Albert Wolfschmidt

deutscher Spirituosenfabrikant (1816-1895) From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben und Wirken

Albert Wolfschmidt war ein Sohn des Justizwachtmeisters Friedrich Leopold Wolfschmidt und von Elisabeth Kamrusch.[1] 1845 gründete er die erste Spirituosenfabrik in Riga, der größten Stadt in den Ostseegouvernements Russlands.Die Firma A. Wolffschmidt. In: [2] Er stellte Liköre, Wodka, Kräuterbitter, Branntweine und weitere Getränke her und besaß auch eine Presshefefabrik.

Am bekanntesten wurde sein Rigaer Schwarzer Balsam, den er nach dem Rezept von Abraham Kunze weiterentwickeln ließ und der 1860 eine Medaille in St. Petersburg erhielt. Bei der Weltausstellung 1873 in Wien wurde er für seine Liköre mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet,[3] bei der Weltausstellung 1878 in Paris sogar mit der Goldmedaille.[4] Zudem erhielt er bei der Gewerbeausstellung in Mitau 1875 eine Silbermedaille.[5] Es gab auch eine Niederlassung in Hamburg und wahrscheinlich in weiteren Städten.[6]

1858 wurde Wolfschmidt in die Literärisch-praktische Bürger-Verbindung, die gesellschaftlich wichtigste Vereinigung in Riga aufgenommen.[7]

Bei den Stadtverordnetenwahlen am 12. März 1886 wurde Albert Wolfschmidt von der 1. Wählerklasse in den Stadtrat gewählt.[8] Er war Mitglied der Steuerbehörde, die an der Festsetzung der örtlichen Akzise mitwirkte.[9]

Seine Lebensleistung als erfolgreicher Unternehmer würdigte die in Riga erscheinende Zeitung Mājas Viesis mit einem ausführlichen Nachruf.[10]

Nachleben

Nach seinem Tod 1895 wurde das Unternehmen A. Wolfschmidt AG von seinem Sohn Albert Wolfschmidt weitergeführt, Aufsichtsratsvorsitzender war sein Schwiegersohn Christian von Stritzky, später waren dessen Nachkommen Miteigentümer. Der Rigaer Schwarze Kräuter Kunzens Balsam erhielt Auszeichnungen in Paris 1900 und 1937 und in Brüssel 1935.[11]

Die Marken Wolfschmidt Kümmel und Wodka Wolfschmidt bestehen bis in die Gegenwart. Das ehemalige Rittergut Wolfschmidtshof (lettisch Volfšmita muižiņa) steht am Botanischen Garten der Universität Riga, auch der umfangreiche Fabrikkomplex ist erhalten.[12]

Ehe und Nachkommen

Albert Wolfschmidt war mit Anna Charlotte Katharine Roeder (um 1824–1891) verheiratet.[13][14] Sie hatten vier Kinder:

  • Anna Clara (1848–1904), verheiratet mit Christian von Stritzky, der danach der wichtigste Brauereiunternehmer in den Ostseegouvernements wurde
  • Charlotte Louise Adelina (* 1850), verheiratet mit Carl Roeder (* 1840), Kaufmann in Hamburg, ein Verwandter der Mutter
  • Ernst Albert (= Albert jun./Albert Albertowitsch) (1851–nach 1911), ab 1878 mit Prokura in der väterlichen Firma tätig,[15] nachfolgender Mitinhaber des Unternehmens und niederländischer Konsul in Riga[16][17]
  • Carl Albinus (1853–1854)

Literatur

Einzelnachweise

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