Alia Mabrouk

tunesische Schriftstellerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Alia Mabrouk auch Alia Mabrouk-Beji (geboren 13. Juni 1945 in El Kef, Französischen Protektorat in Tunesien) ist eine tunesische Schriftstellerin.[1][2]

Leben

Jugend und Ausbildung

Mabrouk wuchs in den Hochebenen um El Kef auf, wo Berber, Numider, Punier und Römer ihre Spuren hinterlassen und Tempel errichtet hatten.[3] Sie interessierte sich daher schon früh für die Verursacher dieser geheimnisvollen Relikte und studierte Geschichte.[2]

Schriftstellerin

In ihrem ersten historischen Roman Blés de Dougga thematisierte Mabrouk die Geschichte in der unmittelbaren Umgebung ihrer Kindheit, das antike Thugga.[2] Dorthin reiste der römische Prokurator Caecilius Metellus 295 n. Chr., um die Bevölkerung zu überzeugen, Weizen nach Rom zu liefern, um einen Aufstand zu verhindern. Er meinte, das Säen von Eifersucht und Konkurrenz genüge, um sich die reichen Familien gewogen zu stimmen.[4]

Mit dem Roman Puissant par la gloire widmet sich Mabrouk einem Zeitraum, der den Tunesiern bis dahin weitgehend unbekannt war: der Herrschaft der Vandalen von 429 bis 533. Christliche Autoren hatten die Vandalen als blindwütige Zerstörer und kulturlose Barbaren beschrieben. Mabrouk übernimmt diese Sicht weitgehend. Nur Geiserich bekommt individuelle Züge. Alle anderen werden als brutale Masse beschrieben.[5]

In den beiden Romanen L'émir et les croisée und Le roi ambigu wendet sich Mabrouk der Hafsidenzeit zu. Im Émir geht es um die Phase der Eroberung der Souveränität und des Staatsaufbaus in Ifrīqiya unter Abu Zakarya und Aba Abdallah. Im Roi ambigu geht es um die Phase der Dynastie (1488–1574).[6]

In Le soupire des vaincus erinnert Mabrouk an den Aufstand von 1864 gegen Sadok Bey, der von Ali Ben Ghdahem angeführt wurde.[7] Dürre, Hungersnot, die unverdrossenen Steuereintreiber des Bey und die neue Gesetzgebung, die Christen und Juden mit den Stammesangehörigen gleichstellte, veranlassten die Stämme, zusammenzustehen.[8]

Mabrouk wurde 2004 mit dem Comar d'or ausgezeichnet[9] und war 2006[10] und 2007[11] in der Jury des Comar d'or für die frankophone Literatur vertreten.

Werke (Auswahl)

Mabrouk schrieb eine Reihe historischer Romane, in denen sie sich mit der Geschichte Tunesiens auseinandersetzte. Die folgenden Bücher sind in der Reihenfolge ihres Ersterscheinungsjahres aufgelistet.

Historische Romane

Nicht-historische Romane

Auszeichnungen

  • 2004: Comar d'or für L'Émir et les croisés[9]

Literatur

  • Ulrich Döring: Alia Mabrouk: Blés de Dougga (1993). In: Postkoloniale Literatur und präkoloniale Geschichte im Maghreb. Der frankophone Geschichtsroman zwischen Unabhängigkeit und "Arabischem Frühling". Königshausen & Neumann, Würzburg 2017, ISBN 978-3-8260-6155-4, S. 251257.
  • Ulrich Döring: Alia Mabrouk: Puissant par la gloire. Genséric roi des vandales (1998). In: Postkoloniale Literatur und präkoloniale Geschichte im Maghreb. Der frankophone Geschichtsroman zwischen Unabhängigkeit und "Arabischem Frühling". Königshausen & Neumann, Würzburg 2017, ISBN 978-3-8260-6155-4, S. 259269.
  • Ulrich Döring: Alia Mabrouk: Die Hafsiden-Romane. L'émir et les croisés (2003), Le Roi Ambigu (2007). In: Postkoloniale Literatur und präkoloniale Geschichte im Maghreb. Der frankophone Geschichtsroman zwischen Unabhängigkeit und "Arabischem Frühling". Königshausen & Neumann, Würzburg 2017, ISBN 978-3-8260-6155-4, S. 271282.
  • Ulrich Döring: Alia Mabrouk: Le Soupir des Vaincus (2010). In: Postkoloniale Literatur und präkoloniale Geschichte im Maghreb. Der frankophone Geschichtsroman zwischen Unabhängigkeit und "Arabischem Frühling". Königshausen & Neumann, Würzburg 2017, ISBN 978-3-8260-6155-4, S. 291302.

Einzelnachweise

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