Agent Avenue

Karten- und Bluffspiel From Wikipedia, the free encyclopedia

Agent Avenue ist ein strategisches Karten- und Bluffspiel des Spieleautorenpaares Christian und Laura Kudahl für zwei bis vier Spieler aus dem Jahr 2024. Bei dem Spiel versuchen die Spieler durch Ausspielen von Karten jeweils ihren Gegner auf einem Spielplan einzufangen. 2025 wurde es auf die Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres aufgenommen, zudem wurde es beim International Gamers Award als eines der besten Zwei-Spieler-Spiele nominiert.

Schnelle Fakten Daten zum Spiel, Auszeichnungen ...
Agent Avenue
Daten zum Spiel
Autor Christian Kudahl, Laura Kudahl
Grafik Fanny Pastor-Berlie
Verlag Nerdlab Games, u. a.
Erscheinungsjahr 2024
Art Kartenspiel, Bluffspiel
Spieler 2–4
Dauer 10 bis 20 Minuten
Alter ab 8 Jahren
Auszeichnungen
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Thema und Ausstattung

Bei dem Spiel handelt es sich um ein Spionagespiel, bei dem die Mitspieler die Rolle von zwei ehemaligen Agenten übernehmen, die benachbart in einem Ort namens „Oakfield“ leben und beginnen, sich gegenseitig auszuspionieren. Dafür beauftragen sie andere Bewohner des Ortes und versuchen so, Hinweise über den jeweils anderen zu bekommen. Über das Rekrutieren dieser Agenten können sie dann jeweils auf einem Spielplan vorrücken und müssen ihren Kontrahenten einholen.[1]

Das Spielmaterial besteht neben der Spielanleitung aus einem doppelseitigen Spielplan, 38 Agenten-Karten, 15 Schwarzmarkt-Karten, zwei Spielfiguren und zwei Regelkarten mit einer Kurzübersicht über die Regeln.[1]

Spielweise

Zu Beginn des Spiels wird der Spielplan in der Tischmitte ausgelegt, wobei es einen einfachen und einen fortgeschrittenen Modus gibt. Zudem kann es in Teams mit bis zu vier Spielern gespielt werden.

Einfacher Spielmodus

Beim einfachen Modus wählt jeder Spieler eine Farbe und bekommt die entsprechende Spielfigur, die er auf das entsprechende Startfeld stellt. Danach werden die Agenten-Karten gemischt und jeder Spieler bekommt vier der Karten als Handkarten. Die Schwarzmarkt-Karten werden nur im Fortgeschrittenen-Modus benötigt.[1] Die Spieler versuchen jeweils so viele Schritte zu bekommen, dass sie dessen Spielfigur mit ihrer eigenen auf dem Spielplan einfangen können, bevor das dem Gegner gelingt.[1]

Beginnend mit einem Startspieler spielen die beiden Spieler abwechselnd, wobei eine Spielrunde aus dem Ausspielen von Karten und dem Rekrutieren von Agentenkarten besteht. Zuerst spielt der aktive Spieler zwei verschiedene Karten aus seiner Hand aus, wovon eine offen und eine verdeckt ausgelegt wird. Danach zieht er direkt zwei neue Karten, um seine Hand wieder aufzufüllen. Vor dem Ausspielen darf ein Spieler vier Mal im Spiel jeweils eine Karte abwerfen und dafür eine neue ziehen, bevor er Karten auslegt; dies kann auch mehrfach in einer einzelnen Runde passieren.[1] Der Gegner muss nun eine der beiden ausliegenden Karten nehmen, rekrutieren, und offen vor sich auslegen, während der aktive Spieler die andere Karte ebenfalls offen vor sich auslegt. Dabei werden verschiedene Kartentypen neben- und gleiche Kartentypen so aufeinander gelegt, dass die Anzahl erkennbar ist.[1] Abhängig davon, wie viele Karten des gerade genommenen Typs jeder Spieler nun hat, muss er eine Aktion durchführen, die von der Karte an der Position 1 für eine, der Position 2 für zwei und der Position 3 für drei und mehr Karten bestimmt wird. Dabei kann er dadurch entweder mit seiner Figur vorrücken oder rückwärts gehen. Bekommt ein Spieler den dritten Draufgänger, verliert er das Spiel – bei der dritten Codeknackerin gewinnt er.[1]

