Algeco
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Die Algeco GmbH ist ein Dienstleistungsunternehmen mit Hauptsitz in Kehl. Das Unternehmen entwickelt und erstellt Gebäude auf Basis von modularen Raumeinheiten für die temporäre (Miete) oder permanente (Kauf) Nutzung. Die Algeco GmbH gehört mit ihren 14 Standorten und rund 600 Mitarbeitern in Deutschland zur internationalen Modulaire Group.[3]
| Algeco | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1955 |
| Sitz | Kehl, Deutschland |
| Leitung | James Odom Gerrit Sellmer Stefan Weiss (Geschäftsführung)[1] |
| Mitarbeiterzahl | 570 (2023, Algeco GmbH)[2] |
| Umsatz | 186,7 Mio. (2023, Algeco GmbH)[2] |
| Branche | Immobilienunternehmen, Modulares Bauen |
| Website | www.algeco.de |
| Stand: 31. Dezember 2023 | |
Geschichte
Algeco wurde 1955 im französischen Mâcon als Vermieter von Lagervorrichtungen im Weinbau gegründet.[4] Die Firma erweiterte später ihr Geschäftsmodell um die Vermietung von Kesselwagen. 1966 stieg VTG, ein damals schon zur Preussag gehörendes Waggonvermietungsunternehmen, bei Algeco ein.[5]
1990 übernahm Algeco das 1972 in Kehl nahe der deutsch-französischen Grenze gegründete Unternehmen MBM MietSysteme, das im Bereich Containervermietung tätig ist. Daraus entwickelte sich die deutsche Tochtergesellschaft des Algeco-Konzerns, die Algeco GmbH, mit ihrem Hauptsitz in Kehl. 1996 akquirierte Algeco das Unternehmen Hada, einen Vermieter von Baumaschinen und Baustellenunterkünften.[3]


Der inzwischen in TUI umfirmierte Preussag-Konzern veräußerte 2004 seine Anteile an Algeco an den Finanzinvestor TDR Capital mit Sitz in London.[6][7]
Unter der Leitung von TDR Capital wurde Algeco umgebaut und zahlreiche Firmen in die Gruppe integriert. So wurde 2005 die britische Elliott Group gekauft und 2006 die in Deutschland gegründete Algeco GmbH mit ihrem Schwesterunternehmen Hada verschmolzen.[8][9] 2007 wurde das in den USA ansässige Unternehmen William Scotsman von TDR Capital übernommen und mit Algeco zur Algeco Scotsman Gruppe fusioniert. Im selben Jahr schloss TDR Capital die Übernahme von GE Modular Space ab und integrierte das Unternehmen in die neugegründete Algeco Scotsman Gruppe. GE Modular Space gehörte zum Geschäftsbereich GE Equipment Services, einem auch in Deutschland tätigen Teils des General-Electric-Konzerns.[10]
In den Folgejahren expandierte das Unternehmen weiter und übernahm im Jahr 2011 Ausco in Australien sowie Portacom in Neuseeland[11] und 2013 die Eurobras Group in Brasilien[12] sowie Target Logistics in den USA.[13]
2017 übernahm Algeco die Touax Solutions Modulaires SAS, die das europäische Geschäftsfeld „Raummodule“ des Unternehmens Touax SCA umfasste.[14] 2018 wurde daraufhin die Siko Containerhandel GmbH, eine Tochter der Touax Solutions Modulaires SAS, in die Algeco GmbH integriert.[15]
Die Abspaltung des Nordamerikageschäfts erfolgte 2017 durch den Verkauf von Williams Scotsman[16] und 2019 von Target Lodging.[17] Im November 2019 erwarb Algeco die niederländischen Unternehmen BUKO Huisvesting und BUKO Bouw & Winkels.[18]
Im Oktober 2020 wurde die weltweite Algeco Gruppe in Modulaire Group umbenannt. Für Deutschland verblieb allerdings Algeco als Marke und Bezeichnung.[19] 2021 wurde Algeco Deutschland von TDR Capital an den kanadischen Vermögensverwalter Brookfield Asset Management, der im Bereich des Private Equity tätig ist, verkauft.[20]
Unternehmensstruktur
Die Modulaire Group hat Standorte in Europa, Asien, Australien und Neuseeland. Insgesamt ist sie Stand 2024 an 150 Standorten in mehr als 20 Ländern tätig.[21] Sie verfügt über eine Mietflotte von über 330.000 Raumeinheiten.[22]
Das Unternehmen tritt in Europa einheitlich unter dem Markennamen Algeco auf.[23] In Australien firmiert Algeco unter Ausco, in Neuseeland unter Portacom und in China unter Algeco Chengdong.[24]
Die deutsche Tochtergesellschaft ist die Algeco GmbH mit Hauptsitz in Kehl.[25] Sie hat 14 Standorte:[26] in Kehl, Hamburg, Wunstorf, Dortmund, Paderborn, Neuss, Mittenwalde, Herrenhof, Wiedemar, Stockstadt am Rhein, Karlstein am Main, Eitensheim, Eningen unter Achalm und Unterschleißheim.[27]
Produkte
Das Unternehmen hat zwei Geschäftsfelder, die Vermietung von Containern und die Erstellung von bezugsfertigen, mobilen Bauten für verschiedene Verwendungszwecke von Schulen über Büros bis zu Baustellenanlagen. Durch die Modulbauweise bleiben die Gebäude nach der Fertigstellung räumlich flexibel. So ist eine Umnutzung, ein An-, Um- oder Rückbau sowie ein Standortwechsel möglich.[28] Viele Bauteile, Materialien und Rohstoffe können wiederverwendet werden, um Ressourcen zu sparen.[29] Durch minimale Konfigurationen lassen sich viele der modularen Gebäude hintereinander für verschiedene Zwecke nutzen.[30] Aus Feuerschutzgründen werden für die Bauten von Algeco überwiegend nicht brennbare und beinahe emissionsfreie Materialien verwendet, darunter Stahl, Steinwolle, Blech und innenliegende Massivholzverstärkungen.[31]
Temporäre Gebäude
Algeco bietet den Aufbau temporärer Gebäude zur Miete an, beispielsweise als Übergangsgebäude während Umbauten von Schulen oder Kindergärten oder temporären Produktionsverlagerungen oder Büroerweiterungen. Diese können in der Regel innerhalb weniger Tage aufgestellt werden.[32]
Dauerhafte Gebäude
Gleichzeitig werden auch dauerhafte Gebäude angeboten, die innerhalb weniger Wochen errichtet werden können. Algeco baut dauerhafte Gebäude unter anderem für Kitas, Schulen, Ladengeschäfte oder Unternehmen.[33][34][35] Gelegentlich errichtet Algeco auch Wohnräume in Regionen mit großem Wohnungsmangel.[36]
