Afrikanische Union

afrikanischer Staatenverbund From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Afrikanische Union (arabisch الاتحاد الأفريقي, DMG al-Ittiḥād al-Ifrīqī, englisch African Union, französisch Union africaine, portugiesisch União Africana, spanisch Unión Africana, Swahili Umoja wa Afrika)[4] ist eine Internationale Organisation, die 2002 die Nachfolge der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) angetreten hat und sich für Kooperation auf allen Gebieten einsetzt. Sie ist ein Zusammenschluss von anfangs 53, inzwischen 55[5]  afrikanischen Staaten (Westsahara ist Mitglied der Afrikanischen Union, sein völkerrechtlicher Status allerdings umstritten). Mitgliedstaaten der AU sind alle international allgemein anerkannten afrikanischen Staaten, einschließlich Westsaharas. Marokko wurde am 30. Januar 2017 nach 33 Jahren Abwesenheit wieder in die Organisation aufgenommen.[6]

Schnelle Fakten Afrikanische Union AU, au.int ...
Afrikanische Union
AU
Logo
Emblem der Afrikanischen Union
Flagge
Flagge der Afrikanischen Union
Bild
  • Aktive Mitgliedsstaaten
  • Mitgliedschaft suspendiert (Stand: 8. Juni 2025)
  • Englische Bezeichnung African Union
    Französische Bezeichnung Union africaine
    Arabische
    portugiesische
    Swahili-
    Bezeichnung
    الاتحاد الأفريقي
    União Africana
    Umoja wa Afrika
    Organisationsart Regionale Kooperation
    Sitz der Organe Addis Abeba,
    Athiopien Äthiopien (Hauptsitz)

    Midrand,
    Sudafrika Südafrika (Parlament)

    Vorsitz Burundi Évariste Ndayishimiye
    (jährlich wechselnd)
    Generalsekretär Dschibuti Mahamud Ali Jussuf (Vorsitzender der Kommission)
    Mitgliedstaaten 55
    Amts- und Arbeitssprachen
    Fläche 29.922.059 km²
    Einwohnerzahl 1,494 Milliarden (2024, geschätzt)[2]
    Bevölkerungsdichte 40,94 Einwohner pro km²
    Bruttoinlandsprodukt 2.587 Mrd. US-Dollar[3]
    (2020, Schätzung, nominal)

    7.573 Mrd. US-Dollar[3]
    (2020, KKS)

    Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 2.587 US-Dollar[3]
    (2020, nominal)

    5.733 US-Dollar[3]
    (2020, KKS)

    Gründung 25. Mai 1963 (als OAU)

    9. Juli 2002 (als AU)

    Währungen

    unterschiedliche Währungen, Einheitswährung Afro geplant

    Hymne Let Us All Unite and Celebrate Together
    Zeitzone UTC−1 bis UTC+4
    Tochterorganisationen
    • Afrikanischer Gerichtshof für Menschen­rechte und die Rechte der Völker (ACHPR)
    • Afrikanische Friedens- und Sicherheits­architektur (APSA)
    • AU-Kommission (AUC)
    • AU-Sicherheitsrat (PSC)
    • AU-Vertretungs­ausschuss (PRC)
    • AU-Wirtschafts-, Sozial- und Kulturrat (ECOSOCC)
    • AU-Wasser­ministerrat (AMCOW)
    • Afrikanische Zentralbank (ACB)
    • Afrikanischer Währungsfonds (AMF)
    • Afrikanische Investi­tionsbank (AIB)
    • Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD)
    au.int
    Schließen

    Der Hauptsitz der Organisation befindet sich im äthiopischen Addis Abeba, das Panafrikanische Parlament im südafrikanischen Midrand.

    Geschichte und Entwicklung

    Farbe entspricht dem jeweiligen Beitrittsjahr zur OAU, der Vorgängerorganisation der AU, bzw. zur AU

    Auf der 4. OAU-Sondersitzung am 9. September 1999 im libyschen Sirte verabschiedeten die Teilnehmer eine Gründungsabsichtserklärung. Das diesem Beschluss zugrundeliegende Dokument wird Sirte-Deklaration genannt.[7] In Lomé (Togo) beschlossen die Vertreter des 36. turnusgemäßen Gipfeltreffens am 11. Juli 2000 das Gründungsstatut (Constitutive Act of the African Union) der Afrikanischen Union (AU).[8]

