Aigul Gaissowna Achmetschina
russische Opernsängerin
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Aigul Gaissowna Achmetschina (russisch Айгуль Гайсовна Ахметшина, baschkirisch Айгөл Ғайса ҡыҙы Әхмәтшина; * 1996 in Kirgis-Mijaki[1]) ist eine russische Opernsängerin in der Stimmlage Mezzosopran.[2]
Leben
Jugend und Ausbildung
Aigul Achmetschina wurde 1996 im Dorf Kirgis-Mijaki[1] in der Republik Baschkortostan der Russischen Föderation geboren. Ihre Familie bestand aus Hobbysängern, musizierte oft und förderte ihr Talent. Ihren ersten Auftritt hatte sie im Kindergarten ihres Heimatortes anlässlich einer Muttertagsfeier.[3] Schon als Kind träumte sie davon Sängerin zu werden.[3] Achmetschina studierte Musik an der staatlichen Kunstakademie in Ufa und schloss ihr Studium im Jahr 2015 ab.[1] Danach beabsichtigte sie an einer Moskauer Universität klassischen Gesang zu studieren, wurde aber abgelehnt. Im Jahr 2017 gewann sie den Grand Prix beim Internationalen Hans-Gabor-Belvedere-Gesangswettbewerb, der in Moskau stattfand.[1][4] Sie lernte die Leiterin des Nachwuchsprogramms des Royal Opera House kennen und erhielt einen Platz im Jette Parker Young Artists Programme des Londoner Opernhauses.[3][5]
Karriere
Im Jahr 2017 hatte Aigul Achmetschina im Alter von 21 Jahren ihr Operndebüt am Royal Opera House in London[3] und war beim Opernfestival Opéra de Baugé als Angelina in La Cenerentola von Gioachino Rossini zu hören.[6] Ein Jahr später, 2018, gab Aigul Achmetschina am Royal Opera House die Mercédès und die Titelrolle in George Bizets Oper Carmen sowie die Sonjetka in Dmitri Schostakowitschs Oper Lady Macbeth von Mzensk. An der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom war sie als Rosalia in Leonard Bernsteins Musical West Side Story zu hören und beim Opernfestival Opéra de Baugé als Maddalena in Giuseppe Verdis Rigoletto.[7] Für die International Opera Awards 2018 wurde sie in diesem Jahr in der Kategorie „Junge Sänger und Sängerinnen“ nominiert.[1]
Im Zeitraum 2019 bis 2022 sang Aigul Achmetschina unter anderem:[4]
- die Angelina in Gioachino Rossinis Oper La Cenerentola am Teatro Real de Madrid
- die Carmen in George Bizets Oper Carmen am Royal Opera House in London und am Stanislawski- und Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheater in Moskau
- die Dulcinée in Jules Massenets Oper Don Quichotte bei der Wexford Festival Opera
- die Fenena in Giuseppe Verdis Oper Nabucco an der Staatsoper Hamburg
- die Flora Bervoix in Giuseppe Verdis Oper La Traviata am Royal Opera House in London
- die Lola in Pietro Mascagnis Oper Cavalleria rusticana am Royal Opera House in London
- die Madamigella Dangeville in Francesco Cileas Oper Adriana Lecouvreur an der Deutsche Oper Berlin
- die Maddalena in Giuseppe Verdis Oper Rigoletto am Royal Opera House in London und der Metropolitan Opera in New York City
- die Mascha in Peter Tschaikowskis Oper Pique Dame im Festspielhaus Baden-Baden
- die Olga in Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Oper Eugen Onegin an der San Francisco Opera
- die Polina in Peter Tschaikowskis Oper Pique Dame am Teatro di San Carlo sowie mit den Berliner Philharmonikern in Baden-Baden und Berlin
- die Preziosilla in Giuseppe Verdis Oper La forza del destino am Royal Opera House in London
- den Prinz Orlofsky in Johann Strauss Operette Die Fledermaus am New National Theatre Tokyo
- die Rosina in Gioachino Rossinis Oper Il barbiere di Siviglia an der Deutsche Oper Berlin, der Opéra National de Paris und der Israeli Opera in Tel Aviv und
- die Varvara în Leoš Janáčeks Oper Kát'a Kabanová bei der Glyndebourne Festival Opera.
