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Agraffe (Ornament)

Verbindungsstück, das zwei Steinschichten hakenförmig miteinander verbindet From Wikipedia, the free encyclopedia

Agraffe (vom französisch agrafe) bezeichnet in der Architektur den ornamental besonders hervorgehobenen Schlussstein in einem Bogen.

Agraffe an einem Segmentbogentor, erbaut 1885 (Göttingen, Bürgerstraße 38, Turnhalle)

Beschreibung und Verwendung

Im weiteren Sinne wird der Begriff Agraffe in der Architektur für alle größeren und besonders verzierten Bogen-Schlusssteine verwendet. Oft treten Agraffen zudem in der Art einer Konsole vor und bilden dadurch eine Überleitung und gestalterisch ‚tragende‘ Verbindung des Bogens zum darüber verlaufenden Fassadengesims.[1]

Die klassische Agraffe zeigt eine konsolartige Volute, es gibt jedoch auch Medaillons oder Reliefs mit figürlichem Schmuck. Gerne sind auch Familienwappen oder Jahreszahlen eingearbeitet worden. Agraffen waren in der Renaissance und Barockzeit beliebt und zeigten dann plastisch herausgearbeitete Reliefs und Figuren. Auch im Interieur findet man Agraffen z. B. an Bilderrahmen, Spiegeln oder Kamineinfassungen.[2]

Historische Beschreibungen

In J. G. Krünitz’ Oeconomischer Encyclopädie von 1782 liest man: „Agrafe, Agraffe, heißt bey den Bildhauern ein Zierath an dem Schlusse eines Bogens, eines Fensterrahmens, einer Thüre, eines Spiegels, eines Bilderrahmens, u. d. gl.“[3]

Nach Otto Luegers Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften von 1904 handelt es sich um eine „sich in Hakenform um die Bogenglieder schlingende Schlußsteinverzierung der Spätrenaissance in Form eines Medaillons, Schildes u. s. w.“[4]

Commons: Agraffe (Ornament) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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