Alfred Walterspiel
deutscher Koch, Gastronom, Hotelier
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Leben und Wirken

Nach seiner Ausbildung als Konditor in Karlsruhe und Koch im Straßburger Restaurant Germania, wird er 1898 Aide (Hilfskraft) im Baden-Badener Hotel Bellevue[1]. Um 1900 arbeitet er im Hotel-Restaurant Erbprinz in Ettlingen[2] und in der Folge in führenden Restaurants in Cannes, Stockholm, St. Petersburg und London in verantwortlichen Positionen.
In Berlin war er Küchenchef im Hotel Kaiserhof, zu dem auch das Hotel Atlantic in Hamburg gehörte. Dort eröffnete er 1909 das Restaurant Pfordte.[3] 1910 leitete er auch das deutsche Restaurant auf der Weltausstellung in Brüssel. 1911 kaufte er von Louis Adlon das Restaurant Hiller in Berlin,[4] das ihm in kurzer Zeit Berühmtheit verschaffte. Gleichzeitig begann seine jahrzehntelange Partnerschaft mit seinem jüngeren Bruder Otto Walterspiel (1884–1974). Das Restaurant Hiller musste 1917 aufgrund des kriegsbedingt unzeitgemäßen Luxusbetriebes geschlossen werden.

1922 zogen beide Brüder nach München und führten dort in der Fürstenstraße ihr bekanntes Restaurant Walterspiel. 1926 erwarben sie das Hotel Vier Jahreszeiten in München. Sowohl das Restaurant als auch das Hotel Vier Jahreszeiten galten unter ihrer Leitung in Europa als „erste Adresse“, auch dank der Kochkunst Alfred Walterspiels.
Auch während der Zeit der Nationalsozialistischen Herrschaft blieb das Hotel „ein offenes Haus“ ohne Restriktionen für seine internationalen Gäste. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt, 1944 brannten alle bis auf den direkt an der Maximilianstraße gelegenen Gebäudeflügel vollständig aus. Ende 1947 erhielten die Brüder Walterspiel von der Besatzung die Erlaubnis zum Wiederaufbau des Hotels. Das Restaurant Walterspiel wurde 1950 wieder eröffnet.
Als Alfred Walterspiel 1960 starb, wurden seine Söhne Georg (1921–1999)[5] und Klaus Walterspiel Geschäftsführer.[6] Alfred Walterspiels Neffe[7] Karl-Theodor Walterspiel (1933–2000) wurde 1968 Geschäftsführer des Hotel Atlantic in Hamburg.[8]
Auch nach seinem Tod wurde das Restaurant Walterspiel weitergeführt und gehörte 1966 zu den 66 Häusern, die im ersten deutschen Guide Michelin mit einem Stern ausgezeichnet wurden.[9][10] Von 1970 bis 1980 kochte Dieter Biesler im Walterspiel. 2014 wurde es als Restaurant Schwarzreiter eröffnet,[11] das von 2018 bis 2022 mit einem Michelinstern ausgezeichnet wurde.[12]
Schriften
- Meine Kunst in Küche und Restaurant, Eigenverlag 1952, Süddeutscher Verlag 1963, Deutscher Taschenbuch-Verlag 1987, ISBN 3-423-01713-9.
- Otto Walterspiel: Ein offenes Haus: Meine Kindheit im Hotel Vier Jahreszeiten, ISBN 978-3431038606. Erinnerungen von Alfred Walterspiels Neffen Otto Walterspiel (* 1927).[13]
Weblinks
- Literatur von und über Alfred Walterspiel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Alfred Walterspiel in gastrogeschichte.de ( vom 16. Januar 2016 im Internet Archive)
- Speisekarten von 1957 und 1931