Agenehu Engeda

äthiopischer Dichter und Maler From Wikipedia, the free encyclopedia

Agenehu Engeda (amharisch አገኘሁ እንግዳ, 1905 – 1950)[1] war einer der Gründer moderner Kunst in Äthiopien.[2]

Leben

Agenehu Engeda wurde 1905 (in einigen Quellen steht auch 1902/1903) in Gondar geboren.[3] Im Rahmen des staatlichen Bildungsprogramms, das von Kaiser Haile Selassie initiiert wurde und zu dessen Hauptziel die Ermöglichung des Studiums im Ausland für begabte äthiopische Studierende aus unterschiedlichen Studiengängen diente, erhielt Agenehu ein Stipendium und verbrachte somit 7 Jahre von 1926 bis 1933 in Paris. Dort absolvierte er erfolgreich die École nationale supérieure des Beaux-Arts. Nach seiner Rückkehr aus Europa veranstaltete Agenehu zahlreiche Kunstausstellungen. Er beteiligte sich außerdem unter anderem an der Erarbeitung der Militäruniform sowie der Entwürfe für die Birr-Geldscheine.[2]

1941 wurde Agenehu zum Leiter der neu gegründeten Abteilung für Bildende Künste im äthiopischen Ministerium für Bildung und Bildende Künste.[2] Ungefähr zur selben Zeit öffnete er seine eigene Kunstschule in Addis Abeba.[2] Man sagt, er soll für seine Studierenden Kunstmaterialien mit eigenen Mitteln bezahlt haben.[4]

Schaffen

Agenehe Engeda war der erste äthiopische Künstler, der in seinen Werken traditionelle äthiopische Kunstkanone mit europäischem akademischen Still vereinte.[2] Agenehu ist besonders für seine Gemälde der Verbrechen während des italienischen Okkupationsregime sowie für seine Wandmalereien in der Kirche Debre Berhan Selassie in Gondar bekannt.[4]

Wandmalerei der Kirche "Debre Berhan Selassie"

1961 wurden seine Gemälde im Staatlichen Museum für Orientalische Kunst in Moskau im Rahmen der Ausstellung äthiopischer modernen Künstler vorgezeigt.[5] Die Mehrheit seiner Kunstwerke ist verloren gegangen oder im Laufe der italienischen Besatzung Äthiopiens zerstört. Aus diesem Grund sind heutzutage nur zwei seiner Bilder im Nationalmuseum von Äthiopien in Addis Abeba aufbewahrt.[2]

Politisches Engagement

Agenehu Engeda kritisierte wiederholt öffentlich die Regierung Haile Selassies und erhob Vorwürfe bezüglich einer möglichen Beteiligung der Regierung am Mord an seinem Freund Blatengeta Woldemariam Ajele, dem ehemaligen äthiopischen Botschafter in Paris und ehemaligen Leiter der äthiopischen Bitschaft in Genf.[6] Aus diesem Grund wird angenommen, dass der Autounfall, bei dem Agenehu Engeda ums Leben kam und dessen Ursachen bislang nicht abschließend geklärt sind, inszeniert worden sein könnte.[7]

Einzelnachweise

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