Alexander Luther (Jurist)
Jurist und Sekretär des evangelisch-lutherischen Konsistoriums in Moskau
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Alexander Eduard Dietrich Luther (* 1. Juni 1825 in Reval, Gouvernement Estland, Russisches Kaiserreich; † 12. September 1892 in Moskau) war ein deutschbaltischer Jurist und Sekretär des evangelisch-lutherischen Konsistoriums in Moskau.
Leben und Wirken
Alexander Luther stammte aus einer angesehenen baltendeutschen Familie, deren Vorfahren mit Martin Luther verwandt waren. Sein Vater Dietrich Martin Luther (1772–1849) war Herausgeber der Revalschen Wöchentlichen Nachrichten, die Mutter Marianne Johanna war eine Tochter des Gymnasialprofessors Ernst August Hoerschelmann, der der Gründer dieser Zeitung war. Alexander hatte zehn Geschwister, darunter Carl Dietrich Luther (1814–1890), der Militärarzt wurde und Robert Luther (1816–1888) der Pfarrer und Familiengenealoge wurde. Alexander Luther besuchte das deutschsprachige Gymnasium in Reval. In dieser Zeit unterstützte er seinen Vater auch intensiv bei der Erstellung der Revalschen Wöchentlichen Nachrichten.[1] Seit 1844 studierte er Jura an der Universität Dorpat und schloss dieses 1849 ab.
1850 wurde Alexander Luther Kanzlist (Kanzleimitarbeiter) beim evangelisch-lutherischen Konsistorium in Moskau, 1851 Notar und 1854 Sekretär (Geschäftsführer).[2] Seit 1861 war er stattdessen weltlicher Beisitzer des Konsistoriums. Seit 1864 war er als selbstständiger Rechtsanwalt in Moskau tätig und beendete deshalb 1866 alle Tätigkeiten für das Konsistorium.
Alexander Luther war auch Mitglied im Schulrat der evangelischen Armen- und Waisenschule in Moskau seit 1851 und dessen Präses von 1880 bis 1886. Außerdem wirkte er in weiteren meist evangelischen Organisationen in Moskau ehrenamtlich mit. Er war mit Caroline Frese (1836–1880), einer Tochter von Propst Theodor Frese, verheiratet. Sie hatten zehn Kinder, darunter[3]
- Wilhelm Viktor Dietrich Luther (1876–1940), Schiffbauingenieur im Range eines Generals in Russland und der Sowjetunion
- Robert Luther, Professor für Chemie in Leipzig und Dresden
Literatur
- Alexander Luther, in Moskauer Deutsche Zeitung, Nr. 274, vom 8. oder 9. Oktober 1892, Nachruf, übernommen in Revalsche Zeitung vom 10. Oktober 1892, S. 2 (2. und 3. Spalte)
- Robert Luther: Genealogie Lutherorum redivia oder Nachrichten über die Familie Luther in Esthland und Russland. Reval 1883. S. 77, mit Angaben zu seinen Kindern
- Ludwig Schmidt: Luthers Seitenverwandte. Neustadt 1984. S. 208, mit kurzer Erwähnung
Weblinks
- Alexander Eduard Dietrich Luther, Erik-Amburger-Datenbank, mit vielen biographischen Details
- Alexander Luther, Fotis (estnisch), mit Foto
- Alexander Eduard Dietrich Luther, BBLD