Alexander Vogt (Politiker, Oktober 1978)
deutscher Kommunalpolitiker, Oberbürgermeister von Halle (Saale)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Alexander Vogt (* 14. Oktober 1978 in Halle (Saale), Bezirk Halle, Deutsche Demokratische Republik) ist ein deutscher Geograph und Verkehrswissenschaftler sowie parteiloser Kommunalpolitiker. Seit dem 26. März 2025 ist er Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale).[1]

Leben und Wirken
Alexander Vogt wuchs in Halle-Neustadt auf. Er schloss die Schule mit dem Realschulabschluss ab und erlernte danach den Beruf eines Kaufmanns für Bürokommunikation. Auf dem zweiten Bildungsweg erwarb er 2001 das Abitur und studierte bis 2008 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (mit Auslandsaufenthalten in Straßburg und Montreal) im Fach Geographie mit den Nebenfächern Wirtschaft und Ethnologie.[2][3] Seine Magisterarbeit wurde mit dem Europäischen Friedrich-List-Preis der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft ausgezeichnet.[4]
Parallel zu einer Anstellung im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen als Büroleiter der Hauptgeschäftsführerin Claudia Langowsky, schrieb er von 2009 bis 2011 seine Doktorarbeit zu einem verkehrsplanerischen Thema[5]. Nach der Promotion an der Universität Freiburg arbeitete Vogt von 2012 bis 2020 als Büroleiter des polnischen sozialdemokratischen EU-Abgeordneten Bogusław Liberadzki, der 2017–2019 einer der Vize-Präsidenten des Europäischen Parlaments war. Ab 2020 arbeitete er als Gymnasiallehrer für Wirtschaft, Sozialkunde und Geographie am Elisabeth-Gymnasium Halle (Saale).[3]
Nach seiner Rückkehr nach Halle (Saale) im Jahr 2020 gründete Vogt im Juni 2022 die Europa-Union Halle-Saalekreis e.V.[6][7] und war von 2022 bis 2024 ihr Kreisvorsitzender.[8] Von 2020 bis 2025 war er zudem Vorsitzender des Fördervereins des Zweiten Bildungsweges Halle (Saale). Im Jahr 2022 gründete er den Freundeskreis Halle–Haifa, dessen Co-Vorsitzender er bis 2025 war. Für sein ehrenamtliches Engagement wurde er 2022[9] sowie 2024[10] für den Bürgerpreis der Stadt Halle (Saale), Der Esel der auf Rosen geht, nominiert.
Als Mitglied der CDU bewarb sich Alexander Vogt um einen Landeslistenplatz bei der Europawahl 2024[11] und kandidierte zeitgleich auch bei der Kommunalwahl in Halle (Saale)[12]. Vogt wurde daraufhin am 9. Juni 2024 in den Stadtrat von Halle (Saale) gewählt[13] und wurde Teil der neuen CDU-Stadtratsfraktion. Anschließend wurde er zum Vorsitzenden des Planungsausschusses gewählt und verkündete, nachdem der suspendierte Oberbürgermeister Bernd Wiegand seinen Rücktritt bekannt gab,[14] seine Kandidatur als neuer Oberbürgermeister[15]. Da er zugunsten von Kerstin Godenrath nicht als Kandidat der CDU nominiert wurde, trat er im Anschluss als parteiloser Kandidat an. Dies resultierte im Ausschluss Vogts aus der CDU-Stadtratsfraktion und seiner Entscheidung zum Parteiaustritt.[16]
Im ersten Wahlgang der Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Halle kam Vogt mit 19,1 Prozent der Stimmen auf den zweiten Platz und qualifizierte sich für die Stichwahl gegen Egbert Geier (SPD). Dieser führte seit April 2021 stellvertretend für den suspendierten die Amtsgeschäfte des Oberbürgermeisters. Die meisten im Stadtrat vertretenen Parteien empfahlen die Wahl Geiers. Vogt gewann im zweiten Wahlgang am 23. Februar 2025 mit einem Stimmenanteil von 51,8 %.[2] Dem Politikwissenschaftler Christian Stecker zufolge schnitt Vogt besonders stark in Stadtteilen ab, die bei der vorangegangenen Bundestagswahl Hochburgen der AfD gewesen waren, namentlich in Neustadt und Silberhöhe.[17] Nach seinem Amtsantritt als Oberbürgermeister trat Vogt von allen ehrenamtlichen Funktionen zurück.
Alexander Vogt wurde am 26. März 2025 vor dem Stadtrat vereidigt und trat im Anschluss sein Amt an.[1]
Ehrenamtliches Engagement
Vogt engagiert sich bereits seit mehreren Jahren als Tierpate für mehrere Nacktnasen-Wombats im Bergzoo Halle[18].
Darüber hinaus ist er Mitglied im Halleschen Fußballclub e.V.[19], der Europa-Union Halle-Saalekreis e.V.[20], der Gesellschaft der Freunde der Oper und des Balletts Halle e.V.[21] und in der Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs e.V.[22] Als Mitglied in der Europa-Union Halle-Saalekreis e.V. hat er sich von Beginn an, seit 2022, für das Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Europäische Transformation eingesetzt, welches bis 2032 eröffnet werden soll und für das Halle 2023 den Zuschlag vom Bund erhalten hat.[23][24][25][26]
Positionen und Schwerpunkte
Als Oberbürgermeister setzt er sich für einen intensiven Austausch zwischen Stadtverwaltung und Bürgerinnen und Bürgern der Stadt ein.[27] Darüber hinaus engagiert er sich besonders in den Bereichen Clubkultur[28][29], Klimaschutz[30][31], Europa[32][33][34], internationale Zusammenarbeit / Städtepartnerschaften[35][36][37] und Tierschutz[38][39][40].
Darüber hinaus setzt sich für dafür ein, dass der Konzernsitz der Deutschen Bahn nach Halle (Saale) bzw. Mitteldeutschland verlegt wird,[41] die Kommunalfinanzen verbessert werden müssen,[42][43] und dass Städte stärker national und international zusammenarbeiten[44][45][46].