Alexander Tamanjan
armenischer Architekt (1878–1936)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Alexander Tamanjan (armenisch Ալեքսանդր Թամանյան, russisch Александр Иванович Таманян; * 4. März 1878 in Jekaterinodar; † 20. Februar 1936 in Jerewan, Armenische SSR) war ein neoklassizistischer Architekt, der das heutige Stadtbild der armenischen Hauptstadt Jerewan maßgeblich geprägt hat.

Leben
Er graduierte 1904 an der Russischen Kunstakademie in Sankt Petersburg. Zu seinen frühen Werken gehören das Schloss von W. P. Kotschubei in Puschkin, damals Zarskoje Selo, 1911–1912; das Haus von Fürst Sergei Alexandrowitsch Schtscherbatow am Nowinski-Boulevard in Moskau, 1911–1913.
1923 kehrte er nach Jerewan zurück, wo er den Ausbau der Stadt anführte. Als Leitender Ingenieur der Armenischen SSR und als Mitglied des Zentralen Exekutivrates der Armenischen SSR (1925–1936) zeichnete er für die städtebaulichen Entwicklungspläne von Leninakan (heute Gjumri) 1925, Nubaraschen (1926), Nor-Bajaset (heute Gawar), Ahta-ahpara (beide 1927) und Etschmiadsin (1927–1928) verantwortlich. Tamanjan erstellte 1924 den ersten Generalplan für Jerewan. Zu seinen bekanntesten Gebäuden dort gehören das Wasserkraftwerk (ERGES-1, 1926), das Opern- und Balletttheater, benannt nach dem Komponisten Alexander Spendiarjan, und der Platz der Republik (1926–1941). Auch als Denkmalschützer trat er in Erscheinung.
Tamanjan starb 1936 in Jerewan und wurde auf dem dortigen Komitas Pantheon begraben.
Ehrungen
Für seinen Beitrag zur Entwicklung der armenischen Architektur wurde Alexander Tamanjan im Jahr 1926 mit dem Titel Volksarchitekt der Armenischen Sozialistischen Sowjetrepublik ausgezeichnet.[1]
In Jerewan befindet sich am Fuße der Kaskaden seit 1974 ein Denkmal zur Erinnerung an Alexander Tamanjan. Der Architekt beugt sich über einen Zeichentisch mit dem Stadtplan der armenischen Hauptstadt.
Alexander Tamanjan wird auch mit einer armenischen Banknote geehrt. Der Geldschein zu 500 Dram zeigt auf der Vorderseite sein Porträt und einen Ausschnitt aus seinem Stadtplan. Auf der Rückseite ist das von ihm entworfene Regierungsgebäude in Jerewan zu sehen.[2]
Werke (Auswahl)

- 1918: Wappen der Republik Armenien, zusammen mit dem Maler Hakob Kojojan (1883–1959)
- 1921: Entwurf und Errichtung des ARF-Pantheons auf dem Gelände der armenischen Kirche St. Sarkis in Täbris, Iran
- 1921–1924: Masterplan von Jerewan, am 3. April 1924 offiziell genehmigt
- 1923–1926: Planung und Errichtung des ersten Wasserkraftwerks von Jerewan
- 1926: Planung einer Studentenstadt in Jerewan
- 1926–1933: Entwurf und Errichtung des Anatomischen Instituts der Medizinischen Fakultät
- 1926–1959: Planung und Errichtung des gynäkologischen Instituts in Jerewan
- 1926–1936: Entwurf und Errichtung des Operntheaters Alexander Spendiarjan
- 1927–1935: Planung und Errichtung des Instituts für Physik und Chemie (später Polytechnikum)
- 1927: Entwurf einer Museumsstadt im Bezirk Kond in Jerewan
- 1928–1938: Entwurf und Errichtung des Wissenschaftlichen Forschungsinstituts (heute Armenische Nationalbibliothek)
- 1929–1931: Entwurf und Errichtung eines Studentenwohnheims auf dem Campus Jerewan
- 1930–1933: Entwurf und Errichtung einer Sternwarte in Jerewan
- 1932–1936: Entwurf und Errichtung des Regierungsgebäudes für die Armenische Sozialistische Sowjetrepublik
Galerie
- Wappen der Republik Armenien (1918–1922)
- Stadtgrundriss für Jerewan (1924)
- Stadtgrundriss für Nubaraschen (1926)
- Regierungsgebäude am Platz der Republik (1926)
- Opernhaus in Jerewan (1933)
Literatur
- Artikel Таманян Александр Иванович in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)