Albert Maignan
französischer Maler, Zeichner, Radierer und Illustrator
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Albert Pierre René Maignan (* 14. Oktober 1845 in Beaumont-sur-Sarthe; † 29. September 1908 in Saint-Prix, Département Val-d’Oise) war ein französischer Maler, Zeichner, Radierer und Illustrator. Er zählte zu den erfolgreichen Salonmalern und Dekorationskünstlern der Belle Époque.[1]

Leben
Albert Maignan wurde 1845 in Beaumont-sur-Sarthe geboren. Ab 1864 studierte er in Paris Rechtswissenschaft, war jedoch bereits während dieser Zeit künstlerisch tätig. 1865 wurde er Schüler von Jules Noël. Nach Abschluss seines Jurastudiums im Jahr 1866 setzte er ab 1869 seine künstlerische Ausbildung bei Évariste Luminais fort und knüpfte dabei Kontakte zum Künstlerkreis um Eugène Isabey. Albert Maignan stellte ab 1867 regelmäßig im Salon des Artistes Français aus. In seinen frühen Jahren schuf er vor allem Landschaften im Stil der Schule von Barbizon, aber auch Stadt- und Architekturansichten – unter anderem von Paris und Rouen – sowie Interieurs. Er experimentierte mit unterschiedlichen Techniken und setzte sich mit verschiedenen künstlerischen Strömungen auseinander. Zugleich entwickelte er ein ausgeprägtes Interesse für Archäologie und betätigte sich als Kunstsammler.[1]
Ab den 1870er Jahren widmete sich Albert Maignan der Historienmalerei. Er bevorzugte großformatige, vielfigurige Darstellungen zu Themen aus der französischen Geschichte und Literatur und legte Wert auf historische Genauigkeit. 1875 reiste er erstmals nach Italien, wo er insgesamt achtmal weilte. Besonders die Eindrücke aus Venedig führten zu einer Aufhellung seiner Farbpalette und zu einer stärkeren Betonung von Lichtwirkungen. Dem Impressionismus schloss er sich jedoch nicht an. In den 1880er- und 1890er-Jahren zeigen viele seiner Werke symbolistische Merkmale, die mit komplexen Lichteffekten und harmonischen Farbwerten verbunden sind. Ab etwa 1889 widmete er sich zunehmend der dekorativen Wand- und Deckenmalerei. Er erhielt zahlreiche öffentliche Aufträge für temporäre Ausstellungsbauten, Kirchen, Theater und staatliche Gebäude. 1905 wurde er in die Ehrenlegion aufgenommen. Albert Maignan starb am 29. September 1908 in Saint-Prix.[1]
Werk
Das Œuvre Albert Maignans umfasst Landschaften, Interieurs, Porträts, Historienbilder sowie dekorative Monumentalmalerei. Zu seinen bekannten Gemälden zählen Départ de la flotte normande pour la conquête de l’Angleterre, Dives 1066, Derniers moments de Chlodobert, Dante, conduit par l’ombre de Virgile, rencontre Matelda au purgatoire, Les voix du tocsin, Carpeaux. À l’artiste mourant, les êtres nés de son génie viennent donner le baiser d’adieu und La muse verte. Albert Maignan schuf unter anderem Wand- und Deckenmalereien für das Hôtel de Ville von Paris[2], das Foyer der Opéra-Comique und den Gare de Lyon. Für das Restaurant Le Train Bleu kreierte er großformatige Darstellungen von Städten und Genreszenen. Darüber hinaus entwarf er Kartons für Gobelins sowie Glasfenster für Kirchen und illustrierte literarische Werke von Pierre Corneille, Victor Hugo und Alfred de Musset. Seine Werke befinden sich heute unter anderem im Musée de Picardie in Amiens, im Musée des Beaux-Arts in Angers und im Musée du Petit Palais in Paris.[1]
Werke (Auswahl)
- Albert Maignan: Le départ d’Hector. Princeton University Art Museum
- Albert Maignan: Hommage à Clovis II (1883). Musée des Beaux-Arts de Rouen
- Wandgemälde von Albert Maignan im Pariser Restaurant Le Train Bleu in der Halle des Bahnhofs Gare de Lyon, Paris
- Albert Maignan: L'amiral Carlo Zeno (1878). Palais des Beaux-Arts de Lille
- Albert Maignan: Plakat zur Premiere von Jules Massenets Oper Ariane. Farblithografie (1906)
Literatur
- Maignan, Albert. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 23: Leitenstorfer–Mander. E. A. Seemann, Leipzig 1929, S. 570 (Textarchiv – Internet Archive).
- Gérald Schurr, Pierre Cabanne: Les petits maîtres de la peinture, 1820–1920, Band II, Paris 1996, S. ?.
- Dominique Mallet: Albert Maignan et son œuvre, Mamers, 1913.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 9: Maele – Müller. Paris 2006, S. ?.