Alan Sues
US-amerikanischer Schauspieler
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Alan Grigsby Sues (* 7. März 1926 in Ross, Marin County, Kalifornien; † 1. Dezember 2011 in West Hollywood, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Komiker und Sänger, der von 1953 bis 2009 sowohl auf der Bühne als auch vor der Kamera aktiv war. Sues wurde dem US-amerikanischen Publikum vor allem als „Uncle Al the Kiddies’ Pal“ durch die Comedy-Fernsehserie Rowan and Martin’s Laugh‑In bekannt.[1][2][3][4]
Leben
Sues wurde Sohn von Alice Murray und Melvyn Grigsby Sues im kalifornischen Ross geboren. Er hatte einen Bruder, John Murray, der vor ihm starb. Sein Vater züchtete Rennpferde, was die Familie in seiner Jugend oft zum Umzug zwang. Nach seiner Schulzeit diente er während des Zweiten Weltkriegs in der United States Army und war in Europa stationiert.[1][4][5]
Nach dem Ende seiner Zeit beim Militär nutzte er Leistungen aus dem G. I. Bill, um Schauspielunterricht am Pasadena Playhouse zu finanzieren, wo er auch sein Bühnendebüt hatte. Im Jahr 1952 zog er nach New York City, wo er 1953 die Tänzerin und Schauspielerin Phyllis Gehrig kennenlernte; das Paar war vom 22. Februar 1954 bis zum 13. August 1958 verheiratet.[1][5]
Sues starb im Alter von 85 Jahren im Cedars-Sinai Medical Center an den Folgen eines Herzinfarkts, den er zuvor zuhause erlitten hatte. Er wurde von seinem langjährigen Partner Michael Michaud sowie seiner Ex-Frau überlebt und fand seine letzte Ruhe im Forest Lawn Memorial Park in Hollywood Hills.[4][5][6][7]
Karriere
Sein Broadway‑Debüt hatte Sues im Bühnenstück Tea and Sympathy unter der Regie von Elia Kazan, das ab 1953 erfolgreich in New York City lief. Gemeinsam mit seiner damaligen Frau Phyllis Gehrig entwickelte er zudem ein vaudevillianisches Nachtclub‑Programm und ging mit ihr damit auf Tournee durch Nordamerika.[1][8][9]
Nach der gemeinsamen Tournee erhielt er weitere Engagements als Stand‑up‑Komiker in Clubs wie dem Reuben Bleu und dem Blue Angel in Manhattan. Neben seiner Arbeit als Solokünstler war er auch Teil von Comedy‑Duo‑Formationen, unter anderem mit Julius Monk. Für die Fernsehserie Here’s Edie verfasste er 1964 das Drehbuch zur 13. Folge der zweiten Staffel. Später schloss er sich einer Improvisations‑ und Sketchgruppe rund um The Mad Show an, einer Off-Broadway‑Musicalrevue, über die er 1966 für das Fernseh-Comedy-Format Laugh‑In entdeckt wurde. Im selben Jahr spielte er außerdem in einer Pilotfolge von Off We Go, die aber nicht in Produktion ging.[1][10]
Außerhalb von Laugh‑In trat er in auch in nicht‑komödiantischen Rollen auf, beispielsweise in der klassischen Twilight-Zone-Folge The Masks sowie in zwei Folgen von Love, American Style. Zudem hatte er Nebenrollen in Filmen wie Eine zuviel im Bett (1963) und Nur für Offiziere (1964).[1][2][3]
Seine wiederkehrenden Figuren in Rowan and Martin’s Laugh‑In, die von 1968 bis 1972 ausgestrahlt wurde, umfassten unter anderem „Big Al, the Sportscaster“, „Uncle Al, the Kiddies’ Pal“ sowie eine parodistische Version von „Jo Anne Worley“, nachdem diese die Show verlassen hatte. Berühmt wurde ein Sketch der Sendung, in dem er zwei Whiskey-trinkenden Cowboys in eine Wild-West‑Bar folgt und dort einen Frozen Daiquiri bestellt. Er spielte unter anderem an der Seite von Ruth Buzzi, Joanne Worley, John Wayne, Tiny Tim, Dick Martin, Dennis Roy Allen und Henry Gibson.[4][10]
Nach Laugh‑In verkörperte Sues auf der Bühne Professor Moriarty in einer Bühnenadaption von Sherlock Holmes; zunächst an der Seite von John Wood und später an der Seite von Leonard Nimoy. Laut Sues war dies eine seiner „Lieblingsrollen“, da sie gegen den Typ besetzt war und er „das Make‑up liebte“. Das für Moriarty entwickelte Make-up wurde in mehreren Fachbüchern als Beispiel für Schattierung und Technik abgebildet.[4]