    Ein Beschluss des Gipfeltreffens vom Juli 2001 in Lusaka (Sambia) sah dann einen Maßnahmenplan für den Übergang zur neuen Organisation vor.[9] Mit dem gemeinsamen Gipfeltreffen (First Ordinary Session of the Assembly of Heads of State and Government of the AU) der Staatsoberhäupter der AU und der Afrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft vom 9. bis 11. Juli 2002 im südafrikanischen Durban nahm die AU ihre reguläre Arbeit auf.[10][8]

    Damit löste sie die Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) ab, hatte aber mehr Kompetenzen als diese. Die Verträge zur Auflösung der am 25. Mai 1963 gegründeten OAU waren zuvor von 45 der 54 Staaten ratifiziert worden. Marokko, das wegen des Konfliktes um die Demokratische Arabische Republik Sahara 1984 aus der Vorgängerorganisation OAU ausgetreten war, ist nach drei Jahrzehnten im Januar 2017 als Mitglied in die Afrikanische Union aufgenommen worden.

    Die Initiative zur Gründung der neuen Afrikanischen Union geht auf den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi zurück. Er war vehement für die Idee einer Union eingetreten und hatte mit großem finanziellen Aufwand bei den afrikanischen Staatschefs dafür geworben. Der Gründungsvertrag der Afrikanischen Union (Constitutive Act) orientiert sich vor allem am Vorbild der Europäischen Union (EU).[11] Weitere Gründungsakte enthalten unter anderem Erklärungen zur Achtung der Menschenrechte und zur Souveränität der Mitgliedstaaten, aber auch einen Absatz zum Eingreifen der Union in Mitgliedstaaten unter bestimmten Voraussetzungen. Artikel 30 des Gründungsvertrags knüpft an die innerstaatliche Legitimität der Staatsgewalt der Mitgliedstaaten an. Demnach sollen Regierungen, die verfassungswidrig an die Macht gekommen sind, von der Teilnahme an den Aktivitäten der Afrikanischen Union ausgeschlossen werden. Gemäß Art. 33 Abs. 1 des Gründungsvertrags ging zudem die Afrikanische Wirtschaftsgemeinschaft in der AU auf.

    Barack Obama sprach am 28. Juli 2015 als erster US-Präsident vor der Afrikanischen Union in Addis Abeba.[12]

    2023 beschloss die Gruppe wichtiger Industrie- und Schwellenländer im Rahmen des Gipfels in Indien die AU als G20-Mitglied aufzunehmen. Sie ist nach der EU die zweite Regionalorganisation, die Mitglied der Gruppe ist.[13]

    Organe und Organisationen

    Überblick

    Die Organe der Union sind in Artikel 5 der Gründungsakte aufgezählt und werden in weiteren Artikeln näher bestimmt. Neben den ausdrücklich genannten Organen – Unionsversammlung als oberstes Organ (Art. 6 ff.), Exekutivrat (Art. 10 ff.), Panafrikanisches Parlament (Art. 17), Gerichtshof (Art. 18), Kommission (Art. 20), ständiger Vertretungsausschuss (Art. 21), sieben spezielle Ausschüsse für Technik (Art. 14 ff.), Wirtschafts-, Sozial- und Kulturrat (Art. 22) sowie die drei Finanzinstitutionen Afrikanische Zentralbank, Afrikanischer Währungsfonds und Afrikanische Investmentbank (Art. 19) – wird der Generalversammlung die Errichtung weiterer Organe vorbehalten.

    Ergänzend gelten die Bestimmungen des Vertrages zur Gründung der Afrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft, so etwa Art. 18 in Bezug auf den Gerichtshof.

    Der erste Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union, der bisherige Generalsekretär der OAU und frühere Außenminister der Elfenbeinküste Amara Essy, wurde bei dem Gipfeltreffen in Lusaka (Sambia) in sein Amt gewählt.

    Im Februar 2003 einigte sich die AU auf die Errichtung einer Afrikanischen Bereitschaftstruppe (ASF) und eines Friedens- und Sicherheitsrates (PSC) nach Vorbild der Vereinten Nationen mit Interventionsrecht, welcher am 25. Mai 2004 offiziell eingerichtet wurde. 2008 kam die ASF auf den Komoren zum Einsatz.

    Im März 2004 wurde die erste Sitzung des Panafrikanischen Parlaments innerhalb der AU feierlich eröffnet. Erste Parlamentspräsidentin ist Gertrude Mongella aus Tansania. Das AU-Parlament hat beratende Funktion und hat seinen Sitz in der südafrikanischen Stadt Midrand, wo am 16. September 2004 die erste Arbeitssitzung stattfand.

