Aline França
brasilianische Schriftstellerin der afrobrasilianischen Literatur
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Aline França (* 15. Februar 1948 in Teodoro Sampaio, Bahia) ist eine brasilianische Schriftstellerin der afrobrasilianischen Literatur.[1] Ihr Werk umfasst den Roman A mulher de Aleduma (1981) sowie Os estandartes (1995).[2][3]
Leben
França wuchs als Tochter des Schmiedes und Geschichtenerzählers Bento Ramos França auf; bereits im Kindesalter schrieb sie neben der landwirtschaftlichen Arbeit mit ihren Eltern und begann in den 1970er-Jahren als Telefonistin am Instituto de Biologia der Bundesuniversität von Bahia zu arbeiten.[3] Im Jahr 1982 wurde sie in Salvador zur Ersatzstadträtin (suplente) für den PMDB gewählt und wirkte als Jurorin bei den Wettbewerben Miss Afro-Bahia (1982) und Festival de Música Popular (1985) mit.[3] In den 1980er-Jahren leitete sie beliebte Bühnenproduktionen wie Coisas da Terra (1983) und Bahia Africanismo (1984).[3] 1990 hielt França im Rahmen von Seminaren europäischer und lateinamerikanischer Frauenverbände Vorträge in Belgien und wurde mit ihrer Arbeit in Nigeria, den Vereinigten Staaten, Deutschland, Italien und den Niederlanden interviewt.[3] 2020 trat sie in einer vielbeachteten internen Wahl der Academia de Letras da Bahia an.[4]
Wirken
Franças Debütroman Negão Dony (1978) erzählt die Geschichte eines Mitarbeiters einer staatlichen Heilanstalt, der über ein detailliertes Wissen des Candomblé verfügt und damit früh França-typische Themen von Spiritualität und afrobrasilianischer Identität aufgreift.[3] Mit A mulher de Aleduma (1981; zweite Ausgabe 1985) verband sie afrobrasilianische Mythologie, Erinnerungspolitik und spekulative Entwürfe; die jüngere Forschung ordnet den Roman dezidiert afrofuturistischen und spekulativen Strömungen zu.[2] In Os estandartes (1995) gestaltet França die Figur des Alten Kaitamba als Hüter der Erinnerung und entwirft mit den fortiafri eine Heldengeschichte, die Spiritualität und Naturschutz ins Zentrum rückt.[3] Grundlegend zielt ihr Schreiben auf die Bewahrung und Wiederbelebung afrobrasilianischer Kulturwerte und die Stärkung eines stolzen schwarzen Selbstverständnisses.[3] Sie veröffentlichte überdies in der Anthologie Poetas Baianos da Negritude (1982) und trug damit zur Sichtbarkeit einer schwarzen literarischen Tradition in Bahia bei.[3] Ihre Aufnahme in die Anthologie Daughters of Africa machte França auch außerhalb Brasiliens als Vertreterin der afrobrasilianischen Literatur bekannt.[5]