Ahorn (Landkreis Coburg)

Gemeinde im Landkreis Coburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Ahorn ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Coburg am südlichen Stadtrand von Coburg. Der Ortsname rührt von den Ahornbäumen her, die früher auf dem Gemeindegebiet standen.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Ahorn (Landkreis Coburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ahorn hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 14′ N, 10° 57′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Coburg
Höhe: 330 m ü. NHN
Fläche: 19,83 km²
Einwohner: 4003 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 202 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96482
Vorwahlen: 09561, 09565
Kfz-Kennzeichen: CO, NEC
Gemeindeschlüssel: 09 4 73 112
Gemeindegliederung: 11 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 40
96482 Ahorn
Website: www.ahorn.de
Erster Bürgermeister: Martin Finzel (parteilos)
Lage der Gemeinde Ahorn im Landkreis Coburg
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Schloss Ahorn

Geografie

Ortskern von Ahorn aus Nordwest gesehen

Ahorn liegt in der Region Oberfranken-West an der Bundesstraße 303 Coburg–Schweinfurt.

Es gibt elf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Außerdem gibt es den Wohnplatz Siebenwind .

Geschichte

Bis zum Wechsel nach Bayern

Ahorn wurde erstmals 1074/75 als „Rodungshöfe in den Wäldern der Burg Ahorny“ erwähnt. Die Entwicklung hängt eng zusammen mit der Geschichte des Schlosses Ahorn, das Joachim von Rosenau nach dem Bauernkrieg im Jahre 1555 auf den Resten einer älteren Burg im Renaissancestil errichten ließ.

Von 1599 bis 1645 besaßen die Herren von Streitberg Ahorn,[4] gefolgt von den Herren von Schaumberg, Muffel von Ermreuth, von Hendrich, von Baumbach und den Freiherren von Erffa. Ahorn gehörte zum Amt Ahorn des Herzogtums Sachsen-Coburg. Es kam mit dem Freistaat Coburg nach einer Volksbefragung 1919 und dem Staatsvertrag am 1. Juli 1920 zu Bayern.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1971 Schafhof und Wohlbach eingemeindet. Am 1. April 1971 folgte Schorkendorf. Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Witzmannsberg (vorher im Landkreis Staffelstein) eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung

Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde geringfügig von 4225 auf 4244 um 19 Einwohner bzw. um 0,5 %. Am 31. Dezember 1998 hatte Ahorn 4631 Einwohner.

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
19612793
19703096
19874262
19914492
19954624
20004592
20054552
20104324
20154184
20234149
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Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl 2026 führte zu folgender Sitzverteilung im Gemeinderat:

  • Wählergemeinschaft Freie Liste Ahorn: 2 Sitze

Bürgermeister

Seit dem Jahr 2008 ist Martin Finzel (parteilos) Erster Bürgermeister. Dieser wurde als überparteilicher Kandidat von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Freien Wählern unterstützt. In den Kommunalwahlen 2014, 2020 und 2026 wurde er in seinem Amt bestätigt. Sein Vorgänger war Wolfgang Dultz (SPD), der das Amt im Jahr 1988 von Walter Herpich (SPD) übernommen hatte.

Wappen

[6]
Wappenbegründung: Der Wappenschild zeigt das stilisierte Schloss Ahorn als Wahrzeichen der Gemeinde. Die Farben Grün und Silber von Ahornblatt und Schloss weisen auf die Zugehörigkeit der Gemeinde zum ehemaligen wettinischen Herzogtum Sachsen-Coburg hin. Eingebettet sind Ahornblatt und Schloss in die Farben Gold und Blau aus dem Wappen der Familie der Freiherren von Erffa.

Gemeindepartnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Im Jahr 2023 gab es insgesamt 1879 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1779. Im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und bei der Gewinnung von Steinen und Erden gab es vier, im Bauhauptgewerbe keine Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2020 19 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 947 Hektar. Davon waren 772 Hektar Ackerfläche und 175 Hektar Dauergrünfläche.

Industriegebiet Triebsdorf

Im Randbezirk der Gemeinde befindet sich im alten Produktionsgelände von Möbel-Hoffmann ein kleines Industriegebiet mit einer Schreinerei, einer Druckerei und einem Händler für Gastronomiemöbel.

Bildung

Im Jahr 2024 existierten folgende Einrichtungen:

  • eine Kindertageseinrichtung mit 185 Plätzen und 134 Kindern,
  • eine öffentliche Volksschule mit 6 Klassen und 133 Schülern,
  • ein privates Förderzentrum mit 13 Klassen und 113 Schülern.

Sehenswürdigkeiten

Baudenkmäler

Katholische Kirche St. Johannes in Witzmannsberg
  • Schloss Ahorn im Renaissancestil mit runden Ecktürmen. Im Innenhof befindet sich ein achteckiger Treppenturm mit einer Wendeltreppe, deren Stufen nicht wie üblich an einer Säule befestigt sind, sondern an einer in Stein gehauenen Spindel. Diese Konstruktion wurde oft als 9. Weltwunder bezeichnet. Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.
  • Die Schlosskirche, die baulich mit dem Schloss verbunden ist, entstand aus einer gotischen Burgkapelle. Im Inneren befinden sich zwei prachtvolle Epitaphien der Herren von Streitberg.
  • Schloss Hohenstein im Gemeindeteil Hohenstein.
  • Schloss Finkenau im Gemeindeteil Finkenau.
  • Die katholische Filialkirche St. Johannes der Täufer in Witzmannsberg wurde 1711 geweiht.

Bodendenkmäler

Museum

Das Gerätemuseum in der Alten Schäferei
  • Das Gerätemuseum des Coburger Landes ist in der ehemaligen Gutsschäferei des Schlosses Ahorn untergebracht und zeigt Geräte aus dem bäuerlichen, handwerklichen und frühindustriellen Bereich im ehemaligen Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha und landwirtschaftliche Geräte aus den letzten 150 Jahren.

Dialekt

In Ahorn wird Itzgründisch, ein unterfränkischer Dialekt, gesprochen.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

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