    Seit Dezember 2004 engagierte sich die AU drei Jahre lang mit der friedensüberwachenden Mission AMIS bzw. seit Dezember 2007 mit der UNAMID (gemeinsam mit den Vereinten Nationen) in der Krisenregion Darfur im Sudan.

    Das wirtschaftliche Entwicklungsprogramm wird in der AU über die NEPAD geleitet. Die Afrikanische Union nutzt das Programm African Peer Review Mechanism zur gegenseitigen Evaluation der Qualität des Regierungshandelns.

    Für die Energiewirtschaft wurde die Afrikanische Energiekommission gegründet.

    Zur gemeinsam koordinierten Vorbeugung und Bekämpfung von Epidemien in Afrika gründete die AU 2016 die Africa Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC) mit ihren aktuell fünf regionalen Zentren auf dem Kontinent.[14]

    Im April 2025 nahm die Afrikanische Weltraumorganisation ihren Betrieb auf.

    Statistikarbeiten

    Das African Statistical Yearbook (ASYB) (deutsch etwa: „Statistisches Jahrbuch Afrikas“) führt Statistikdaten aus den Mitgliedsländern der Afrikanischen Union auf. Es ist ein unter Leitung des African Statistical Coordination Committee (ASCC) erstelltes Produkt. Die darin enthaltenen Statistikdaten sind das Resultat der Zusammenarbeit zwischen der Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB), der African Union Commission (AUC) und der Wirtschaftskommission für Afrika der Vereinten Nationen (United Nations Economic Commission for Africa UN/ECA), um das Risiko inkonsistenter Informationen, die sonst von den drei Organisationen erstellt würden, zu minimieren und verringert zudem die Berichtspflicht der Mitgliedstaaten, die andernfalls verpflichtet wären, Daten separat an jede Institution zu übermitteln, womit Kosten, Zeit gespart und die statistische Qualität und Übersicht erhöht wird.[15][16] Die zentrale Koordinierung liegt beim African Centre for Statistics der Vereinten Nationen. Die Herstellung des Jahrbuchs erfolgt am Sitz der AU in Addis Abeba unter Herausgeberschaft der ECA.[17][18] In eigener Herausgeberschaft der AU erschien 2017 erstmals ein Labour Migration Statics Report (deutsch etwa: „Statistikbericht der Arbeitsmigration“).[19]

    Mitglieder der AU

    Mitgliedschaften der einzelnen Staaten
    (Stand: 29. Dezember 2020)

    Durch die europäisch-koloniale Vergangenheit Afrikas werden in den meisten Mitgliedstaaten neben den traditionell verwendeten auch eine oder mehrere europäische Verkehrssprachen verwendet. Am verbreitetsten sind diesbezüglich Französisch (vor allem im Norden und Westen) und Englisch (vor allem im Osten und Süden), die auch als Arbeitssprachen der AU fungieren. Die größte Volkswirtschaft Afrikas ist Südafrika, die zusammen mit denen Nigerias, Ägyptens, Algeriens und Marokkos knapp zwei Drittel des gesamten AU-Bruttoinlandsprodukts (Bruttoregionalprodukt) generiert. Die Bevölkerungen der Mitgliedsländer sind in ihrer Größe sehr unterschiedlich. Nigeria besitzt den höchsten Anteil an ihrer Gesamtzahl, gefolgt von Äthiopien, Ägypten, Demokratische Republik Kongo und Südafrika. Bis 2025 werden voraussichtlich 1,5 Mrd. Menschen auf dem Kontinent leben und bis 2050 fast doppelt so viele. Die Lebenserwartung lag 2013 bei nur 59 Jahren und ist damit im globalen Vergleich sehr niedrig. Dementsprechend war der Anteil der über 60-Jährigen mit 4 % gering, wohingegen 41 % der Bevölkerung zu den unter 15-Jährigen zählten.[20]

