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Alice Rivlin

US-amerikanische Managerin und Regierungsbeamtin From Wikipedia, the free encyclopedia

Alice Mitchell Rivlin (* 4. März 1931 in Philadelphia, Pennsylvania; † 14. Mai 2019 in Washington, D.C.) war eine US-amerikanische Wirtschaftsmanagerin, die auch Direktorin des Office of Management and Budget (OMB) war.

Alice Rivlin

Leben

Rivlin studierte zunächst Wirtschaftswissenschaft am Bryn Mawr College und schloss dieses Studium 1952 mit einem Bachelor of Arts (B.A. Economics) ab. Ein anschließendes postgraduales Studium der Wirtschaftswissenschaft am Radcliffe College beendete sie 1955 mit einem Master of Arts (M.A. Economics). Schließlich erwarb sie 1958 am Radcliffe College einen Philosophiae Doctor (Ph.D. Economics) und war danach zunächst als Ökonomin und politische Analystin bei der Brookings Institution tätig.

1966 trat sie in den Dienst der Regierung Johnson und war bis 1968 Stellvertretende Assistentin des Gesundheits-, Bildungs- und Wohlfahrtsministers für Programmkoordination(Deputy Assistant US Secretary of Health, Education and Welfare), daraufhin dort bis 1969 Assistent Secretary für Planung und Evaluation und damit eine enge Mitarbeiterin der damaligen Minister John W. Gardner und Wilbur J. Cohen. Im Anschluss kehrte sie als Forschungswissenschaftlerin an die Brookings Institution zurück. 1973 wurde sie zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt.

1975 erfolgte ihre Berufung zur ersten Direktorin des neu geschaffenen Budgetbüros (Congressional Budget Office) des Kongresses der Vereinigten Staaten und übte dieses Amt bis 1983 aus. 1983 wurde sie mit der MacArthur Fellowship ausgezeichnet. 1986 stand sie als erste Frau der American Economic Association (AEA) als gewählte Präsidentin vor.[1]

Nach einer einjährigen Tätigkeit als Stellvertretende Direktorin des Office of Management and Budget von 1993 bis 1994, wurde sie am 17. Oktober 1994 von US-Präsident Bill Clinton als Nachfolgerin von Leon Panetta, der Stabschef des Weißen Hauses geworden war, zur Direktorin des Office of Management and Budget berufen. Sie war damit nicht nur Mitglied im Kabinett Clinton, sondern zugleich auch die erste und bisher einzige weibliche Leiterin dieses Executive Office des US-Präsidenten.

Am 13. September 1996 folgte ihr Franklin Raines als Direktor des OMB. Sie selbst wurde daraufhin Vizevorsitzende des Federal Reserve System und bekleidete dieses Amt bis zum 16. Juli 1999. Zugleich war sie zeitweise von 1998 bis 2001 Vorsitzende der District of Columbia Financial Control Board.

1999 wurde sie zunächst Senior Fellow für Studien von Wirtschaftsprogrammen der Brookings Institution und war dort seit Januar 2001 Direktor für Forschungen im Großraum Washington, D.C. Des Weiteren war Alice Rivlin seit September 2003 Gastprofessorin für öffentliche politische Institutionen an der Georgetown University.

Zuletzt war sie auch Vorstandsmitglied der NYSE Euronext und wurde außerdem Anfang 2010 von Präsident Barack Obama zum Mitglied der Nationalen Kommission für die Zuständigkeit und Reform von Steuern (National Commission on Fiscal Responsibility and Reform) berufen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • The role of the federal government in financing higher education. Brookings Institution, Washington, D.C. 1968.
  • Systematic thinking for social action. The Brookings Institution, Washington, D.C. 1971, ISBN 0-8157-7478-8.
  • (Hrsg.): Ethical and legal issues of social experimentation. The Brookings Institution, Washington, D.C. 1975, ISBN 0-8157-7482-6.
  • Einkommensverteilung, sind Ökonomen zu etwas Nutze? In: Frank Klanberg und Hans-Jürgen Krupp (Hrsg.): Einkommensverteilung. Verlagsgruppe Athenäum u. a., Frankfurt/M. 1981, S. 269–290, ISBN 3-445-01958-4.
  • (mit Joshua M. Wiener): Caring for the disabled elderly. Who will pay? Brookings Institution, Washington, D.C. 1988, ISBN 0-8157-7497-4.
  • Kongreß und Wirtschaftspolitik: Der Bundeshaushalt. In: Uwe Thaysen (Hrsg.): US-Kongreß und Deutscher Bundestag. Bestandsaufnahmen im Vergleich. Westdeutscher Verlag, Opladen 1988, S. 329–341, ISBN 3-531-11936-2.
  • Reviving the American dream. The economy, the states & the federal government. The Brookings Institution, Washington, D.C. 1992, ISBN 0-8157-7483-4.
  • (mit Robert E. Litan): Beyond the dot.coms. The economic promise of the Internet. The Brookings Institution, Washington, D.C. 2001, ISBN 0-8157-0002-4.
  • (Mitautorin): Robert E. Litan u. a.: The economic payoff from the internet revolution. Brookings Institution Press, Washington, D.C. 2001, ISBN 0-8157-0065-2.
  • (Hrsg., mit Isabel Sawhill): Restoring the fiscal sanity. How to balance the budget. Brookings Institution Press, Washington, D.C. 2004, ISBN 978-0-8157-9639-8.
  • (Hrsg., mit Isabel Sawhill). Restoring the fiscal sanity, 2005. Meeting the long-run challenge. Brookings Institution Press, Washington, D.C. 2005, ISBN 978-0-8157-7491-4.
  • (Hrsg., mit Joseph R. Antos): Restoring fiscal sanity 2007. The health spending challenge. Brookings Institution Press, Washington, D.C. 2007, ISBN 978-0-8157-7493-8.
  • Divided we fall. Why consensus matters. Hrsg. von Sheri u. Allan Rivlin. Brookings Institution, Washington, D.C. 2021, ISBN 978-0-8157-3525-0.

Einzelnachweise

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