Alfred Musema
ruandischer Kriegsverbrecher
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Alfred Musema (* 22. August 1949 in Rutare) ist ein ruandischer Kriegsverbrecher, welcher für Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine lebenslange Haftstrafe erhielt.
Beteiligung am Völkermord
Musema war bis zu Beginn des Völkermord an den Tutsi Direktor der staatlichen Gisovu-Teefabrik. Während des Genozid in Ruanda befehligte und beteiligte er sich an verschiedenen Morden und Angriffen auf Tutsi. In einer Höhle, in der sich hunderte flüchtende Tutsi versteckt hielten, ließ er ein Feuer legen, um diese zu töten. Während des Mai und April 1994 beteiligte er sich an verschiedenen Mordaktionen und beging mindestens eine Vergewaltigung. Im Juni führte er mit den Arbeitern der Teefabrik weitere Morde aus.
Flucht und Verurteilung
Noch in 1994 flüchtete er in die Schweiz, wurde daraufhin aber im Februar 1995 in Lausanne festgenommen. Am 20. Mai 1997 wurde er von der Schweiz an den Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda überstellt.[1]
Der Fall wurde unter dem Aktenzeichen ICTR-96-13 vor Gericht verhandelt, welches in Arusha in Tansania tagte. Musema plädierte auf nicht schuldig, jedoch konnten ihm zahlreiche direkte Beteiligungen an Morden nachgewiesen werden. Mit der Urteilsverkündung am 27. Januar 2000 wurde er für Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach der Verkündigung beantragte er eine Revision, diese wurde am 16. November 2001 verworfen und das Urteil damit rechtsgültig.[2]