Alfred Jacobsen (Politiker)

deutscher Rechtsanwalt und Politiker (DNVP) From Wikipedia, the free encyclopedia

Alfred Marcus Jacobsen (* 28. September 1861 in Sankt Margarethen (Kreis Steinburg in Holstein); † 23. April 1929 in Hamburg) war ein deutscher Rechtsanwalt und Politiker (DNVP). Er war von 1900 bis 1904 und von 1919 bis zu seinem Tod 1929 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft.

Leben

Alfred Jacobsen wurde im holsteinischen Sankt Margarethen geboren, einem Dorf an der Elbe zwischen Glückstadt und Brunsbüttel. Alfred war das vierte von sieben Kindern von Alfred Sigmund Jacobsen (1813–1867) und Magdalene Jacobsen, geborene Hasselmann (1832–1912). Sein Vater war Kirchspielvogt in Sankt Margarethen.[1] Nach dessen frühen Tod zog seine Mutter mit den Kindern nach Altona. Alfred Jacobsen besuchte dort das Christianeum,[2] wo er zu Ostern 1882 die Reifeprüfung ablegte.[3] Er studierte Rechtswissenschaft in Kiel, Erlangen und Berlin und promovierte. 1884 trat er das Referendariat in Hamburg an, und ließ sich dort 1889 als Rechtsanwalt nieder. Zusammen mit den Anwälten Barnbrock und Vierth bildete er eine Kanzlei.[2] 1891 heiratete er Auguste Schwartze (1865–1946), aus der Ehe ging eine Tochter hervor. Jacobsen war Freimaurer und gehörte der Johannisloge „Zu den drei Rosen“ in Hamburg an.

1900 wurde Jacobsen erstmals in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt, der er bis 1904 innerhalb der deutschnationalen Fraktion angehörte. Er gehörte zu den führenden Personen der antisemitischen Strömung innerhalb der deutschnationalen Bewegung,[2] war auch Mitglied der Deutschsozialen Partei. Im Alldeutschen Verband wurde Ende Oktober 1918 ein „Judenausschuß“ gebildet, dem neben Jacobsen u. a. Georg Fritz, Walther Bacmeister, August Gebhard, Konstantin von Gebsattel, Ernst Joerges, Paul Langhans, Julius Friedrich Lehmann, Karl Lohmann, Paul Lucius, Gustav Pezoldt, Alfred Roth, Wilhelm Schlüter und Leopold von Vietinghoff-Scheel angehörten.[4] Wegen der kurz darauf stattfindenden Novemberrevolution entfachte diese Organisation allerdings keine große Aktivität mehr.

1919 wurde Jacobsen erneut in die Bürgerschaft gewählt, diesmal für die Deutschnationale Volkspartei (DNVP). 1920 war Jacobsen am Kapp-Putsch beteiligt, Lüttwitz setzte ihn als Regierungskommissar für Hamburg ein.[5] Bei politischen Prozessen trat er mehrfach als Anwalt von Deutschnationalen und Antisemiten auf, so 1918 an der Seite von Heinrich Claß als Anwalt von Houston Chamberlain, den die Frankfurter Zeitung wegen Beleidigung verklagt hatte. 1929 starb Jacobsen an einer schweren Krankheit und wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf beigesetzt.[6] Seinen Platz in der Bürgerschaft nahm als Nachrücker Bruno Reincke ein.[7]

Literatur

  • Uwe Lohalm: Völkischer Radikalismus. Leibniz-Verlag, Hamburg 1970, ISBN 978-3-87473-000-6. (Online)
  • Heinrich Claß: Politische Erinnerungen des Vorsitzenden des Alldeutschen Verbandes, herausgegeben von Björn Hofmeister. Duncker & Humblot, Berlin 2022, ISBN 978-3-428-18671-6. (Reihe „Deutsche Geschichtsquellen des 19. und 20. Jahrhunderts“, Band 79)

Einzelnachweise

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