Alexander Gustav von der Lieppen
preußischer Landrat und Feuersozietätsdirektor
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Alexander Gustav von der Lieppen, eigentlich Alexander Gustav von Liepe(n), (geb. 1737 in Berlin; gest. 3. August 1797 in Blankenfelde) war ein preußischer Landrat und Feuersozietätsdirektor.
Herkunft
Alexander Gustav von der Lieppen, zumeist von Liepe(n), war ein Sohn des Ernst Ludwig von Lieppen (* 5. Juni 1691 in Blankenfelde; † 12. Mai 1748), Erbherr auf Blankenfelde und dem benachbarten Glasow, bei Berlin. Seine Mutter war Christina Elisabeth von Schlabrendorff.[1] Der Vater war einst einer der ersten Zöglinge[2] der eigens für den märkischen Landadel gegründeten Ritterakademie Brandenburg. Seine Familie hatte im späten Mittelalter einen hohe Bekanntheit in Brandenburg-Preußen, zumindest im Großraum von Berlin[3][4] und zählte einst zu den besten Junkern[5][6] aus dem Teltow.
Leben

Alexander Gustav immatrikulierte sich nach seiner Gymnasiumszeit im Oktober 1755 an der Universität Frankfurt (Oder). Nach Ende seines Studiums nahm er ab 1760 die Bewirtschaftung des väterlichen Guts auf. Zu Beginn des Jahres 1770 wurde er von den Ständen zum Nachfolger von Johann Otto von Wilmersdorf[7] als Landrat (damals Land-Rath) des Teltowischen Kreises gewählt. Nachdem er am 23. Juni 1770 in Anwesenheit des Ministers von Friedrich Wilhelm von Derschau das Große Examen abgelegt hatte, wurde er am 16. Juli 1770 zum Landrat bestallt. Nach 20-jähriger Amtszeit bat er im Oktober 1790 um seinen Abschied vom Posten als Landrat, die Dimmissionierung erfolgte am 17. November 1790.
Ihm im Amt folgte Wilhelm von Hake. Im Anschluss war er noch als Feuersozietätsdirektor im Landkreis Teltow tätig.
Persönliches

Alexander Gustav von der Lieppen saß auf Blankenfelde und war mit der Tochter des Rittmeisters Joachim Ernst von Otterstedt auf Brusendorf-Mittenwalde, verheiratet. Kurzzeitig gelang er nach Ernst Fidicin in das Erbe des dortigen Gutes und verkaufte es weiter an Herrn Bogislaw von Preuß.[8] Nach seinem Tod veräußerte die Witwe das eigene, verschuldete, Gut Stücken bei Beelitz im späteren Landkreis Zauch-Belzig im Wert von 54.000 Talern. Die Familie von Liepe(n) starb nach älteren historischen Kenntnissen mit ihm genealogisch aus.[9] Das Gut Blankenfelde erwarb zunächst die aufsteigende nobilitierte Familie von Eckardstein, dann bald die Familie von Haeseler.[10]
Literatur
- Landrat Alexander Gustav von Lieppen, In: Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85; K. G. Saur Verlag, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 575.
- Alexander Gustav von Liepe(n), In: Udo Geiseler, Christiane Salge: Blankenfelde. In: Peter-Michael Hahn, Hellmut Lorenz (Hrsg.): Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz. Band 1, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann, Berlin 2000, ISBN 3-87584-024-0, S. 86–87.
- Alexander Gustav von Liepe(n), In: Udo Geiseler, Christiane Salge: Blankenfelde. In: Peter-Michael Hahn, Hellmut Lorenz (Hrsg.): Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz. Band 2, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann, Berlin 2000, ISBN 3-87584-024-0, S. 38–40.