Albareto (Meteorit)

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Albareto
Fragment des Meteoriten Albareto im Museum Gemma in Modena
Allgemeines
Offizieller Name
nach MBD
Albareto
Lokalität
Land Italien
Provinz Emilia-Romagna
Bezirk Modena
Stadt Modena
Stadtteil Albareto (Stadtteil von Modena)
Fall und Bergung
beobachtet ja
Datum (Fund) Juli 1766
Sammlung Museum Gemma 1786 (Modena)
Naturhistorisches Museum Wien
Beschreibung
Typ Chondrit
Klasse gewöhnlicher Chondrit
Gruppe L/LL4
Masse (total) 2 kg
Referenzen
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Albareto ist ein Meteorit, der im Juli 1766 in der Nähe von Albareto in Modena, Emilia-Romagna, Italien niederging.[1] Der Fundort dieses Meteoriten wird oft fälschlicherweise in der Provinz Parma angegeben, da er mit der gleichnamigen Stadt Albareto verwechselt wird.

Zusammensetzung und Klassifikation

Albareto gehört zu den Gewöhnlichen Chondriten und wird als Übergangstyp zwischen den Gruppen L und LL klassifiziert (L/LL4). Seine chemische Zusammensetzung und Eisenhäufigkeit liegt zwischen typischen L-Chondriten (eisenreicher) und LL-Chondriten (eisenärmer).

Geschichte

Troilis Abhandlung „Della caduta di un sasso dall' aria“

Der Fall des Meteoriten von Albareto wurde vom Jesuiten Domenico Troili dokumentiert. Er sammelte Berichte zahlreicher Augenzeugen und untersuchte den Stein eingehend.

Die Ergebnisse seiner Forschung fasste Troili in einem Dokument mit dem Titel „Della caduta di un sasso dall'aria“ („Über den Fall eines Steins aus der Luft“) zusammen, das 1766 in Modena veröffentlicht wurde.

Troili erkannte den außerirdischen Ursprung des Objekts nicht und deutete das Ereignis als Folge einer unterirdischen Explosion, die den Stein in die Luft geschleudert habe.

Durch Troilis detaillierte Schilderung gilt Albareto als einer der ersten gut dokumentierten, beobachteten Meteoritenfälle Europas und nimmt damit einen wichtigen Platz in der Geschichte der Meteoritenforschung ein.

Entdeckung des Minerals Troilit

Troili bemerkte in einem von ihm untersuchten Exemplar glänzende „messingfarbene“ Körner, die er unter dem Namen „marchesita“ beschrieb. In Analogie zu bekannten, gold- bis messingfarbenen Sulfiden hielt man diese Körner lange für Pyrit (FeS₂).

Erst 1862 zeigte der deutsche Mineraloge Gustav Rose anhand chemischer Analysen, dass es sich um Eisen(II)-sulfid mit der Zusammensetzung FeS handelte. Zu Ehren von Domenico Troili erhielt das Mineral den Namen Troilit.[2]

Sammlung

Das Hauptfragment des Meteoriten mit einer Masse von 605 Gramm ist Teil der Meteoritensammlung im Museum Gemma in Modena.[3]

Ein Bruchstück mit einer Masse von 67 Gramm ist Teil der Meteoriten-Schausammlung am Naturhistorischen Museum Wien.

Einzelnachweise

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