Albach (Fernwald)

Ortsteil von Fernwald From Wikipedia, the free encyclopedia

Albach ist ein Ortsteil der Gemeinde Fernwald im mittelhessischen Landkreis Gießen.

Schnelle Fakten Gemeinde Fernwald ...
Albach
Gemeinde Fernwald
Koordinaten: 50° 33′ N,  48′ O
Höhe: 226 (216–241) m ü. NHN
Fläche: 4,49 km²[1]
Einwohner: 1245 (30. Juni 2023)[2]
Bevölkerungsdichte: 277 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35463
Vorwahl: 06404
Albach Ortskern
Albach Ortskern
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Geographie und Verkehr

Der Ort liegt etwa 10 km östlich von Gießen und 60 km nördlich von Frankfurt am Main zwischen den Gießener und Licher Wäldern. Nahegelegene Ortschaften sind Fernwald-Steinbach, die Stadt Lich sowie Oppenrod (Gem. Buseck) und Burkhardsfelden (Gem. Reiskirchen).

Albach liegt östlich der Bundesautobahn 5. Durch das Dorf führt die Landesstraße 3129. Die Bundesstraße 457 (Gießen-Nidda) verläuft südlich des Ortes.

Ortsgeschichte

Albacher Kirche von 1774

Mittelalter

Die Ersterwähnung von Albach erfolgte im Jahr 1239 in einer Urkunde des Klosters Arnsburg „de Alpach“ (von Alpach).[3] Auch die zweite urkundliche Erwähnung des Ortes differenziert nicht in Ober- oder Nieder-Albach. 1279 heißt es:„in Albach“.[4] Erst 1280 spricht eine Urkunde von „sitam in Albbach superiori“, (gelegen in Ober-Albach).[5] Der Ortsname wurde korrigiert nach dem Original im Archiv Lich.[6] Ein Kopiar aus dem 16. Jahrhundert belegt den Eintrag „... extra villam Niedern Alpach.“ (Außerhalb des Dorfes Nieder-Albach).[7] Hier wird für Nieder-Albach die Siedlungsform Dorf angegeben. Ein weiteres Kopiar aus der Zeit zwischen 1400 und 1425 belegt für etwa 1300: „Altpach“.[8] 1387 heißt es in einer Arnsburger Urkunde „gen Abern Alpach“.[9]

Die Namensforschung deutet den Ortsnamen als eine Zusammensetzung zwischen einem Gewässer- und möglicherweise einem Fischnamen, was aber umstritten ist.[10]

Die Albacher Höfe fanden sich später im Besitz der Familien von Trohe und von Buseck und Albach war Teil des Busecker Tales.

Neuzeit

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Albach:

„Albach (L. Bez. Giessen) evangel. Filialdorf; liegt 112 St. von Giessen, gehört dem Freiherrn von Buseck, hat 60 Häuser und 285 Einw., die bis auf 1 Kath. evangelisch sind- – Noch im 15. Jahrhundert gehörte Albach zur Kirche in Winnerod. Im Jahr 1827 hat die Freiherrl. Familie von Buseck die ihr im Dorfe zustehende Patrimonialgerichtsbarkeit an den Staat abgetreten.“[11]

Die Evangelische Kirche Albach wurde 1774 erbaut. In ihr befindet sich eine Orgel aus dem Jahre 1863. Bereits 1271 wird eine Kirche für Nieder-Albach erwähnt[12] und 1332 eine Kirche für Ober-Albach.[13]

In den Jahren 1964 bis 1987 befand sich nordöstlich des Ortes der Abschussbereich einer Flugabwehrstellung der Bundeswehr, deren Raketen im Ernstfall mit taktischen US-Atomsprengköpfen bestückt worden wären. Heute befindet sich auf dem Gelände ein Solarpark.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schloss sich die Gemeinde Albach am 31. Dezember 1971 freiwillig mit den Gemeinden Annerod und Steinbach zur Gemeinde Fernwald zusammen.[14]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Albach angehört(e): [1][15][16]

Gerichte seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ eingerichtet. Es war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Albach das „Patrimonialgericht der Freiherren zu Buseck“ in Großen-Buseck zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übertragen, aber erst ab 1827 wurde die Patrimonialgerichtsbarkeit durch das „Landgericht Gießen“ im Namen der Freiherren ausgeübt. Erst infolge der Märzrevolution 1848 wurden mit dem „Gesetz über die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren“ vom 15. April 1848 die standesherrlichen Sonderrechte endgültig aufgehoben.[21]

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes am 1. Oktober 1879 wurden die bisherigen Land- und Stadtgerichte im Großherzogtum Hessen aufgehoben und durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt, ebenso verfuhr man mit den als Obergerichten fungierenden Hofgerichten, deren Funktion nun die neu errichteten Landgerichte übernahmen. Die Bezirke des Stadt- und des Landgerichts Gießen wurden zusammengelegt und bildeten nun zusammen mit den vorher zum Landgericht Grünberg gehörigen Orten Allertshausen und Climbach den Bezirk des neu geschaffenen Amtsgerichts Gießen, welches seitdem zum Bezirk des als Obergericht neu errichteten Landgerichts Gießen gehört.[22] Zwischen dem 1. Januar 1977 und 1. August 1979 trug das Gericht den Namen „Amtsgericht Lahn-Gießen“, der mit der Auflösung der Stadt Lahn wieder in „Amtsgericht Gießen“ umbenannt wurde.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Albach 1131 Einwohner. Darunter waren 54 (4,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 216 Einwohner unter 18 Jahren, 492 zwischen 18 und 49, 240 zwischen 50 und 64 und 186 Einwohner waren älter.[23] Die Einwohner lebten in 459 Haushalten. Davon waren 102 Singlehaushalte, 138 Paare ohne Kinder und 168 Paare mit Kindern, sowie 42 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 75 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 336 Haushaltungen lebten keine Senioren.[23]

Einwohnerentwicklung

 1577:33 Hausgesesse[1]
 1630:7 zweispännige, 7 einspännige Ackerleute, 14 Einläuftige, 5 Witwen, 16 Vormundschaften.[1]
 1669:124 Seelen[1]
 1742:ein Geistlicher/Beamter, 42 Untertanen, 8 Junge Mannschaften, 2 Beisassen/Juden[1]
 1806:271 Einwohner, 65 Häuser[19]
 1829:285 Einwohner, 60 Häuser[11]
 1867:323 Einwohner, 61 Häuser[24]
Albach: Einwohnerzahlen von 1800 bis 2011
Jahr  Einwohner
1800
 
253
1806
 
271
1829
 
285
1834
 
303
1840
 
318
1846
 
343
1852
 
329
1858
 
323
1864
 
326
1871
 
358
1875
 
363
1885
 
368
1895
 
369
1905
 
361
1910
 
378
1925
 
354
1939
 
379
1946
 
524
1950
 
513
1956
 
509
1961
 
496
1967
 
560
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
1.131
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Zensus 2011[23]

Historische Religionszugehörigkeit

 1830:284 evangelische, ein römisch-katholischer Einwohner[1]
 1895:367 evangelische Einwohner[1]
 1961:455 evangelische (= 91,73 %), 40 römisch-katholische (= 8,06 %) Einwohner[1]

Historische Erwerbstätigkeit

 1961:Erwerbspersonen: 113 Land- und Forstwirtschaft, 101 Produzierendes Gewerbe, 21 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 13 Dienstleistungen und Sonstiges.[1]

Literatur

Commons: Albach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

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