Albrecht Becker (Architekt)
deutscher Architekt
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Albrecht Becker (* 22. Februar 1840 in Rostock; † 23. Oktober 1911 in Mallenzin bei Groß Schwirsen, Pommern; vollständiger Name: Johann Albrecht Becker)[1] war ein deutscher Architekt.

Leben
Becker wurde in Rostock geboren und wuchs auf einem Gut in der Umgebung Rostocks auf. In Rostock besuchte er das Gymnasium. Aus familiären Gründen musste er zeitweise in Wismar die Mittelschule besuchen, bevor er zurück aufs Gymnasium wechseln konnte. Daneben absolvierte er in Wismar eine Maurerlehre. Weiterhin arbeitete er bei der Eisenbahnverwaltung in Bromberg und beim Rostocker Bauinspektor Friedrich Saniter, dem Bruder seiner Mutter. Von 1862 bis 1865 studierte er an der Berliner Bauakademie, mit abschließender Bauführerprüfung. Anschließend war er bis 1867 u. a. bei Ende & Böckmann als Bauleiter beim Hotel de Rome in Berlin tätig. 1873 bestand er die Baumeisterprüfung, im gleichen Jahr heiratete er Maria Helene Elise Karolina Franz (1844–1879).[2] Bis 1876 war er zusammen mit Saniter in Rostock als Privatarchitekt tätig. Richard Lucae, den er bereits während seiner Ausbildung kennengelernt hatte, bot ihm eine Anstellung als Bauleiter für den Bau der Alten Oper in Frankfurt am Main an. Während dieser Zeit unternahm er Studienreisen nach Dresden, Leipzig und Wien sowie nach Frankreich. Nach Lucaes frühem Tod 1877 vollendete Becker dieses Bauwerk[3] zusammen mit Edgar Giesenberg. Nach der Einweihung des Opernhauses im Jahre 1880 und dem frühen Tod seiner Frau ging er wieder für kurze Zeit zurück nach Rostock, bevor er sich dann 1882 in Berlin niederließ. Er wirkte von 1884 bis 1886 im Baubüro für den Bau des Berliner Reichstagsgebäudes im Atelier von Wilhelm Haeger und betrieb ab 1886 gemeinsam mit Emil Schlüter ein privates Architekturbüro. In dieser Zeit entstanden eine Reihe von Bauten in Berlin. Becker wurde zum königlichen Baurat ernannt und war ab 1890 Mitglied in der Vereinigung Berliner Architekten (VBA). Zehn Jahre lang gehörte er auch dem Vorstand des Berliner Architektenvereins an. Er hatte eine Tochter und drei Söhne. Sein jüngster Sohn Ulrich erwarb 1910 das pommersche Gut Mallenzin, wo Albrecht Becker 1911 starb. Er liegt auf dem Frankfurter Hauptfriedhof begraben.[1]
Bauten (Auswahl)
- 1873: Schloss Kaarz (zusammen mit Saniter)
- 1873–1874: Geschäfts- und Wohnhaus, Berlin, Werderstraße 9–12 (mit Schlüter; Sitz des Gerson & Co. Mode-Bazar)[4]
- 1888–1890: Jerusalem-Stift, Berlin, Zeughofstraße 12–15 (mit Schlüter)[5]
- 1889–1890: Villa Hildebrand (heute Literaturhaus Berlin) in Berlin, Fasanenstraße 23 (mit Schlüter, Denkmalschutz)[6]
- 1889–1891: Erziehungsanstalt / Haushaltungsschule „Tanneck“ für Lucie Crain in Charlottenburg-Westend, Kaiserdamm 38 (mit Schlüter; im Zweiten Weltkrieg zerstört)[7]
- 1896–1898: Pestalozzi-Fröbel-Haus (Henriettenhaus) in Schöneberg (mit Schlüter, Denkmalschutz)[8]
- 1897–1898: Bismarck-Gymnasium (spätere Marcel-Grateau-Oberschule) in Wilmersdorf, Pfalzburger Straße 30/31 (nach Kriegsschäden vereinfacht wiederhergestellt)[9]
- 1897–1898: Gemeindeschule in Wilmersdorf, Gieselerstraße 1–7 (Denkmalschutz)[10]
- 1898: Verwaltungsgebäude für die Tiefbau-Berufsgenossenschaft in Wilmersdorf (mit Schlüter, Denkmalschutz)[11]
- 1901–1902: Villa Vanselow in Nikolassee (mit Schlüter, Denkmalschutz)[12]
- Beteiligung an späteren Ergänzungsbauten des Hauptgebäudes für das Garnison-Lazarett in Berlin-Mitte (Denkmalschutz)[13]
Literatur
- Knoblauch: Albrecht Becker †. In: Zentralblatt der Bauverwaltung, 31. Jahrgang 1911, Nr. 89 (vom 4. November 1911), S. 551.
- Uwe Kieling: Berliner Privatarchitekten und Eisenbahnbaumeister im 19. Jahrhundert. (= Miniaturen zur Geschichte, Kultur und Denkmalpflege Berlins, Nr. 26.) Kulturbund der DDR, Berlin 1988, S. 7.