Von 2019 bis 2022 hatte sie außerdem Liederabende und Konzerte im Internationalen Musikhaus Moskau unter Wladimir Teodorowitsch Spiwakow, im Palau de la Música Catalana in Barcelona unter Gustavo Dudamel, im Concertgebouw in Amsterdam unter Dima Slobodeniouk und in der Opera Holland Park in London unter Matthew Kofi Waldren.[4] 2021 erhielt sie eine Auszeichnung als „Verdiente Künstlerin der Republik Baschkortostan“[1] und war 2022 Gewinnerin des russischen Opernpreises Casta diva.[8]
Im Jahr 2023 hatte Aigul Achmetschina Engagements an De Nationale Opera in Amsterdam (als Elisabetta in Maria Stuarda von Gaetano Donizetti), am Royal Opera House in London (als Rosina in Il barbiere di Siviglia und als Charlotte in Jules Massenets Oper Werther), bei den Salzburger Festspielen (als Romeo in Vincenzo Bellinis Oper I Capuleti e i Montecchi), der Berwick Festival Opera (als Rosina in Il barbiere di Siviglia) sowie an der Deutsche Oper Berlin und der Bayrische Staatsoper (in der Titelrolle der Oper Carmen). Am 9. November 2023 wurde Aigul Achmetschina im Rahmen einer Gala im Teatr Wielki in Warschau als Gewinnerin des International Opera Awards 2023 in der Kategorie „Sängerin“ ausgezeichnet.[9] Das für sie sehr erfolgreiche Jahr 2023 schloss die Mezzosopranistin am Silvesterabend in der Titelrolle von Carmen an der Metropolitan Opera in New York City ab.[3] Zachary Woolfe von der New York Times bezeichnete sie als „den einzig wirklich beeindruckenden Aspekt“ der Produktion.[10]
Christopher Barnard charakterisierte die bisherige Laufbahn von Aigul Achmetschina im Jahr 2023 wie folgt: „Seit ihrem Debüt am Royal Opera House im Jahr 2017 ... wird die russische Mezzosopranistin mit Anna Netrebko verglichen und begeistert mit ihrer kraftvollen Stimme und ihrer unbestreitbaren Bühnenpräsenz das Publikum weltweit.“[3]
In den Jahren 2024 bis 2025 gab sie:[4]
- die Adalgisa in Vincenzo Bellinis Oper Norma im MusikTheater an der Wien
- die Titelrolle in George Bizets Oper Carmen an der Metropolitan Opera, am Müpa Budapest, am Royal Opera House in London[11], bei der Glyndebourne Festival Opera, der Wiener Staatsoper, am Teatro di San Carlo, am Teatro Real de Madrid und beim Arena di Verona Opera Festival
- die Elisabetta in Gaetano Donizettis Oper Maria Stuarda am Teatro di San Carlo und am Teatro Real de Madrid
- die Fenena in Giuseppe Verdis Oper Nabucco beim Arena di Verona Opera Festival und
- die Rosina in Gioachino Rossinis Oper Il barbiere di Siviglia bei der Gulbenkian Foundation in Lissabon, an der Metropolitan Opera in New York City und an der Opéra National de Paris.
Von 2024 bis 2025 hatte sie außerdem Liederabende und Konzerte im Festspielhaus Baden-Baden, in der Bayrischen Staatsoper, im Musikverein Wien, im Festspielhaus St. Pölten, im Opernhaus Oslo und nahm am 16. Mai 2024 bei der Operngala „Celebrating 22 Years Of Antonio Pappano“ im Royal Opera House in London teil.[4]
Akhmetshinas erstes Album mit dem Titel Aigul erschien am 26. Juli 2024 beim Label Decca Classics.[12] Es enthält Arien aus Carmen, Werther, I Capuleti e i Montecchi, La Cenerentola, The Barber of Seville; dirigiert wurde es von Daniele Rustioni mit dem Royal Philharmonic Orchestra.[13] In einer Fünf-Sterne-Rezension im The Guardian, schrieb Erica Jeal: „Ihre Debüt-Soloaufnahme präsentiert perfekt die strahlende Weite, die Ausstrahlung und die atemberaubende Eleganz von Akhmetshinas fesselnder Stimme“.[14] Die deutsche Zeitschrift Oper! kürte das Album in ihrer Septemberausgabe zur CD des Monats.[15]
Auszeichnungen und Ehrungen
- 2017: Gewinnerin des Grand Prix beim Internationalen Hans-Gabor-Belvedere-Gesangswettbewerb[1]
- 2018: Nominierung für die International Opera Awards in der Kategorie „Junge Sänger und Sängerinnen“[1]
- 2021: Auszeichnung als „Verdiente Künstlerin der Republik Baschkortostan“[1]
- 2022: Gewinnerin des russischen Opernpreises Casta diva[8]
- 2023: Gewinnerin des International Opera Awards in der Kategorie „Sängerin“[9]
Diskographie
- 2024: Aigul, veröffentlicht am 26. Juli 2024 bei Decca Classics[16]
Weblinks
- Offizielle Website von Aigul Akhmetshina (englisch)
- Aigul Akhmetshina bei operabase.com
- Aigul Akhmetshina bei AllMusic (englisch)
- Aigul Akhmetshina bei Discogs
- Aigul Akhmetshina bei musicbrainz.org
- Aigul Akhmetshina im Interview bei vogue.com (englisch)