Alien 3
Film von David Fincher (1992)
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Alien 3 (stilisiert als Alien³) ist ein US-amerikanischer Tierhorror- und Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1992 von David Fincher und der dritte Teil der Alien-Filmreihe. Hauptdarstellerin ist wie in den Vorgängerfilmen Sigourney Weaver. Im Film strandet sie als einzige Überlebende des Kälteschlafs auf einem Gefängnisplaneten, dessen Bewohner in einer religiöser Gemeinschaft zusammenleben, und schleppt unbemerkt das Alien-Monster ein.
| Film | |
| Titel | Alien 3 |
|---|---|
| Originaltitel | Alien³ |
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1992 |
| Länge | Kinofassung: 114 Minuten Special Edition: 145 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | David Fincher |
| Drehbuch | David Giler Walter Hill Larry Ferguson |
| Produktion | Gordon Carroll David Giler Walter Hill |
| Musik | Elliot Goldenthal |
| Kamera | Alex Thomson |
| Schnitt | Terry Rawlings |
| → Besetzung und Synchronisation | |
| Chronologie | |
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Handlung (Kinoversion)
Nachdem Ellen Ripley, das Mädchen Newt, Corporal Hicks und der Android Bishop von LV-426 entkommen sind und sich mit dem Raumschiff USS Sulaco im Kälteschlaf auf dem Rückweg zur Erde befinden, bricht wegen des ätzenden Blutes eines Facehuggers („Gesichtsumklammerer“), der Menschen zu Wirten des Alien-Nachwuchses macht, auf einem Zwischendeck ein Feuer aus. Eine Rettungskapsel wird ausgestoßen und macht eine Bruchlandung auf dem Planeten Fiorina 161 (Spitzname: „Fury 161“), auf dem sich eine Mineralerz-Raffinerie und eine Strafkolonie für Insassen mit YY-Syndrom unter höchster Sicherheitsstufe befinden. Hicks wird dabei durch einen Sicherheitspfeiler aufgespießt und stirbt, Newt ertrinkt in ihrer Hyperschlafkabine und der bereits schwer beschädigte Android Bishop wird praktisch vollständig zerstört.
Die Strafgefangenen auf dem Planeten sind Anhänger einer apokalyptischen Religion, leben wie zölibatäre Mönche und sind durch das Auftauchen einer Frau sichtbar irritiert, weshalb Ripley von Beginn an Feindseligkeit entgegenschlägt. Neben Ripley überlebt die Landung nur der Facehugger, der sich in einem Rottweiler schnell einen neuen Wirt sucht. Kurz darauf schlüpft aus diesem ein Alien, das rasch heranwächst und beginnt, die Gefangenen zu dezimieren. Vorerst gibt man jedoch noch Missgeschicken oder anderen Gefangenen die Schuld an diesen Vorfällen.
Der behandelnde Arzt Clemens unterstützt Ripley dabei herauszufinden, ob mit der Rettungskapsel ein Alien auf den Planeten gebracht wurde, kümmert sich um ihren angeschlagenen Gesundheitszustand und klärt sie über die Verhältnisse im Lager auf. Zwischen den beiden entsteht eine Liebesbeziehung. Nach kurzer Zeit jedoch wird Clemens vor Ripleys Augen von der Kreatur getötet, wobei sich herausstellt, dass das Wesen Ripley nicht anrührt. Kurz darauf wird der Gefängnisaufseher Andrew in der Cafeteria vor den Augen sämtlicher Insassen von dem Alien getötet, wodurch niemand mehr an dessen Existenz zweifeln kann.
Als ihr sich verschlechternder Gesundheitszustand sie dazu veranlasst, bei sich einen Körperscan durchzuführen, offenbart dieser den Grund, warum das Alien sie verschont hat: In ihrem Körper wächst eine Alien-Königin heran, die in wenigen Stunden ihren Brustkorb durchstoßen und sie somit töten wird. Die „Gesellschaft“, Ripleys mächtiger Arbeitgeber, erhält die Daten des Scans, wird so über die Existenz der Königin informiert und schickt ein Schiff nach Fiorina 161.
