Albert Conradi

deutscher Landwirtschaftsschuldirektor und Träger des Ehrentitels Königlicher Ökonomierat From Wikipedia, the free encyclopedia

Albert Conradi, vollständiger Name Albert Heinrich Ferdinand Conradi (* 1851 in Seelbach (Nassau); † 1908 in Wiesbaden), war ein deutscher Landwirtschaftsschuldirektor und Träger des Ehrentitels Königlicher Ökonomierat.

Leben

Albert Conradi wurde 1851 in Seelbach in der Pfalz geboren. Nach dem Abitur studierte er Land- und Volkswirtschaft und wirkte zunächst für ein Jahr als Landwirtschaftslehrer an der Ackerbauschule in Zwätzen bei Jena, um danach die Leitung der Ackerbauschule im mecklenburgischen Dargun zu übernehmen. Von dort war er als Wanderlehrer in ganz Mecklenburg tätig. Am 19. Dezember 1877 trat Conradi eine Direktorenstelle im holsteinischen Hohenwestedt an und wandelte die dortige Landwirtschaftliche Lehranstalt – bis dahin waren drei Semester Allgemeinbildung und lediglich ein Semester Fachunterricht vorgesehen gewesen – in eine dreisemestrige Ackerbauschule um. Conradis Bildungsziel war es, junge Landwirte zu befähigen, Landwirtschaft rationell zu betreiben und kommunale Ämter übernehmen zu können. Neben Ackerbau und Viehzucht legte er den Schwerpunkt auf Betriebswirtschaftslehre. Mit seinem Lehrkörper führte er Feldversuche zur Weiterentwicklung des Acker- und Pflanzenbaues durch. Des Weiteren setzte Conradi auf Verbesserungen in Tierzucht und -haltung und war in zahlreichen Tierzuchtverbänden und -vereinen aktiv. In Vorträgen gab er unter anderem seine Erkenntnisse, die er während einer Studienreise nach Chicago über die dortige Rinderzucht und Fleischvermarktung gewonnen hatte, weiter. Conradi verfasste mehrere Unterrichtswerke. Durch seine Persönlichkeit und Tatkraft verschaffte er der Lehranstalt einen guten Ruf im In- und Ausland.[1][2]

Auf Conradis Initiative hin wurden die Landfrauenschulen in Hanerau-Hademarschen (1904) und in Glücksstadt (1909) gegründet.[3]

Neben der Arbeit für die Schule setzte er sich auch für den Ort Hohenwestedt ein. So gründete er mit seinen Landwirtschaftsschülern eine Hilfsfeuerwehr, gehörte 1889 zu den Gründervätern einer Anpflanzungsgenossenschaft, die die Parkanlage Wilhelmshöhe ermöglichte, und übernahm deren Vorsitz. Im Jahr 1907 trat er nach dreißigjähriger Direktorentätigkeit in den Ruhestand.

Mit seiner Ehefrau Helene Luise Friederike hatte Conradi einen Sohn Paul, der 1915 im Ersten Weltkrieg fiel, und eine Tochter Hanna.

Albert Conradi starb 1908 während eines Kuraufenthaltes in Wiesbaden, seine letzte Ruhestätte fand er in Jena.[1]

Veröffentlichungen

  • Betriebslehre. Landwirtschaftliche Unterrichtsbücher, Band 7, Paul Parey, Berlin 1893, 5. Auflage 1913.
  • Fütterungslehre. Landwirtschaftliche Unterrichtsbücher, No 17, Paul Parey, Berlin 1895, 2. Auflage 1897.
  • Tierzuchtlehre. Landwirtschaftliche Unterrichtsbücher, Paul Parey, Berlin 1906.

Würdigungen

  • Anlässlich seines 25-jährigen Dienstjubiläums 1902 erhielt Conradi den Ehrentitel Königlicher Ökonomierat.
  • An seiner Wirkungsstätte Hohenwestedt wurde eine Straße, der Conradiring, nach ihm benannt.

Einzelnachweise

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