Alexander Pionteck
deutscher Rechtswissenschaftler und Soziologe
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Alexander Pionteck (* 8. August 1990 in Gießen) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Soziologe. Seit 2025 ist er Professor für Wirtschafts- und Arbeitsrecht an der Technischen Hochschule Mittelhessen.
Werdegang
Pionteck studierte Rechtswissenschaft und Soziologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie an der Università degli Studi di Genova. Nach Abschluss seines Studiums war Pionteck in Forschung und Lehre tätig. 2016 legte er die Erste Juristische Prüfung und im Jahr 2021 das Zweite Juristische Staatsexamen ab. 2021 wurde er an der Universität Gießen mit der Dissertation Stärkung der Tarifautonomie zum Dr. iur. promoviert.[1] Außerdem erlangte er mit der rechtssoziologischen Masterarbeit Zur Herstellung von Legitimität in der arbeitsgerichtlichen Entscheidungspraxis: von Ideologie zum Rechtsmythos? 2022 in Gießen den Mastergrad.[2]
Im Anschluss war Pionteck für mehrere Jahre als Rechtsanwalt im Arbeitsrecht tätig, zunächst in der Beratung von Unternehmen in einer Wirtschaftskanzlei, dann in einer auf die Beratung von Betriebsräten und Gewerkschaften spezialisierten Sozietät. Er vertrat den Gesamtbetriebsrat eines deutschen Warenhauskonzerns im Zusammenhang mit den Interessenausgleichs- und Sozialplanverhandlungen während eines Insolvenzverfahrens.[3]
2025 folgte Pionteck einem Ruf an die Technische Hochschule Mittelhessen.[4] Dort ist er seitdem als Professor für Wirtschafts- und Arbeitsrecht tätig. Er lehrt Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und Datenschutz.
Forschungsschwerpunkte
Forschungsschwerpunkt von Pionteck ist das Arbeitsrecht, insbesondere das Recht der Betriebsverfassung sowie das Tarifvertrags- und Arbeitskampfrecht. In seiner rechtssoziologischen Forschung analysiert er die Prämissen des Rechts und deren gesellschaftliche Voraussetzungen. In seinem Werk „Zur Herstellung von Legitimität in der arbeitsgerichtlichen Entscheidungspraxis“ untersucht Pionteck verschiedene Mechanismen zur Herstellung von Legitimität in der arbeitsgerichtlichen Entscheidungspraxis.[5] Dieses Buch wurde mehrfach rezensiert, unter anderem in den Zeitschriften Arbeit und Recht 2024[6] und Arbeitsrechtliche Entscheidungen 2024[7]. Im Februar 2026 wurde Pionteck anlässlich des Streiks im öffentlichen Personennahverkehr als Experte bei tagesschau24 interviewt und äußerte sich zu den Auswirkungen des Tarifstreits im Nahverkehr.[8]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Monographien
- Stärkung der Tarifautonomie. Walter de Gruyter, Berlin 2021, ISBN 978-3-11-073613-7.
- Zur Herstellung von Legitimität in der arbeitsgerichtlichen Entscheidungspraxis – von Ideologie zum Rechtsmythos? (Schriftenreihe zur Rechtssoziologie und Rechtstatsachenforschung, Band 98, hrsg. von Manfred Rehbinder und Andreas Voßkuhle). Duncker & Humblot, Berlin 2022, ISBN 978-3-428-18632-7.
- Kommentierung der §§ 87 Abs. 1 Nr. 8, 9 und 130 BetrVG In: Beck’schen Online-Großkommentar Betriebsverfassungsrecht, Verlag C.H.Beck, München 2025.
- Zeitschriftenartikel (Buchbeiträge)
- Kommentierung der §§ 7–8, 14–17, 22–26 ArbZG, § 17 LadSchlG und Vorbemerkung zur Arbeitszeit bei Ladenöffnung. In Stefan Greiner (Hrsg.): Arbeitszeitgesetz (17. Auflage). Verlag C.H.Beck, München 2025, ISBN 978-3-406-72261-5.
- Arbeitnehmerwahlen stärken – Strafbarkeitslücken schließen! In: Recht und Politik, 2024, 60 (3), S. 313–323.
- Mit Ansgar Kalle: ZR-Examensklausur zum Schuldrecht : Das Bauprojekt. In: Jura, 2023, 45 (7), S. 861–873.