Ripley bittet den Gefangenen Dillon darum, sie zu töten, bevor die Alien-Königin zur Welt kommt. Er verspricht es ihr unter der Voraussetzung, dass sie den Häftlingen hilft, das Alien zu töten. Dabei geht es auch darum, dafür zu sorgen, dass dieses nicht der Gesellschaft in die Hände fällt. Sie entwickeln den Plan, das Alien in die Gießerei zu locken und dort mit geschmolzenem Blei zu übergießen. Der Plan funktioniert, allerdings überlebt neben Ripley nur der Gefangene Morse. Doch das Alien befreit sich aus der Schmelze. Ripley kann es dennoch vernichten, indem sie auf einen Hinweis von Morse hin die Sprinkleranlage auslöst. Das bleiüberzogene Monster zerbirst durch den Thermoschock.
Als Minuten später ein Rettungsteam der Gesellschaft eintrifft, gibt man Ripley zu verstehen, dass man die Alien-Königin aus ihrem Brustkorb entfernen und töten wolle. Doch Ripley kennt die wahren Absichten des Konzerns: Man will die Kreatur gefangen setzen und als biologische Waffe nutzen. Ripley sieht nur einen Ausweg, um die Menschheit vor einer noch größeren Katastrophe zu bewahren: Sie lässt sich selbst in den Schmelzofen fallen. Im Fallen schlüpft die Königin, doch Ripley packt sie und reißt sie mit in den Tod.
Entstehung

William Gibson schrieb 1987 ein erstes Drehbuch, das Ripley in den Hintergrund rückte und den Fokus auf Hicks und Bishop richtete. Die erste Version war sehr actionorientiert, eine zweite eher klaustrophobisch, doch beide wurden von den Produzenten abgelehnt.[2] 2018 erschien das Script als Comic[3][4], 2019 als Hörspiel mit Michael Biehn und Lance Henriksen[5][6] und 2021 ein Sci-Fi-Roman von Pat Cadigan, basierend auf dem nicht verfilmten Drehbuch, welches 2023 ins Deutsche übersetzt wurde.[7]
In den ersten Drehbuchentwürfen überlebte Newt den Absturz der Rettungskapsel; ein Kind wurde jedoch als nicht in die sonstige düstere Umgebung des Films passend betrachtet.

Es war eine Erhöhung der Gage um 40.000 US-Dollar für den Fall vereinbart worden, dass Sigourney Weaver ihren Kopf für Nachdrehs nochmals rasieren sollte. Als es jedoch so weit kam, wurde ihr diese Summe nicht ausgezahlt, sondern man fertigte stattdessen für 16.000 US-Dollar eine Perücke an, die sie wieder wie frisch rasiert aussehen ließ.
Die Außenaufnahmen zur Landung auf dem Planeten Fiorina „Fury“ 161 entstanden am Blast Beach nahe Dawdon im County Durham in England.
Der Schweizer Filmdesigner und Oscarpreisträger HR Giger wirkte in diesem Film wieder bei der Entwicklung des Aliens mit, nachdem er bei Aliens – Die Rückkehr nicht involviert war.

Regisseur David Fincher soll mit vielen Aspekten der Produktion und besonders mit der Zusammenarbeit mit dem Studio 20th Century Fox unzufrieden gewesen sein. Als einziger Regisseur ist er nicht im Bonusmaterial der Alien-Quadrilogy-DVD-Edition vertreten. Angeblich wurde das einzige Making-of, in dem Fincher vorkam, gestrichen, da er sich darin kritisch über die Produzenten äußerte. Die Blu-ray der Alien Box enthielt jedoch erstmals das Making-of mit Fincher.[8]
In den Crossover-Filmen werden die fiktiven Konzerne Weyland (Alien vs. Predator) und Yutani (Aliens vs. Predator 2) eingeführt, die bis zur Handlung von Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt zum Konzern Weyland-Yutani fusionieren. In Alien vs. Predator spielt Lance Henriksen, der in Aliens – Die Rückkehr und in Alien 3 den Androiden Bishop verkörpert, den Firmengründer Charles Bishop Weyland.
Besetzung und Synchronisation
Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und unter der Dialogregie von Joachim Kunzendorf im Auftrag dessen Synchronfirma in Berlin.[9]
- Sigourney Weaver
- Charles Dance
- Charles S. Dutton
Veröffentlichungen
Das weltweite Einspielergebnis betrug rund 160 Millionen US-Dollar - bei einem Budget von 50 Millionen US-Dollar.[10]
Der Film startete am 3. September 1992 in den deutschen Kinos. Im deutschen Kino und Fernsehen lief der Film mit dem Untertitel Die Wiedergeburt; zu jener Zeit war nicht vorherzusehen, dass dies der Titel des vierten Films sein würde. Der Titel wurde mit Erscheinen des vierten Films wieder geändert, um Verwechslungen zu vermeiden.