In den 1970er‑Jahren ging er zudem mit Singin’ in the Rain auf Tournee, wo er den „Elocution Instructor“ (deutsch Sprechtrainer) spielte. Außerdem wirkte er in weiteren Filmen mit und sprach Rollen in Produktionen wie Oh! Heavenly Dog, Rudolph and Frosty’s Christmas in July und Raggedy Ann & Andy: A Musical Adventure. In den 1970er‑Jahren war Sues auch regelmäßig als prominenter Gast in mehreren beliebten Spielshows der Zeit zu sehen, darunter The Movie Game, Celebrity Sweepstakes, The Cross‑Wits und Liar’s Club. Bekannt wurde Sues 1972 auch als „tolpatschiger“ Peter Pan in Werbespots für Erdnussbutter der Marke Peter Pan.[1][4][10][11]
Im Jahr 2008 präsentierte er in seiner Paraderolle aus Rowan & Martin’s Laugh-In eine Kategorie der Emmy Awards. Im selben Jahr führten Sues und seine frühere Ehefrau, gut fünfzig Jahre nach ihrer Scheidung, ein ausführliches Interview in seinem Haus, das im Internet veröffentlicht wurde. Sues wirkte in seinen späten Jahren auch in den Kurzfilmen Lord of the Road (1999) und Artificially Speaking (2009) mit; letzterer feierte seine Premiere beim Dances With Films Festival 2009 in Los Angeles.[1]
Im deutschsprachigen Raum wurde Sues unter anderem von Reinhard Brock, Horst Gentzen, Fritz von Hardenberg, Claus Jurichs, Andreas Mannkopff, Joachim Richert, Willi Röbke und Jürgen Thormann synchronisiert.[12]
Filmografie (Auswahl)
- 1955: Robert Montgomery Presents (Fernsehserie)
- 1957: Ein Leben im Rausch
- 1963: Getrennte Betten
- 1963: Eine zuviel im Bett
- 1964: Unwahrscheinliche Geschichten (Fernsehserie)
- 1964: The Nut House!! (Fernsehfilm)
- 1964: Nur für Offiziere
- 1965: Verrückter wilder Westen (Fernsehserie)
- 1966: Vacation Playhouse (Fernsehserie)
- 1966: Off We Go (Fernsehfilm)
- 1968: Doris Day in… (Fernsehserie)
- 1968–1972: Rowan & Martin’s Laugh-In (Fernsehserie)
- 1970–1971: Wo die Liebe hinfällt (Fernsehserie)
- 1975: Consumer Survival Kit (Fernsehserie)
- 1977: Raggedy Ann & Andy: A Musical Adventure (Synchronisation)
- 1978: Fantasy Island (Fernsehserie)
- 1978: CHiPs (Fernsehserie)
- 1979: Sweepstakes (Fernsehserie)
- 1979: Time Express (Fernsehserie)
- 1979: Beane’s of Boston (Fernsehfilm)
- 1979: Rudolph and Frosty’s Christmas in July (Fernsehfilm; Synchronisation)
- 1980: Ein Himmelhund von einem Schnüffler
- 1980: Highway Chaos (Fernsehfilm)
- 1981: CBS Library (Fernsehserie; Synchronisation)
- 1981: Eine reizende Familie (Fernsehserie)
- 1981: The Reluctant Dragon (Kurzfilm; Synchronisation)
- 1985: Snowballing
- 1986: What Has Four Wheels and Flies (Fernsehfilm)
- 1987: Punky Brewster (Fernsehserie)
- 1995: A Bucket of Blood (Fernsehfilm)
- 1998: Sabrina – total verhext (Fernsehserie)
- 1999: Lord of the Road (Kurzfilm)
- 2009: Artificially Speaking (Kurzfilm)
Theater (Auswahl)
- 1953–1955: Tea and Sympathy (Ethel Barrymore Theatre, Longacre Theatre, 48th Street Theatre; Broadway, New York City)[8][13]
- 1956: Happy Birthday
- 1960er-Jahre: Edie Adams’ Nightclub Act (Las Vegas)
- 1966–1967: The Mad Show (Off-Broadway, New York City)[1]
- Sommer 1970: Something Different (Cherry County Playhouse, Traverse City)
- Sommer 1972: Good News (Packard Music Hall Theatre, Warren / Veterans Memorial Theatre, Columbus / Memorial Hall, Dayton)
- Sommer 1973: How The Other Half Loves (Packard Music Hall Theatre, Warren / Veterans Memorial Theatre, Columbus / Memorial Hall, Dayton)
- 1974–1976: The Adventures of Sherlock Holmes (Broadhurst Theatre, Broadway, New York City)[8][13]
- Sommer 1980: Brigadoon (Memorial Hall, Dayton / Veterans Memorial Theatre, Columbus / Akron, Ohio)
- 1985: Windy City (Paper Mill Playhouse, Milburn, New Jersey)[9]
- 1988: Sally (Off-Broadway, New York City)[9]
- 1988: Annie Get Your Gun (West Coast Wiederaufführung)[9]
- 1993: No Flies on Me
Literatur
- Michael Gregg Michaud: Alan Sues: A Funny Man. BearManor Media, 2017, ISBN 978-1-62933-099-0 (englisch, 380 S.).
Weblinks
- Alan Sues bei IMDb
- Alan Sues in The Movie Database
- Alan Sues in der Internet Broadway Database (englisch)
- Alan Sues bei Discogs
- Alan Sues in der Notable Names Database (englisch)