Alga

deutscher Nutzfahrzeughändler mit Sitz in Sittensen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Alga (Eigenschreibweise alga) ist ein deutscher Nutzfahrzeughändler mit Sitz in Sittensen.

Tätigkeit und Geschichte

Das Unternehmen handelt mit gebrauchten Lastkraftwagen, Omnibussen, Land- und Baumaschinen sowie Ersatzteilen und Reifen. Das Gelände in Sittensen umfasst rund 400.000 Quadratmeter Fläche, darüber hinaus existieren Filialen in Chile, den USA, Polen, Russland und der Ukraine. Nach der Schließung des Omnibuswerks von Magirus-Deutz in Mainz 1982 kaufte Alga verbliebene Teile und Fahrgestelle auf, die später zu fertigen Bussen zusammengebaut wurden. So entstanden etwa die letzten beiden Exemplare des Gelenkbusses 260SH170 im Jahr 1984 bei Alga.

Eine ehemalige Werkstatt der Alga in Sittensen

Horst Gassmann gründete die Firma 1969 auf dem Gelände einer zuvor in Konkurs gegangenen Türenfabrik. Der Firmenname ist eine Abkürzung und steht für Gassmanns Vater Alfred, der in Bovenden bei Göttingen lebte und dort bereits 1951 einen Nutzfahrzeughandel gegründet hatte.[1][2]

Am Abend des 10. Dezember 2018 zerstörte ein Großbrand die Bürogebäude sowie die Werkstatthallen des zu Alga gehörenden Teilbetriebes TBS Truck Bus Services vollständig. Das Unternehmen kündigte bereits am Folgetag an, den betroffenen Bereich wieder aufzubauen. Anfang 2019 kamen Brandgutachter zu dem Ergebnis, dass „(...) das Feuer im Motorraum einer kleinen Zugmaschine entstanden sein dürfte.“[3]

In der Nacht von den 11. auf den 12. Februar 2023 kam es erneut zu einem Großbrand auf dem Gelände der Alga. 25 Linienbusse gingen in Flammen auf, die Polizei nahm Brandstiftung als Ursache an.[4][5] Später wurden drei Männer verhaftet und für eine Serie anderer Brände verurteilt, die Schuld an dem Feuer bei Alga war ihnen jedoch nicht nachzuweisen.[6][7][8]

Das mobile Nutzfahrzeugmuseum

Teil des Unternehmens war jahrelang ein „mobiles Fahrzeugmuseum“ mit Exponaten von über 100 vergangenen Marken des deutschen und europäischen Nutzfahrzeugbaus aus dem Zeitraum von 1890 bis heute. Zu den Ausstellungsstücken gehörten Lastkraftwagen der ehemaligen Hersteller Büssing, Faun, Hanomag, Henschel, Kaelble, Krupp und Magirus-Deutz, so etwa ein Henschel L6J1 von 1939, ein Magirus M40 aus demselben Jahr und ein Einzelstück einer Drehleiter auf einem Krupp-Tiger-Fahrgestell. Daneben wurden Anhänger, Baumaschinen und Feuerwehrfahrzeuge präsentiert. Bedeutende Teile des Museums stammten aus der Privatsammlung des Bauunternehmers Emil Bölling aus Castrop-Rauxel, der über den Abriss einer großen Zeche in Insolvenz geraten war. Horst Gassmann rettete die Sammlung und holte sie zu Alga nach Sittensen, Bölling übernahm die Leitung des Museums. Nach Böllings Tod im Februar 2015 wurde dieses geschlossen, sämtliche dort ausgestellten Oldtimer sind seit Juli 2015 Teil des PS-Speichers in Einbeck.[9][10][11][12]

Literatur

  • Ernst, Ede und Emil – Mobiles Fahrzeugmuseum der Alga in Sittensen. In: Last & Kraft. Heft 6/2009.
Commons: Alga (Sittensen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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