Alexander Balthasar

österreichischer Verwaltungsbeamter und Staatswissenschaftler From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Nach dem Abitur am humanistisch-neusprachlichen Gymnasium Leopoldinum Passau (1980) studierte Balthasar Geschichte (Mag. phil.) und Rechtswissenschaften (Dr. iur.) an der Universität Wien.[1] Er ist seit November 2013 Privatdozent für Verfassungsrecht und Allgemeine Staatslehre an der Karl-Franzens-Universität Graz[2], war von August 2024 bis Februar 2025 Professor und Ko-Direktor des rektoratsunmittelbaren Instituts für Staatswissenschaft (ISW) an der Sigmund-Freud-Privat Universität Wien,[3][4] ist seit Juli 2020 Leiter des Instituts für Staats- und Militärrecht an der Landesverteidigungsakademie des Österreichischen Bundesheeres in Wien[5], ferner derzeit Vizepräsident des Internationalen Instituts für Verwaltungswissenschaften (IIAS; Brüssel) für Westeuropa[6] und Mitglied der Wissenschaftskommission beim österreichischen Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) sowie der Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften für die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Dienststellen des BMLV.[7][8]

Balthasar begann seine berufliche Laufbahn im österreichischen Wirtschaftsministerium; weitere Stationen waren u. a.: Verfassungsdienst des österreichischen Bundeskanzleramtes (BKA), Mitglied des unabhängigen Bundesasylsenates sowie des unabhängigen Umweltsenates, Leiter des Instituts für Staatsorganisation und Verwaltungsreform im BKA[9][10][11][12][13][14] sowie rechtspolitischer Berater des dortigen Generalsekretärs[15][16] ebenso wie desjenigen im BMLV[5]; Balthasar war ferner nationaler Experte bei der EU-Agentur für Grundrechte[5], Mitglied des Gremiums für die Sicherheitsakkreditierung der jetzigen EU-Agentur für das Weltraumprogramm[5], Mitglied des Bureau des European Committee on Democracy and Governance (CDDG) des Europarates[17][18] sowie Koordinator der Fachgruppe Verwaltungsrecht des European Law Institute (ELI)[19] und hatte bis August 2023 eine mehrjährige Gastprofessur für öffentliches Recht an der Andrássy Universität Budapest (AUB) inne.[15][20]

Auszeichnungen und Preise

Veröffentlichungen (Auswahl)

Monographien

  • »Wissen« und »Macht« – Einheit oder Gegensatz?: Zur Sachverhaltsermittlung im Gesetzgebungsverfahren – zugleich eine Lehre vom Recht und vom Rechtsstaat. Jan Sramek Verlag KG, Wien 2024, ISBN 978-3-7097-0371-7.
  • Vernachlässigtes Verfassungsrecht. Jan Sramek Verlag KG, Wien 2023, ISBN 978-3-7097-0325-0.
  • Corona Rules and Rule of Law – the Austrian Case. Schriftenreihe der Landesverteidigungsakademie Bd. 12/2021, Wien 2022, ISBN 978-3-903359-38-3.
  • Absolute Nichtigkeit genereller Normen in der österreichischen Rechtsordnung. Jan Sramek Verlag KG, Wien 2016, ISBN 978-3-7097-0122-5.
  • Die Beteiligung im Verwaltungsverfahren. Springer, Wien/New York 2010, ISBN 978-3-7046-6144-9.
  • Grenzen und Gefahren des Schutzes der Grundrechte. Fünf Studien. Jan Sramek Verlag KG, Wien 2009, ISBN 978-3-902638-06-9.
  • Die österreichische bundesverfassungsrechtliche Grundordnung unter besonderer Berücksichtigung des demokratischen Prinzips. Versuch einer Interpretation. Springer, Wien/New York 2006, ISBN 978-3-7046-5881-4.
  • Die unabhängigen Verwaltungssenate. Verwaltungsbehörden und / oder Verwaltungsgerichte?. Manz Verlag, Wien 2000, ISBN 3-214-07962-X.

Herausgeberschaften

  • mit Christoph Ebner: Tu felix Austria? Staatswissenschaftliche Untersuchungen. Jan Sramek Verlag KG, Wien 2025, ISBN 978-3-7097-0395-3.
  • mit Stephanie Bock: Fragen rund um das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofes. Jan Sramek Verlag KG, Wien 2025, ISBN 978-3-7097-0387-8.
  • Militärrecht. Kurzkommentar mit Normensammlung. Facultas, Wien 2024, ISBN 978-3-7089-2510-3.
  • mit Paul Ertl, Günther Fleck und Marcin Lech: Internationale Perspektiven im 21. Jahrhundert – Recht, Politik, Gesellschaft. Jan Sramek Verlag KG, Wien 2022, ISBN 978-3-7097-0292-5.
  • mit Attila Vincze: Hundert Jahre österreichisches Bundes-Verfassungsgesetz. Die Perspektive von außen. Jan Sramek Verlag KG, Wien 2021, ISBN 978-3-7097-0259-8.

Beiträge in Büchern (Auswahl)

  • Salus populi suprema lex esto – oder etwa doch nicht? In: Peter Hilpold, Andreas Raffeiner, Walter Steinmeier (Hrsg.): Rechtsstaatlichkeit, Grundrechte und Solidarität in Österreich und Europa. Festgabe zum 85. Geburtstag von Professor Heinrich Neisser, einem europäischen Humanisten. Facultas, Wien 2021, ISBN 978-3-7089-2069-6.
  • The Austrian Perception of the Council of Europe With Particular Regard to Administrative Law. In: Ulrich Stelkens, Agnė Andrijauskaitė (Hrsg.): Pan-European Principles of Administrative Law. Oxford University Press, Oxford 2020, ISBN 978-0-19-886153-9.
  • Der ReNEUAL-Musterentwurf aus nationaler Perspektive: Österreich. In: Jens-Peter Schneider, Klaus Rennert, Nikolaus Marsch (Hrsg.): ReNEUAL Musterentwurf für ein EU-Verwaltungsverfahrensrecht. Tagungsband. C.H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-69999-3.
  • Balthasar, Alexander. „Zur Frage nach der Qualität einer demokratischen Entscheidung“. In: Theo Öhlinger, Klaus Poier (Hrsg.): Direkte Demokratie. Böhlau Verlag, Wien/Köln/Graz 2015, ISBN 978-3-205-79665-7.
  • Baustelle Bundespräsident: Legistischer Reformbedarf rund um das Amt des Bundespräsidenten, in: Franz Matscher, Peter Pernthaler, Andreas Raffeiner (Hrsg.): Ein Leben für Recht und Gerechtigkeit. Festschrift für Hans R. Klecatsky zum 90. Geburtstag. NWV (Neuer Wissenschaftlicher Verlag), Wien 2010, ISBN 978-3-7083-0705-3.

Einzelnachweise

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