Alisa Vainio

finnische Leichtathletin From Wikipedia, the free encyclopedia

Alisa Pauliina Vainio (* 16. November 1997 in Lappeenranta) ist eine finnische Leichtathletin sowie eine ehemalige Bandy- und Eishockeyspielerin, die sich inzwischen auf den Langstreckenlauf spezialisiert hat. Sie gewann Bronze bei den Bandy-Weltmeisterschaften 2012 sowie 2014 und wurde bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2025 in Tokio überraschend Fünfte im Marathonlauf und damit beste Europäerin in dieser Disziplin.

Schnelle Fakten Karriere, Medaillenspiegel ...
Alisa Vainio

Voller Name Alisa Pauliina Vainio
Nation Finnland Finnland
Geburtstag 16. November 1997 (28 Jahre)
Geburtsort Lappeenranta, Finnland
Karriere
Disziplin Langstreckenlauf
Verein Lappeenrannan Urheilu-Miehet (LUM)
Status aktiv
Medaillenspiegel
Bandy-Weltmeisterschaften 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 2 × Bronzemedaille
Bandy-Weltmeisterschaften
Bronze Irkutsk 2012
Bronze Lappeenranta 2014
letzte Änderung: 7. Oktober 2025
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Sportliche Laufbahn

Die in Südkarelien geborene Sportlerin war in der Jugend in verschiedenen Sportarten aktiv und teilweise sehr erfolgreich. So gehörte sie als Vierzehn- und als Sechzehnjährige zu den finnischen Nationalteams, die 2012 und 2014 bei den Bandy-Weltmeisterschaften jeweils die Bronzemedaillen erkämpften.[1] Im Dezember zuvor war sie bei den finnischen Vierkampfmeisterschaften im Eisschnelllauf Gesamtvierte geworden. Auf den beiden langen Strecken über 3000 und 5000 Meter belegte sie jeweils den zweiten Platz.[2] Beim Youth Country Match mit Schweden und Norwegen war sie die einzige Finnin. Mussten sie sich auf den kurzen Strecken mit Rang acht begnügen, wurde sie über 3000 Meter Dritte.[3]

2009 und 2012 wurde sie als beste finnische Bandyspielerin der unter Fünfzehnjährigen und 2013 der unter Siebzehnjährigen ausgezeichnet.[4] Im Eishockey war sie von 2010 bis 2012 für ihre Heimatverein SaiPa in der dritten Frauen-Spielklasse aktiv, zeitweise auch in Jungenmannschaften. Hinzu kam ein Jahr (2012/13) bei KJT in der Naisten Mestis, der zweiten Spielklasse. In der folgenden Saison stand sie beim Erstligaclub Team Oriflame Kuortane unter Vertrag.[5] Während dieser und der folgenden Saison spielte die Stürmerin zudem für die finnische U18-Eishockeynationalmannschaft. Zum Eishockeyclub in Lappeenranta kehrte sie 2014 zurück und blieb diesem bis einschließlich 2021 in verschiedenen Spielklassen treu.[6]

Im Bereich der Leichtathletik startete Vainio als Dreizehnjährige bei einem Wettkampf in Farkaus über 800 und 2000 Meter. Ein Jahr später siegte sie auf der kürzeren Strecke bei einem U18 Event in Imatra. 2013 wurde sie Vizemeisterin ihres Heimatlandes der unter Siebzehnjährigen über 3000 Meter und gewann bei derselben Veranstaltung den 1300-Meter-Hindernislauf. In der nächsten Saison wurde sie dreifache Titelträgerin der U18. Sowohl über 3000 Meter, 2000 Meter Hindernis als auch auf der Kurzbahn in der Halle über 1500 Meter war nicht zu bezwingen. 2015 bekam ihre Karriere noch einmal einen größeren Schub. War sie auf nationalen Terrain in ihrer Altersklasse kaum noch zu besiegen, gehörte sie ab Juli auch zur europäischen Spitze. Sie erkämpfte bei den Junior Championships im 3000-Meter-Hindernislauf die Bronzemedaille, die sie einen Tag später als Vierte über 5000 Meter nur knapp verpasste. Am 31. Juli wurde sie finnische Vizemeisterin der Erwachsenen auf der gleichen und zwei Tage später Siegerin auf der doppelt so langen Strecke.

