Alison Garland

englisch-britische Frauenrechtlerin und Politikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Garland war das zweite von neun Kindern (sechs Töchter und drei Söhne) von Alfred Stephens Garland (1810/11–1871), einem Silberschmied, und seiner zweiten Ehefrau, Isabella, geborene Priestley (1833/4–1921), der Schwester seiner verstorbenen ersten Ehefrau, Alison Priestley († 1859). Die Schwestern waren die Töchter von John Priestley, einem Chemiker aus Liverpool. Nach dem Tod des Vaters zog die Familie nach Plymouth, wo die Mutter ein Geschäft für Modewaren und später eine Pension führte.[1]

Garland wurde Musiklehrerin an privaten Mädchenschulen im Raum Plymouth; sie studierte außerdem Kunst an der Plymouth School of Art und erwarb 1888 ein Zertifikat, das sie als Kunstlehrerin qualifizierte. Sie besuchte Erweiterungsvorlesungen der Universität Cambridge in Literatur und begann, gelegentlich fiktionale Texte zu schreiben.[1]

Garland war in verschiedenen politischen Gruppen tätig. Sie war Mitglied des Exekutivausschusses der Union of Practical Suffragists im Jahr 1897. 1899 wurde sie zur Präsidentin der Union of the Women’s Liberal Associations in Devon gewählt. Ebenfalls 1899 war sie die Delegierte des British Committee of the Indian National Congress, das zum Indian National Congress in Lucknow entsandt wurde.[2]

Sie gewann an Bedeutung innerhalb der Liberal Party, zunächst als Präsidentin der Women’s Liberal Association für Tavistock. 1904 wurde sie Mitglied des Exekutivkomitees der Women’s National Liberal Federation. Sie war außerdem aktives Mitglied der National Union of Women’s Suffrage Societies, der führenden Organisation für das Frauenwahlrecht. 1908 trat sie der Women’s Liberals Forward Suffrage Union bei, einer Nachfolgeorganisation der Union of Practical Suffragists. 1911 gehörte sie zu der Gruppe, die sich mit den liberalen Regierungsführern H. H. Asquith und David Lloyd George traf, um über die Einführung des Wahlrechts für Frauen zu sprechen.[1][2]

Trotz ihrer Bedeutung in der Liberal Party und in der Wahlrechtsbewegung erhielt sie weder in Tavistock noch in einem anderen für Liberale aussichtsreichen Wahlkreis eine Kandidatur. Bei der Parlamentswahl 1918 trat sie schließlich für den Wahlkreis Portsmouth South an. Sie wurde vom liberalen Parteiführers Asquith unterstützt, jedoch nicht vom Koalitions‑Premierministers Lloyd George, der ihren unionistischen Gegenkandidaten Herbert Cayzer förderte. Cayzer gewann die Wahl mit 68 % der Stimmen; Garland erhielt knapp 19 % und belegte den zweiten Platz.[3]

Bei der Parlamentswahl 1922 kandidierte sie für die Liberalen im Wahlkreis Dartford in Kent. Erneut bleibt ihr die Unterstützung von Lloyd George versagt. Dessen Kandidat George Jarrett trat für die von Lloyd George initiierte liberal-konservative Abspaltung National Liberal Party an und gewann den Sitz mit knapp 50 % der Stimmen gegen den Labour-Abgeordneten (knapp 44 %). Garland erreichte für die Liberal Party 6,5 % der Stimmen.[3]

Sie kandidierte weder bei der Parlamentswahl von 1923 noch bei der von 1924. Im Juli 1924 erklärte sie auf dem Women's International Housing Congress in Caxton Hall, dass ein Mangel an Handwerkern ein Faktor für die Wohnungsnot in Großbritannien sei.[1] Anfang 1929 wurde sie von der Barrow-in-Furness Liberal Association angesprochen, deren potenzielle Parlamentskandidatin zu werden, lehnte jedoch ab.[4] Stattdessen war sie 1929 liberale Kandidatin für den aussichtsarmen Wahlkreis Warrington in Lancashire bei der General Election von 1929. Sie wurde hinter dem Labour-Gewinner Charles Dukes (50 % der Stimmen) und dem konservativen Kandidaten (18 %) erneut Dritte mit knapp über 7 % der Stimmen.[3]

Sie kandidierte kein weiteres Mal.[3] Dennoch setzte sie ihre Redetätigkeit für die Liberal Party im ganzen Land fort. Sie war Präsidentin der Women’s National Liberal Federation von 1934 bis 1936. Am 11. Mai 1937 wurde für ihre politischen und öffentlichen Verdienste zum Officer of the Order of the British Empire ernannt.[1][5]

Garland war zeit ihres Lebens unverheiratet. Sie starb 1939 in Royal Tunbridge Wells, Kent.[1]

Einzelnachweise

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