    Weitere Informationen Staat, Hauptstadt ...
    StaatHauptstadtBevölkerungFläche BIP (Mio. USD; 2016)[21] Amtssprache(n) Beitritt
    (zu OAU oder AU)[22]
    Suspendierung
    (2017)a[23] %(km²)%
    Flagge der afrikanischen Union Afrikanische Union Addis Abeba 1.255.134.36910030.093.1541002.365.243 (2018) Arabisch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch, Swahili, jede andere afrikanische Sprache
    Agypten ÄgyptenKairo 97.553.1517,771.001.4493,33266.653 Arabisch 25. Mai 1963 2013–2014
    Algerien AlgerienAlgier 41.318.1423,292.381.7417,91153.515 Arabisch, Kabylisch 25. Mai 1963
    Angola AngolaLuanda 29.784.193 2,37 1.246.700 4,14 108.746 Portugiesisch 11. Feb. 1975
    Äquatorialguinea ÄquatorialguineaCiudad de la Paz 1.267.689 0,10 28.051 0,09 10.680 Portugiesisch, Spanisch, Französisch 12. Okt. 1968
    Athiopien ÄthiopienAddis Abeba 104.957.438 8,35 1.127.127 3,75 65.691 Amharisch 25. Mai 1963
    Benin BeninPorto-Novo 11.175.692 0,89 112.620 0,37 8.025 Französisch 25. Mai 1963
    Botswana BotswanaGaborone 2.291.661 0,18 582.000 1,93 14.176 Englisch, Setswana 31. Okt. 1966
    Burkina Faso Burkina FasoOuagadougou 19.193.382 1,53 274.200 0,91 10.668 Französisch 25. Mai 1963
    Burundi BurundiBujumbura 10.864.245 0,86 27.834 0,09 2.732 Englisch, Französisch, Kirundi 25. Mai 1963
    Dschibuti DschibutiDschibuti 956.985 0,08 23.200 0,08 1.710 Arabisch, Französisch 27. Juni 1977
    Elfenbeinküste ElfenbeinküsteYamoussoukro 24.294.750 1,93 322.461 1,07 33.031 Französisch 25. Mai 1963 2010–2011
    Eritrea EritreaAsmara 5.068.831 0,40 121.144 0,40 5.235 Arabisch, Tigrinya 24. Mai 1993 2008–2011
    seit 2021
    EswatiniMbabane 1.367.254 0,11 17.363 0,06 3.813 Englisch, Siswati 24. Sep. 1968
    Gabun GabunLibreville 2.025.137 0,16 267.667 0,89 13.149 Französisch 25. Mai 1963
    Gambia GambiaBanjul 2.100.568 0,17 11.295 0,04 934 Englisch 9. März 1965
    Ghana GhanaAccra 28.833.629 2,30 238.537 0,79 40.012 Englisch 25. Mai 1963
    Guinea-a GuineaConakry 12.717.176 1,01 245.857 0,82 6.395 Französisch 25. Mai 1963 seit 2021
    Guinea-Bissau Guinea-BissauBissau 1.861.283 0,15 36.125 0,12 1.103 Portugiesisch 19. Nov. 1973
    Kamerun KamerunYaoundé 24.053.727 1,91 475.442 1,58 29.639 Englisch, Französisch 25. Mai 1963
    Kap Verde Kap VerdePraia 546.388 0,04 4.033 0,01 1.403 Portugiesisch 18. Juli 1975
    Kenia KeniaNairobi 49.699.862 3,97 582.646 1,94 66.596 Englisch, Swahili 13. Dez. 1963
    Komoren KomorenMoroni 813.912 0,06 1.862 0,01 1.129 Arabisch, Französisch, Komorisch 18. Juli 1975
    Kongo Demokratische Republik Demokratische Republik KongoKinshasa 81.339.988 6,47 2.345.410 7,79 37.675 Französisch 25. Mai 1963
    Kongo Republik Republik KongoBrazzaville 5.260.750 0,42 342.000 1,14 7.505 Französisch 25. Mai 1963
    Lesotho LesothoMaseru 2.233.339 0,18 30.355 0,10 2.020 Englisch, Sesotho 31. Okt. 1966
    Liberia LiberiaMonrovia 4.731.906 0,38 111.370 0,37 2.999 Englisch 25. Mai 1963
    Libyen LibyenTripolis 6.374.616 0,51 1.775.500 5,90 40.209 Arabisch 25. Mai 1963
    Madagaskar MadagaskarAntananarivo 25.570.895 2,03 587.041 1,95 10.517 Französisch, Malagasy 25. Mai 1963 2009–2014
    Malawi MalawiLilongwe 18.622.104 1,48 118.480 0,39 4.780 Chichewa, Englisch 13. Juli 1964
