Albert Schumann

deutscher Gymnasiallehrer und Autor From Wikipedia, the free encyclopedia

Albert Schumann (* 4. Februar 1835 in Gotha; † 24. Februar 1897 in Aarau, Kanton Aargau, Schweiz) war ein deutscher Lehrer, Historiker, Geograph und Bibliothekar.

Portrait als Bezirksschullehrer und Stadtbibliothekar Zofingen

Leben

Albert Schumann wurde am 4. Februar 1835 in Gotha als Sohn des Kaufmanns Ernst Christian Schumann und Ernestine Schumann (geb. Zacher) geboren. Er verbrachte seine Jugendjahre in Gotha. Als einziger Sohn wurde er besonders gefördert und durfte studieren, nachdem er 1856 als Klassenbester die Maturitätsprüfung bestand. Er studierte zunächst Geschichte und Germanistik an den Universitäten in Jena, in Bonn, wo er sich mit Ernst Götzinger befreundete, und in Göttingen. 1859 ging er nach Hamburg als wissenschaftlicher Privatsekretär des Historikers Johann Martin Lappenberg. Nach einer negativ verlaufenen Bewerbung an der Göttinger Bibliothek übersiedelte Schumann 1860 in die Schweiz, wo er 22 Jahre als Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Bezirksschule in Zofingen tätig war. Da diese Stelle aus der alten Provisorei hervorgegangen war, musste Schumann an Festtagen in der Kirche die Evangelien lesen. Nebenher betreute er von 1867 bis zu seinem Lebensende die Stadtbibliothek Zofingen. Hierbei bewältigte er die erste, vollständige Katalogisierung der Bibliothek und fertigte alle 2 Jahre Nachtragskataloge an.

Schumann war der Autor von 133 Artikeln für die Allgemeine Deutsche Biographie und Mitarbeiter an Karl Goedekes Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung. Von 1888 bis 1895 erschienen in der Argovia die von Schumann veröffentlichten Übersichten über das aargauische Schrifttum. 1863/64 war er Redakteur und Herausgeber der Wochenschrift Aus dem Wiggerthale, einer Beilage des Zofinger Volksblattes, von der 20 Ausgaben erschienen.[1]

Albert Schumann heiratete am 18. April 1870 in Rheinfelden AG Marie Katharina Ringier, die Tochter des Zofinger Stadtamtmanns Friedrich Ringier und dessen Frau Charlotte, geb. Siegfried. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor: Friedrich Ernst Adalbert (1871), Frida Bertha (1872), Hildegart Bertha (1873) und Irmgard Hedwig (1875).[2]

Ab 1882 lehrte Albert Schumann für zehn Jahre als Professor für Geschichte und Geografie an der Alten Kantonsschule in Aarau. Er siedelte hierzu mit seiner Familie von Zofingen nach Aarau um. 1892 wurde das mit der Schule verbundene Progymnasium aufgehoben, und Albert Schumann trat in den Ruhestand.

Im Nekrolog wird Albert Schumann als „eine gerade und ehrliche Natur, anspruchslos und bescheiden, mit einer von seiner Mutter ererbten überaus grossen Herzensgüte und Gewissenhaftigkeit“ beschrieben. Seine Frau Marie überlebte ihn um 29 Jahre und starb 1926 mit 77 Jahren.[3]

Schriften

  • Aus dem Wiggerthale. Blätter zur Anregung und Belehrung. Rudolf Steinegger, Zofingen 1863/64.[4]
  • Aargauische Schriftsteller. Aus den Quellen dargestellt. Lfg. 1, Aarau 1887.[4]
  • Ein Idyll in bewegter Zeit. (Der Philosoph Jakob Friedrich Fries als Hauslehrer in Zofingen 1797–1800). In: Taschenbuch der historischen Gesellschaft des Kantons Aargau, 1898.[4]
  • Alle ADB-Artikel von Albert Schumann

Literatur

  • Otto Mittler: Albert Schumann (1835–1897). In: Biographisches Lexikon des Kantons Aargau (= Argovia, Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau. Band 68–69). 1958, S. 703–705 (Digitalisat).
Wikisource: Albert Schumann – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

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