Das Spiel endet, wenn ein Spieler mit seiner Figur die Figur des anderen Spielers eingehölt hat oder eine der genannten Kartenkombinationen eintritt. Es endet auch, wenn die Karten aufgebraucht sind und ein Spieler seinen Zug nicht mehr ausführen kann, weil er keine zwei Karten mehr hat. In dem Fall gewinnt der Spieler, der näher an der Figur des Gegners ist. Bei einem Gleichstand gewinnt immer der gerade aktive Spieler.[1]

Fortgeschrittener Spielmodus

Beim fortgeschrittenen Modus kommen die Schwarzmark-Karten mit ins Spiel und können den Spielverlauf beeinflussen. Für diesen Modus wird die Rückseite des Spielplans mit vier Schwarzmarktfeldern in den Ecken genutzt. Die Schwarzmark-Karten werden gemischt und als zusätzlicher verdeckter Stapel bereit gelegt, danach werden die obersten drei Karten des Stapels als Angebot offen ausgelegt. Immer wenn ein Spieler nach dem Zug seiner Figur genau auf einem Schwarzmarktfeld landet, muss er eine der ausliegenden Karten nehmen und ihre Funktion als Sofortaktion oder als dauerhaften Effekt nutzen.[1]

Teamspiel

Im Teamspiel können bis zu vier Spieler mitspielenm, wobei jeweils zwei ein Team bilden. Dabei versuchen die Teams jeweils mit reduzierter Kommunikation, das Spiel zu gewinnen. Wie im normalen Spiel spielen die Mitspieler der Reihe nach, wobei jeweils abwechselnd eine der beiden Figuren gespielt wird. Die Teams nutzen dabei jeweils gemeinsam ihre Agenten- und Schwarzmarkt-Karten. Wenn ein Spieler des Teams am Zug ist, legt er eine Karte offen aus, der andere ergänzt derdeckt eine weitere aus seiner Hand, die einen anderen Typ darstellen muss. Das restliche Spiel deckt sich mit dem normalen Spiel.[1]

Veröffentlichung und Rezeption

Das Spiel Agent Avenue wurde von dem Spieleautorenpaar Christian und Laura Kudahl entwickelt und 2024 bei dem deutschen Verlag Nerdlab Games veröffentlicht. Im gleichen Jahr erschienen Versionen auf Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Ungarisch, Tschechisch, Russisch, Koreanisch und Japanisch.[2]

Das Spiel wurde in den Kritiken weitgehend positiv aufgenommen. Der Spielekritiker Harald Schrapers bewertete das Spiel mit 5 von 6 möglichen Würfelaugen. Er bezeichnet das Spiel als „ein schnelles Spiel, das man wirklich sehr schnell versteht.“ Es werde „gezockt, der Bluff auf die Spitze getrieben und man schaut sich tief in die Augen.“[3] Udo Bartsch bezeichnet das Spiel als reizvoll, schreibt jedoch auch, „so gelungen [er] Agent Avenue finde: Nicht allen Mitspieler:innen hat es gefallen. Manche mögen das wiederholte Bluffen schlichtweg nicht. Agent Avenue habe davon profitiert, dass [er] es mit vielen verschiedenen Personen ausprobieren konnte und [sich] deshalb auf verschiedene Spielweisen einstellen musste. Dass [er] es im Dauereinsatz mit derselben Person spielen wollen würde, glaube [er] eher nicht.“[4]

Agent Avenue wurde 2025 in die Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres aufgenommen.[5] Es war zudem für den International Gamers Award in der Kategorie Zwei-Spieler-Spiele nominiert.[6]

Belege

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