    Mali MaliBamako 18.541.980 1,48 1.240.192 4,12 12.942 Französisch 25. Mai 1963 2012
    seit 2020
    Marokko MarokkoRabat 35.739.580 2,84 446.550 1,48 91.358 Arabisch, Marokkanisches Tamazight 25. Mai 1963/
    31. Januar 2017
    Mauretanien MauretanienNouakchott 4.420.184 0,35 1.030.700 3,43 4.292 Arabisch 25. Mai 1963 2005–2009
    Mauritius MauritiusPort Louis 1.265.138 0,10 2.040 0,01 10.841 Englisch Aug. 1968
    Mosambik MosambikMaputo 29.668.834 2,36 801.590 2,66 10.214 Portugiesisch 18. Juli 1975
    Namibia NamibiaWindhoek 2.533.794 0,20 824.292 2,74 10.177 Englisch Juni 1990
    Niger NigerNiamey 21.477.348 1,71 1.267.000 4,21 7.096 Französisch 25. Mai 1963 2010–2011
    seit 2023
    Nigeria NigeriaAbuja 190.886.311 15,20 923.768 3,07 400.365 Englisch, Hausa, Igbo, Yoruba 25. Mai 1963
    Ruanda RuandaKigali 12.208.407 0,97 26.338 0,09 7.876 Englisch, Französisch, Kinyarwanda, Swahili 25. Mai 1963
    Sambia SambiaLusaka 17.094.130 1,36 752.614 2,50 20.090 Englisch 16. Dez. 1964
    Sao Tome und Principe São Tomé und PríncipeSão Tomé 204.327 0,01 1.001 0,00 334 Portugiesisch 18. Juli 1975
    Senegal SenegalDakar 15.850.567 1,26 197.722 0,66 12.725 Französisch 25. Mai 1963
    Seychellen SeychellenVictoria 94.737 0,01 455 0,00 1.196 Englisch, Französisch, Seychellenkreol 29. Juni 1976
    Sierra Leone Sierra LeoneFreetown 7.557.212 0,60 71.740 0,24 3.568 Englisch 25. Mai 1963
    Simbabwe SimbabweHarare 16.529.904 1,32 390.757 1,30 14.263 Chewa, Chibarwe, Englisch, Kalanga, Khoisan, Nambya, Ndau, Nord-Ndebele, Shangani, Sotho, Shona, Tonga, Tswana, Venda, Xhosa 18. Juni 1980
    Somalia SomaliacMogadischu 14.742.523 1,17 637.657 2,12 1.158 Arabisch, Somali 25. Mai 1963
    Sudafrika SüdafrikaPretoria
    Kapstadt
    Bloemfontein
    56.717.156 4,52 1.219.912 4,05 263.648 Afrikaans, Englisch, Süd-Ndebele, isiXhosa, isiZulu, Nord-Sotho, Sesotho, Setswana, Siswati, Tshivenda, Xitsonga 6. Juni 1994
    Sudan SudanKhartum 40.533.330 3,23 1.886.068 6,26 83.004 Arabisch, Englisch 25. Mai 1963 2019
    seit 2021
    Sudsudan SüdsudanJuba 12.575.714 1,00 619.745 2,06 6.444 Englisch 27. Juli 2011
    Tansania TansaniaDodoma 57.310.019 4,57 945.087 3,14 45.548 Englisch, Swahili 25. Mai 1963
    Togo TogoLomé 7.797.694 0,62 56.785 0,19 3.880 Französisch 25. Mai 1963
    Tschad TschadN’Djamena 14.899.994 1,19 1.284.000 4,27 10.418 Arabisch, Französisch 25. Mai 1963
    Tunesien TunesienTunis 11.532.127 0,92 163.610 0,54 38.955 Arabisch 25. Mai 1963
    Uganda UgandaKampala 42.862.958 3,42 241.040 0,80 23.294 Englisch, Swahili 25. Mai 1963
    Westsahara WestsaharadEl Aaiún (de jure) 552.628 0,04 266.000 0,9 Arabisch, Spanisch 22. Feb. 1982
    Zentralafrikanische Republik Zentralafrikanische RepublikBangui 4.659.080 0,37 622.984 2,07 1.780 Französisch, Sango 25. Mai 1963 2013–2016
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    a Schätzungen
    b Anteil am BIP von 2009.
    c Aufgrund des anhaltenden Bürgerkrieges sind Daten aus Somalia grob geschätzt (mit Ausnahme des BIP).
    d Anders als die AU als Ganzes erkennen die meisten Mitgliedstaaten die Republik nicht an (nur 19 AU-Staaten erkennen sie an, 17 weitere haben eine frühere Anerkennung zurückgezogen). Das von einer Exilregierung in Algerien beanspruchte Staatsgebiet steht fast vollständig unter der Kontrolle Marokkos.