Assembly Cut / Special Edition
2003 präsentierte 20th Century Fox mit dem sogenannten "Assembly Cut" oder "Special Edition" eine 30 Minuten längere Fassung. Diese ist kein Director’s Cut, da Regisseur Fincher nicht daran beteiligt sein wollte. Die Umsetzung überwachte stattdessen Produzent Charles de Lauzirika. Diese erweiterte 145-Minuten-Version ist sowohl in der 9-DVD-Edition „Alien Quadrilogy“ als auch auf der Blu-ray enthalten. Darin schlüpft unter anderem das Alien aus einem Ochsen statt aus einem Hund. Entsprechend wird das Hunde-Alien in Fan-Diskussionen alternativ auch „Kuh-Alien“ genannt. Außerdem gelingt es den Sträflingen, das Alien in einem hermetisch abgeriegelten Schadstoffbunker einzufangen. Allerdings wird es dann wieder von einem schizophrenen Gefangenen befreit, der den „Drachen“ als seinen Verbündeten betrachtet. Auch Ripleys finaler Sprung in den Schmelzofen liegt in einer ursprünglicheren Version vor. Sie stirbt hier „friedlich“, ohne dass die Alien-Königin in letzter Sekunde aus ihr herausbricht. Im Assembly Cut schlafen Ripley und der Arzt Clemens miteinander, in der Kinofassung nicht. Bei der Synchronisation ergibt sich so das Problem, dass Clemens und Ripley sich nach dem Sex noch immer siezen.[11]
Inoffizieller Legacy Cut
2026 wurde mit dem sogenannten Legacy Cut eine dritte, jedoch inoffizielle Fassung über die Website www.a34k.net angeboten, die mittlerweile nicht mehr erreichbar ist, da unerlaubt mit urheberrechtlich geschütztem Material gearbeitet wurde. Ziel des Legacy Cut war eine noch homogenere Fassung, die den Assembly Cut weiter verfeinert. Er basiert hauptsächlich auf dem Assembly Cut, nutzt aber auch Material der Kinofassung. Das Alien nistet sich wie in der Kinofassung im Hund ein und Ripley und Clemens schlafen nicht miteinander. Der Legacy Cut ist mit knapp 143 Minuten fast so lang wie der Assembly Cut. Die Farben und einige Effekte wurden nachbearbeitet, für 4K aufbereitet und remastered. Über die Szenen aus der Perspektive des Aliens wurde ein roter Filter gelegt. Außerdem wurden Tonabmischung optimiert und neue Soundeffekte eingearbeitet, zum Teil aus dem Spiel Alien: Isolation.[11]
Soundtrack
Die Filmmusik des späteren Oscargewinners Elliot Goldenthal erschien auf CD 1992 bei MCA Records; dirigiert von Jonathan Sheffer, Produktion Matthias Gohl, geleitet für Twentieth Century Fox von Elliot Lurie. Die Spieldauer beträgt 50 Minuten und 6 Sekunden. All Music Guide lobte den Soundtrack als “A rigorously intellectual work that navigates with surgical precision between traditional orchestral beauty and modernist dissonance […]” (deutsch: „kompromisslos intellektuelles Werk, das sich mit chirurgischer Genauigkeit zwischen traditioneller Orchesterschönheit und modernistischer Dissonanz bewegt.“)[12]
- Agnus Dei (4:29)
- Bait and Chase (4:40)
- The Beast Within (3:07)
- Lento (5:48)
- Candles in the Wind (3:20)
- Wreckage and Rape (2:41)
- The First Attack (4:18)
- Lullaby Elegy (3:39)
- Death Dance (2:15)
- Visit to the Wreckage (2:02)
- Explosion and Aftermath (2:19)
- The Dragon (3:05)
- The Entrapment (3:40)
- Adagio (4:14)
Videospiele

