Aliko Dangote

nigerianischer Unternehmer und reichster Mann Afrikas From Wikipedia, the free encyclopedia

Alhaji Aliko Dangote (* 10. April 1957 in Kano, Nigeria)[1] ist ein nigerianischer Unternehmer. Der Multi-Milliardär galt im April 2022 als der reichste Mann Afrikas und war dies auch im März 2026 noch.[1][2]

Aliko Dangote (2011)

Herkunft und Ausbildung

Dangote wurde als Sohn einer wohlhabenden Familie[3] in Kano geboren. Sein Urgroßvater war im Nusshandel tätig und gelangte damit bereits zu beträchtlichem Wohlstand.[2] Er studierte Wirtschaftswissenschaft an der al-Azhar-Universität in Kairo und erreichte dort 1977[1] den akademischen Grad eines Bachelors.[4]

Unternehmerische Tätigkeiten

Nach dem Studium machte er sich in Nigeria im Zementhandel selbständig, zunächst in Kano, dann in Lagos. Dort befasste er sich vor allem mit Importgeschäften.[1] Wie zahlreiche Angehörige seiner Familie begann er als Händler und führte seit den 1970er-Jahren Salz und Zucker nach Nigeria ein.[2] 1981 gründete er das Unternehmen, aus dem sich die Dangote Group entwickelte.[1] In den 1980er und 1990er Jahren diversifizierte er sein Handelsunternehmen, unter anderem im Lebensmittelbereich.[1] In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre transformierte er sein Unternehmen und konzentrierte sich seither auf die Produktion von Gütern, weniger auf den Handel.[1] Der Aufstieg zum Milliardär begann 1999/2000 unter der zweiten Präsidentschaft von Olusegun Obasanjo mit dem Bau einer Zuckerraffinerie und eines Zementterminals.[5] Der Ausbau der Zementproduktion wurde zugleich kritisch begleitet, weil Dangote von staatlichen Steuervergünstigungen und Einfuhrbeschränkungen profitiert haben soll und der rasche Kapazitätsausbau potenzielle Wettbewerber abschreckte.[2] Seitdem expandierte Dangotes Konzern, unter anderem ist er der größte Zementhersteller Afrikas, besitzt Produktionsstätten für Lebensmittel und hat Anteile an einem Mobilfunknetz sowie an Ölfeldern.[6][7] Die Dangote Group ist inzwischen in 16 weiteren afrikanischen Staaten tätig.[2] 2023 eröffnete Dangote am Rand von Lagos den größten Raffineriekomplex Afrikas mit einer Verarbeitungskapazität von 650.000 Barrel Erdöl pro Tag.[2] Die Raffinerie kann bei voller Auslastung den nigerianischen Benzinbedarf mehr als decken und so die Importabhängigkeit des Landes sowie dessen Bedarf an US-Dollar verringern.[2] Der Internationale Währungsfonds schätzte 2025, dass der Komplex bei voller Auslastung das nigerianische Nicht-Öl-Bruttoinlandsprodukt zwischen 2025 und 2026 um 1,5 Prozent erhöhen und die offiziellen Devisenreserven jährlich um 5,5 Milliarden US-Dollar steigern könnte.[2] Im März 2022 eröffnete Dangote in Lagos die größte Düngemittelfabrik Afrikas.[8] Die Anlage ist auf eine Jahresproduktion von rund drei Millionen Tonnen Düngemittel ausgelegt.[2] Der Industriekomplex produziert darüber hinaus Polypropylen für die Kunststoffindustrie; weitere Vorprodukte für die Waschmittelherstellung waren 2026 angekündigt.[2] Mitte der 2020er-Jahre verfolgte der Konzern zudem weitere Industrieprojekte in mehreren afrikanischen Staaten, darunter ein Düngemittel-Joint Venture in Äthiopien sowie Zement- und Energieprojekte in Simbabwe.[2] Dangote stellte diese Projekte in den Zusammenhang einer stärkeren Industrialisierung und wirtschaftlichen Eigenständigkeit Afrikas.[2]

Vermögen

Dangote galt im April 2022 als der reichste Mann Afrikas. Zu diesem Zeitpunkt schätzte Bloomberg sein Vermögen auf 18,5 Milliarden US-Dollar.[1] Im März 2026 schätzte Forbes Dangotes Vermögen auf 28,5 Milliarden US-Dollar.[2] Damit war er der einzige Afrikaner unter den 100 reichsten Menschen der Welt.[2] 2016 betrug sein Vermögen 15,4 Milliarden US-Dollar.[9]

Philanthropie

Der Unternehmer gründete die Dangote Foundation, um mit dieser Stiftung wohltätige Zwecke zu fördern, unter anderem im Bereich der Hochschulen, der Mikrokredite und der Katastrophenhilfe.[10] Zusammen mit der Bill & Melinda Gates Foundation beteiligt sie sich am Kampf gegen Polio in Nigeria.[11] 2014 spendete die Dangote Group nach Angaben der nigerianischen Regierung 150 Millionen Naira (750.000 US-Dollar) zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie.[12]

Privates

Dangote ist muslimischen Glaubens,[3] ist zweimal geschieden, hat drei Kinder und lebt in Lagos,[1] wo auch sein Unternehmen den Sitz hat.[13]

Ehrungen

Im Jahr 2000 wurde er Officer of the Order of Niger, fünf Jahre später Commander of the Order of Niger.[4] 2019 wurde Dangote in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.[14] Drei Jahre später wurde er mit dem Verdienstorden Nigers (Kommandeur) ausgezeichnet.[15]

Commons: Aliko Dangote – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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