    Suspendierte Mitglieder

    • Aufgrund des Militärputsches in Mauretanien wurde dieser Mitgliedstaat am 5. August 2005 „bis zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung“ vorübergehend aus der AU ausgeschlossen, 2007 aber zunächst rehabilitiert. Nach einem weiteren Militärputsch am 6. August 2008 beschloss die AU, erneut Vorbereitungen für die Suspendierung der Mitgliedschaft des Landes zu treffen.
    • Im Dezember 2008 wurde auch Guineas Mitgliedschaft wegen eines Militärputsches suspendiert. Diese Suspendierung wurde im Dezember 2010 aufgehoben, da das Land wieder zur verfassungsmäßigen Ordnung zurückgekehrt sei.[24] Seit 2021 ist das Land nach einem erneuten Putsch wieder suspendiert.[25]
    • Madagaskar wurde nach dem Umsturz 2009 suspendiert.[26] Die Afrikanische Union nahm Madagaskar nach neuen Wahlen am 28. Januar 2014 wieder als vollwertiges Mitglied auf.[27]
    • Im November 2009 berief Eritrea seinen Botschafter bei der AU ab. Im Mai desselben Jahres hatte die AU Sanktionen gegen Eritrea wegen dessen Unterstützung für Islamisten in Somalia gefordert.[28][29]
    • Am 20. Februar 2010 wurde Niger wegen des Militärputsches suspendiert.[30] Nach der Durchführung von Parlamentswahlen und der Wahl von Mahamadou Issoufou zum neuen Präsidenten Anfang 2011 hob die AU die Suspendierung im März 2011 wieder auf.[31]
    • Nach den Präsidentschaftswahlen in der Elfenbeinküste 2010 wurde die Mitgliedschaft der Elfenbeinküste ausgesetzt, solange Laurent Gbagbo die Präsidentschaft nicht an Alassane Ouattara übergäbe.[32] Dies erfolgte am 21. Mai 2011.
    • Wegen des malischen Staatsstreichs 2012 wurde Mali für einige Monate suspendiert. Nach dem Putsch im August 2020 wurde die Mitgliedschaft erneut ausgesetzt.[33]
    • Nach dem Putsch am 24. März 2013 wurde die Zentralafrikanische Republik am 25. März suspendiert.[34] Im April 2016 wurde die Suspendierung wieder aufgehoben.[35]
    • Nach einem Militärputsch wurde Ägypten im Juli 2013 suspendiert.[36] 2014, im Anschluss an die ersten allgemeinen Wahlen nach dem Putsch, wurde die Suspendierung wieder aufgehoben.[37]
    • Am 6. Juni 2019 wurde der Sudan suspendiert, da Paramilitärs im Zuge des dortigen Machtwechsels zahlreiche Bürger getötet hatte, die für einen demokratischen Wandel demonstriert hatten.[38] Genau drei Monate später wurde der Sudan nach Bildung einer Übergangsregierung wieder aufgenommen.[39] Nach dem Militärputsch im Sudan 2021 wurde der Sudan am 27. Oktober erneut suspendiert.[40]
    • Am 10. September 2021 wurde Guinea nach einem Militärputsch suspendiert.[41]
    • Aufgrund des Militärputsches im Juli 2023 wurde die Mitgliedschaft des Niger am 22. August 2023 erneut suspendiert.[42]

    Mitgliedschaftsanträge

    • Marokko Marokko trat 1984 wegen des Westsaharakonflikts aus der OAU aus. Am 22. September 2016 wurde ein offizieller Aufnahmeantrag bei der AU gestellt.[43] Am 30. Januar 2017 wurde das Land in die AU aufgenommen.[6]
    • Somaliland Somaliland, das sich 1991 von Somalia ohne internationale Anerkennung für unabhängig erklärte, hat 2005 einen Mitgliedschaftsantrag gestellt, der zunächst nicht bearbeitet wurde.[44]

    Weitere Kennzahlen

    Aufgrund der großen Mitgliedschaftszahl der AU werden einige Daten regional aufgelistet (Bevölkerungsdaten Stand 2023. Räumliche Definitionen können je nach Quelle variieren):[45]