Ein offizielles Videospiel zum Film wurde von Acclaim Entertainment und Virgin Interactive für eine Reihe verschiedener Systeme veröffentlicht, darunter Sega Mega Drive, Super Nintendo, Game Boy, Amiga, C64, NES, Sega Master System. Es handelt sich um ein 2D-Plattform-Spiel, in dem Ripley entgegen dem Film mit Waffen wie z. B. einem Flammenwerfer gegen die Aliens antritt. Die Mega-Drive-Fassung hat im Unterschied zur SNES-Fassung ein Zeitlimit und somit einen höheren Schwierigkeitsgrad. Zudem gibt es von Sega das Arcade-Spiel Alien 3: The Gun, ein Lightgun-Shooter (siehe Abbildung).[13][14]
Rezeption
Kritiken
| Quelle | Bewertung |
|---|---|
| Rotten Tomatoes (Tomatometer) | 45 %[15] |
| Metacritic (Metascore) | 59/100[16] |
| Filmstarts | |
| Moviebreak | 7/10 |
| Actionfreunde | 7/10 |
Das Lexikon des internationalen Films urteilt: „In spärlicher Endzeit-Kulisse spielende Weiterführung der ‚Alien‘-Reihe […], die sich häufig in religiös-verbrämter Metaphorik verliert; fesselnd durch die Hauptdarstellerin, die die quälend-schicksalhafte Verbindung mit einem Monster eindrucksvoll vermittelt. In düsteren Kulissen stellt der Film die Frage nach den Überlebenschancen des Menschen.“[17]
Die Chronik des Films schrieb: „Trotz einiger Drehbuchunstimmigkeiten ist »Alien 3« vor allem wegen der Leistung einer der wohl aufregendsten Frauenfiguren des letzten Kino-Jahrzehnts wieder ein spannender Film.“[18]
Filmstarts kritisiert: „Alien 3 ist ein mittelmäßiger Horror- und Sciencefiction-Streifen, der im Vergleich zu den beiden ersten Teilen der Serie vieles vermissen lässt. Ideenlosigkeit, schwache Charaktere und eine in Teilen nicht sehr überzeugende Handlung machen den Film schnell wieder vergessen. Alien3 ist nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut. Sigourney Weaver, noch die beste Akteurin ‚an Bord‘, spielt zu routiniert, und der Horror hält sich in mäßigen Bahnen.“[19]
Die Filmwebsite Moviebreak stellt fest: „Inszenatorisch gelingt David Fincher hier ein beachtlicher Eintrag in das Alien-Franchise: Mag sich der dritte Teil auch nicht mit den bahnbrechenden Vorgängern messen lassen, so glänzt Alien³ durch seine unüberwindbare Düsternis, die sich in der Konzentration auf ein Alien in die klaustrophobischen Untiefen des Originals bewegt. Perfekt ist Alien³ nicht, mitreißend, düster und handwerklich erstklassig aber ohne Zweifel.“[20]
Die Filmwebsite Actionfreunde lobt besonders die Darsteller Sigourney Weaver und Charles S. Dutton Prediger und kommt zu dem Fazit: „Alien 3 ist recht spannend, kopiert aber den ersten Teil der Saga teilweise etwas zu innovationslos. Gelungene Gruselunterhaltung bietet der Film jedoch trotzdem noch, wobei der Film in der Langfassung deutlich besser wirkt, dank der stimmigereren Charakterzeichnung.“[21]
Auszeichnungen (Auswahl)
Der Film war 1993 für den Oscar in der Kategorie Beste Spezialeffekte (Richard Edlund, George Gibbs, Alec Gillis und Tom Woodruff junior) nominiert.
Im selben Jahr erhielt Alien 3 sieben Nominierungen für den Saturn Award, u. a. als Bester Science-Fiction-Film, konnte jedoch keinen Preis gewinnen.
Alien 3 ist der Preisträger des Golden Reel Award in der Kategorie Best Sound Editing 1993.
Literatur
- Alan D. Foster: Alien 3. Heyne, München 1992, ISBN 3-453-05615-9.
- Ludwig Gangkofer, Mona Mahmoud, Kathrin Zauner: Alien: Eine Kultfilmreihe. Fachverlag für Filmliteratur, Landshut 2007, ISBN 978-3-9809390-4-1.
- Pat Cadigan: Alien³. Heyne, München 2023, ISBN 978-3-453-32256-1.
