-naturalist. Übersetzt von Max Kullnick).
  • Theodore Roosevelt: Afrikanische Wanderungen. Unveränderter Nachdruck der Erstausgabe. Parey, Singhofen 2001, ISBN 3-89715-543-5 (464 S., englisch: African game trails. An account of the African wanderings of an American hunter-naturalist. Übersetzt von Max Kullnick).
Commons: African Game Trails – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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