    Weitere Informationen Region, Bevölkerung in Mio. ...
    RegionBevölkerung
    in Mio.
    Bevölkerungs-
    wachstum
    Wanderungs-
    saldo
    Lebens-
    erwartung

    in Jahren
    CO2-
    Emission
    in Mio.
    Waldfläche
    in Tsd.[46]
    Nordafrika 2561,7 %−1 ‰74139 t78.814 ha
    Ostafrika 4832,6 %−1 ‰6517 t73.197 ha
    Südliches Afrika 700,9 %−2 ‰64128 t194.320 ha
    Westafrika 4422,5 %0 ‰5833 t73.234 ha
    Zentralafrika 2023 %−1 ‰6014 t254.854 ha
    Gesamt 1.453 2,4 % 0 ‰ 64 331 t 674.419 ha
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    Herausforderungen

    Ein dauerhafter Wandel hin zu demokratischer Stabilität wird in einigen Ländern durch bewaffnete Konflikte, politische, religiöse und ethnische Spannungen, Grenzstreitigkeiten und instabile staatliche Strukturen gefährdet. Auch Korruption, Kapitalflucht, Staatsverschuldung, Abhängigkeit von globalen Rohstoffmärkten, internationaler Raubbau an natürlichen Rohstoffvorkommen, Abwanderung qualifizierter Fachkräfte und ungerechte Regelungen des Welthandels verlangsamen Fortschritte in den Bereichen Staat, Gesellschaft und Wirtschaft. Darüber hinaus leben fast 40 Prozent der Bevölkerung ohne ausreichende Wasserversorgung, knapp 70 Prozent ohne angemessene Sanitärversorgung.

    Dennoch hat der Kontinent im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts die längste Wachstumsperiode seit den 1960er Jahren erlebt. Die durchschnittliche Wachstumsrate lag bei fast sechs Prozent, mehrere afrikanische Länder zählten zu den weltweit am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften. Auch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise erwirkte nur eine kurzfristige Abschwächung des Wachstums in Subsahara-Afrika. Nach Angaben der Weltbank lag es im Jahr 2010 bei 5,1 %.[47] Für das Jahr 2018 wies die Weltbank ein Wachstum von 2,8 % aus.[48] Damit lag das Wirtschaftswachstum des Subsahara-Raumes über dem kontinentalen Bevölkerungswachstum, welches im selben Jahr 2,7 Prozent betrug.[49]

    Eine weitere Aufgabenstellung sind die mangelnde medizinische Versorgung vieler ländlicher Bereiche Afrikas und die gravierenden Auswirkungen der Immunschwächekrankheit AIDS sowie weiterer Infektionskrankheiten wie Malaria, Tuberkulose und Ebola. Verschärft wird dieses Problem durch Wegzug ausgebildeter Ärzte aus einzelnen Regionen in entwickelte Länder. So ist die Zahl behandelnder Ärzte für dringende Bedarfsfälle – wie bei der Ebola-Epidemie ab 2014 – sehr gering.[50]

    Präsidenten der Afrikanischen Union

    Muammar al-Gaddafi (rechts), führender Initiator der AU, zusammen mit Jakaya Kikwete (links) auf dem 12. AU-Gipfeltreffen (2009)
    Weitere Informationen Amtszeit, Präsident/in ...
    AmtszeitPräsident/inMitgliedstaat
    Juli 2002 – Juli 2003Thabo MbekiSudafrika Südafrika
    Juli 2003 – Juli 2004Joaquim Alberto ChissanoMosambik Mosambik
    Juli 2004 – Jan. 2006Olusegun ObasanjoNigeria Nigeria
    Jan. 2006 – Jan. 2007Denis Sassou-NguessoKongo Republik Republik Kongo
    Jan. 2007 – Feb. 2008John Agyekum KufuorGhana Ghana
    Feb. 2008 – Jan. 2009Jakaya KikweteTansania Tansania
    Feb. 2009 – Jan. 2010Muammar al-GaddafiLibysch-Arabische Dschamahirija Libyen
    Jan. 2010 – Jan. 2011Bingu wa MutharikaMalawi Malawi
    Jan. 2011 – Jan. 2012Teodoro Obiang Nguema MbasogoÄquatorialguinea Äquatorialguinea
    Jan. 2012 – Jan. 2013Boni YayiBenin Benin
    Jan. 2013 – Jan. 2014Hailemariam DesalegnAthiopien Äthiopien
    Jan. 2014 – Jan. 2015Mohamed Ould Abdel AzizMauretanien Mauretanien
    Jan. 2015 – Jan. 2016Robert MugabeSimbabwe Simbabwe
    Jan. 2016 – Jan. 2017Idriss DébyTschad Tschad
    Jan. 2017 – Jan. 2018Alpha CondéGuinea-a Guinea
    Jan. 2018 – Feb. 2019Paul KagameRuanda Ruanda
    Feb. 2019 – Feb. 2020Abd al-Fattah as-SisiAgypten Ägypten
    Feb. 2020 – Feb. 2021Cyril RamaphosaSudafrika Südafrika
    Feb. 2021 – Feb. 2022Félix TshisekediKongo Demokratische Republik Demokratische Republik Kongo
    Feb. 2022 – Feb. 2023Macky SallSenegal Senegal
    Feb. 2023 – Feb. 2024Azali AssoumaniKomoren Komoren
    Feb. 2024 – Feb. 2025Mohamed Ould GhazouaniMauretanien Mauretanien
    Feb. 2025 – Feb. 2026João LourençoAngola Angola
    seit 14. Februar 2026Évariste NdayishimiyeBurundi Burundi
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    Kommission der Afrikanischen Union

