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Alexander Kartosia

georgischer Germanist, Politiker und Diplomat From Wikipedia, the free encyclopedia

Alexander Kartosia (georgisch ალექსანდრე გურამის ძე კარტოზია; englisch Alexander Kartozia; * 8. Januar 1959 in Tiflis) ist ein georgischer Germanist, Politiker und Diplomat.

Werdegang

Kartosia absolvierte ab 1975 ein Studium an der Fakultät für westeuropäische Sprachen und Literaturen der Staatlichen Universität Tiflis. Von 1977 bis 1979 studierte er an der Abteilung für deutsche Sprache und Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1981 schloss er das Studium in Tiflis mit dem Diplom ab. 1986 wurde er an der Universität Tiflis mit einer sprachwissenschaftlichen Arbeit bei Guram Ramischwili promoviert.

Von 1981 bis 1982 war Kartosia als Übersetzer am Lehrstuhl für Maschinenbautechnologie der Georgischen Technischen Universität tätig. Von 1982 bis 1983 war er gemeinsam mit Chatuna Zinzadse Redakteur und Moderator der TV-Serie Wir lernen Deutsch im Georgischen Rundfunk. 1983 war er gemeinsam mit Guram Ramischwili Mitgründer der Deutschen Schule Tiflis, wo er bis 1986 selbst als Deutschlehrer tätig war. Daraufhin war er von 1986 bis 1988 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Laboratorium für experimentelle Phonetik am Lehrstuhl für allgemeine Sprachwissenschaft der Universität Tiflis. 1988 war er Dozent am Deutschen Institut der Fakultät für westeuropäische Sprachen und Literaturen der Universität Tiflis.

Schließlich war er von 1989 bis 1997 Leiter des Lehrstuhls für Deutsche Philologie der Universität Tiflis. 1990 nahm er einen Lehrauftrag an der Universität des Saarlandes zum Thema „Literarische Übersetzung“ am Lehrstuhl von August Stahl wahr. Von 1994 bis 1996 war er über ein Forschungsstipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich „Literarische Übersetzung“ an der Georg-August-Universität Göttingen bei Horst Turk. 1995 habilitierte er dort. 1996 richtete er eine Arbeitsstelle für interkulturelle Forschung an der Universität Tiflis ein.

Von 1997 bis 1998 war Kartosia Leiter der Nationalen Bibliothek Georgiens. 1998 wurde er von Präsident Eduard Schewardnadse zum Bildungsminister Georgiens ernannt. Er hatte dieses Amt bis 2004, als ihm Aleksandre Lomaia nachfolgte, inne. Von 2005 bis 2006 lehrte er unter Wiederaufnahme des Alexander-von-Humboldt-Forschungsstipendiums an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Daraufhin war er über ein Forschungsstipendium der Fritz Thyssen Stiftung am Forschungsprojekt „Entwicklung, Charakter und Funktion der alternativen Kultur in Georgien von 1953 bis 1991. Zur Frage des Zerfalls diktatorischer Systeme von innen heraus.“ tätig, das in Zusammenarbeit des Lotman-Instituts für russische und sowjetische Kultur der Ruhr-Universität Bochum unter Karl Eimermacher mit der Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen unter Wolfgang Eichwede gebildet wurde.

Von 2007 bis 2013 war Kartosia Lehrbeauftragter für Kaukasusstudien an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) am Lehrstuhl von Konstanze Jungbluth sowie für Georgische Sprache und Literatur an der Freien Universität Berlin am Lehrstuhl von Johannes Niehoff-Panagiotidis. 2013 kehrte er nach Georgien zurück, wo er Professor für deutsche Sprache und Übersetzung an der Universität Tiflis wurde. 2022 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.[1]

Im September 2025 wurde Kartosia zum Botschafter Georgiens in Deutschland ernannt.[2] Am 23. Juli 2026 wurde er von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier akkreditiert.[3][4]

Werke (Auswahl)

  • herausgegeben gemeinsam mit Eduard Schreiber: Zug nach Tbilissi. Ein Lesebuch. Suhrkamp Verlag, Berlin 2018.

Einzelnachweise

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