Die überraschendste Leistung gelang ihr jedoch einen Monat danach. In ihrem Heimatort bestritt sie 2015 als Siebzehnjährige den ersten Marathonlauf ihres Lebens. Die Qualifikationsnorm des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für die Olympische Spiele im nächsten Jahr betrug 2:45 Stunden. Der finnische Leichtathletikverband verlangte von seinen Athletinnen sogar eine Zeit von 2:36 Stunden oder weniger. Alisa Vainio unterbot selbst diese strengere Richtmarke mit 2:33:24 Stunden um mehr als zweieinhalb Minuten. Trotzdem blieb ihr die Teilnahme an den Spielen verwehrt, da das IOC beschloss, dass nur Sportlerinnen, die 1996 oder früher geboren wurden, auf der längsten olympischen Laufstrecke an den Start gehen durften.[7][8]

Zwei Jahre später wiederholte sie ihren Landesmeistertitel über 10.000 Meter. 2018 gelang ihr die Titelverteidigung und auf der halb so langen Strecke wurde sie wie schon 2015 Zweite. Darüber hinaus wurde sie auf dieser Strecke finnische Juniorenmeisterin und baltische Vizemeisterin. Im September 2018 gewann sie den Landesmeistertitel im Marathon. Im folgenden Jahr nahm sie zum ersten Mal an einem internationalen Wettbewerb auf dieser Strecke teil. Bei der Weltmeisterschaft in Doha wurde sie 26. von 68 gestarteten Teilnehmerinnen, von denen jedoch nur vierzig das Ziel erreichten. Drei Jahre später in Eugene konnte sie sowohl ihre Laufzeit auf 2:30:29 Stunden als auch ihre Platzierung um zehn Ränge verbessern. Im April zuvor war sie in Rotterdam noch etwas schneller gelaufen und hatte den siebten Platz belegt. 2023 gewann sie die finnische Meisterschaft im Halbmarathon, wurde Zehnte auf der doppelt so langen Distanz bei einer Veranstaltung in Sevilla und 22. bei den Welttitelkämpfen in Budapest. 2024 wurde sie ein weiteres Mal Landesmeisterin im 10.000-Meter-Lauf und im Halbmarathon. Beim Marathon in Kopenhagen erreichte sie den dritten Rang, beim Berlin-Marathon steigerte sie sich als Vierzehnte auf eine Zeit von 2:25:36 Stunden.

Der sportlich wertvollste Erfolg in ihrer Karriere als Leichtathletin gelang Alisa Vainio am 14. September 2025 in Tokio, als sie bei der Weltmeisterschaft nach 2:28:32 Stunden als Fünfte und damit beste Europäerin die Ziellinie überquerte.[9] Im Oktober verbesserte sie als Siegerin der finnischen Meisterschaft ihre Bestzeit auf 2:23:06 Stunden.

Persönliche Bestzeiten

  • 1500 Meter: 4:39,49 min, 4. Juli 2014 in Kouvola
  • 5000 Meter: 15:51,94 min, 5. August 2018 in Laitila
  • 10.000 Meter: 32:58,17 min, 2. August 2015 in Pori
  • 10 km Straßenlauf: 32:32 min, 22. August 2025 in Stockholm
  • Halbmarathon: 1:09:30 h, 24. September in Kopenhagen (finnischer Rekord)
  • Marathon: 2:23:06 h, 4. Oktober 2025 in Vantaa
  • 3000 Meter Hindernis: 10:02,45 min, 30. August 2015 in Espoo
Commons: Alisa Vainio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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