    Die Kommission übernimmt exekutive Aufgaben. Sie besteht seit 2021 aus sechs[51], davor acht Kommissaren, einem Vorsitzenden und einem stellvertretenden Vorsitzenden.[52]

    Weitere Informationen Aufgabenbereich, Name ...
    Mitglieder der Kommission mit Stand Juli 2025[53]
    AufgabenbereichNameMitgliedstaat
    VorsitzenderMahamud Ali Jussuf[54]Dschibuti Dschibuti
    Stellvertretende VorsitzendeSelma Haddadi[55]Algerien Algerien
    Landwirtschaft, ländliche Entwicklung, blaue Wirtschaft und nachhaltige Umwelt (ARBE)Moses Vilakati[56]Eswatini Eswatini
    Wirtschaftliche Entwicklung, Tourismus, Handel, Industrie, Bergbau (ETTIM)Francisca Tatchouop Belobe[57][58]Äquatorialguinea Äquatorialguinea
    Bildung, Wissenschaft, Technologie und Innovation (ESTI)Gaspard Banyankimbona[59][58]Burundi Burundi
    Infrastruktur und Energie (I&E)Lerato Mataboge[60]Sudafrika Südafrika
    Politik, Frieden und Sicherheit (PAPS)Bankole Adeoye[61]Nigeria Nigeria
    Gesundheit, Humanitäre Angelegenheiten und Soziale Entwicklung (HHS)Amma Twum-Amoah[62]Ghana Ghana
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    Weitere Informationen Amtszeit, Vorsitzender ...
    Vorsitzende der Kommission
    AmtszeitVorsitzender[63]Mitgliedstaat
    2002–2003Amara Essy (Interim)Elfenbeinküste Elfenbeinküste
    2003–2008Alpha Oumar KonaréMali Mali
    2008–2012Jean PingGabun Gabun
    2012–2017Nkosazana Dlamini-ZumaSudafrika Südafrika
    2017–2025Moussa FakiTschad Tschad
    seit 2025Mahamud Ali JussufDschibuti Dschibuti
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    Siehe auch

    Literatur

    • Yassin El-Ayouty (Hrsg.): The Organization of African Unity After Thirty Years. Westport/New York 1994.
    • Christof Hartmann: Demokratie als Leitbild der afrikanischen Staatengemeinschaft? Zur Theorie und Praxis demokratischer Schutzklauseln in der Afrikanischen Union. In: Verfassung und Recht in Übersee (VRÜ). 38. Jg., 2005, ISSN 0506-7286, S. 201–220.
    • Christof Heyns, Evarist Baimu, Magnus Killander: The African Union. In: German Yearbook of International Law. Band 46, 2004, S. 252–283.
    • Konstantinos D. Magliveras, Gino J. Naldi: The African Union – A New Dawn for Africa? In: International and Comparative Law Quarterly. Band 51, 2002, S. 415–425.
    • Peter Meyns: Von der OAU zur „Afrikanischen Union“. Khadafis Engagement für die afrikanische Einheit. In: Internationale Politik. Heft 11/2001, S. 45–52.
    • Désiré Nzisabira: Von der Organisation der Afrikanischen Einheit zur Afrikanischen Union. Hamburg 2006.
    • Corinne A. A. Packer, Donald Rukare: The New African Union and Its Constitutive Act. In: American Journal of International Law. Band 96. 2002, S. 365–379.
    • Omar Touray: The African Union: The First Ten Years. Rowman and Littlefield, Lanham 2016, ISBN 978-1-4422-6897-5.

    Einzelnachweise

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