Allendorf an der Landsburg

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Allendorf an der Landsburg (Aussprache/?) ist ein Stadtteil der Stadt Schwalmstadt im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Schnelle Fakten Stadt Schwalmstadt ...
Allendorf a. d. Landsburg
Wappen von Allendorf a. d. Landsburg
Koordinaten: 50° 57′ N,  13′ O
Höhe: 220 m ü. NN
Fläche: 8,64 km²[1]
Einwohner: 567 (31. Dez. 2024) HW[2]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 34613
Vorwahl: 06691
Allendorf an der Landsburg
Allendorf an der Landsburg
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Geographische Lage

Allendorf liegt nordwestlich des Knüllgebirges im Landsburger Grund, auf einer Anhöhe, knapp 4,5 km nordnordöstlich des Zentrums von Treysa, dem Schwalmstädter Hauptort. Nördlich des direkt östlich der Schwalm gelegenen Dorfs befindet sich jenseits der Mündung der Gers in die Schwalm der Basaltkegel Gerstenberg, auf dem die Landsburg stand. Am westlichen Ortsrand verläuft die Bahntrasse der Main-Weser-Bahn.

Allendorf besteht aus zwei Ortskernen, die im Lauf der Jahrhunderte zusammengewachsen sind. Der nördlich gelegene und größere Kern wird um die Kirche gebildet, den Mittelpunkt des südlichen und kleineren Ortskerns bildet eine Hofanlage.

Geschichte

Kirche

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von „Allendorf an der Landsburg“ erfolgte 1197 unter dem Namen Aldendorf in einer Urkunde, in der Papst Coelestin III. dem Kloster Spieskappel seinen Schutz und Güterbesitz bestätigte.[3][4] Auf dem nahegelegenen Gerstenberg errichtete Graf Johann I. von Ziegenhain 1343 eine Festung, die Landsburg. Sie diente als Schutz gegen die mainzische Burg Jesberg. Der Gerstenberg war bereits in der keltischen Zeit besiedelt, als dort eine Fliehburg stand.

Die Landsburg und Allendorf wechselten nach 1450, dem Ende der Grafschaft Ziegenhain, mehrmals den Besitzer, ehe sie 1544 wieder endgültig Teil der Landgrafschaft Hessen wurden. Nach Streitigkeiten verfiel die Burg jedoch noch im selben Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Allendorf ebenso wie das Nachbardorf Michelsberg verheerend heimgesucht.

In Allendorf an der Landsburg sammelten Jacob und Wilhelm Grimm ab 1806 zahlreiche Märchen, die ihnen die Pfarrerstochter Friederike Mannel erzählte.[5]

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde „Allendorf an der Landsburg“ im Zuge der hessischen Gebietsreform auf freiwilliger Basis als Stadtteil nach Schwalmstadt eingegliedert.[6][7] Für die ehemals eigenständigen Städte und Gemeinden von Schwalmstadt wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[8]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Allendorf a. d. Landsburg angehört(e):[3][9]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Allendorf an der Landsburg 552 Einwohner. Darunter waren 6 (1,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 93 Einwohner unter 18 Jahren, 237 zwischen 18 und 49, 108 zwischen 50 und 64 und 114 Einwohner waren älter.[13] Die Einwohner lebten in 225 Haushalten. Davon waren 57 Singlehaushalte, 60 Paare ohne Kinder und 78 Paare mit Kindern, sowie 24 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 48 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 144 Haushaltungen lebten keine Senioren.[13]

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon[3]
 1502:28 Männer.
 1585:48 Hausgesesse
 1639:7 Bauern, 5 Ködner, 16 Einzelne, 1 Witwe
 1681:32 Hausgesesse, 4 Ausschuss
 1782:51 Wohnhäuser, 311 Einwohner
Allendorf an der Landsburg: Einwohnerzahlen von 1782 bis 2024
Jahr  Einwohner
1782
 
311
1800
 
?
1834
 
506
1840
 
525
1846
 
561
1852
 
593
1858
 
565
1864
 
566
1871
 
564
1875
 
536
1885
 
485
1895
 
493
1905
 
549
1910
 
548
1925
 
550
1939
 
587
1946
 
830
1950
 
815
1956
 
650
1961
 
620
1967
 
623
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
552
2016
 
542
2020
 
505
2024
 
567
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[3]; Stadt Schwalmstadt[14]; Zensus 2011[13]

Historische Erwerbstätigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon[3]
 1782:2 Schmiede, 3 Wagner, 1 Bender, 2 Maurer, 2 Schneider, 3 Leineweber, 1 Müller, 1 Zimmermann, 2 Branntweinschenken, 1 Krämer, 3 Lohnschäfer, 12 Tagelöhner
 1838Familien: 44 Ackerbau, 25 Gewerbe, 36 Tagelöhner
 1961Erwerbspersonen: 163 Land- und Forstwirtschaft, 98 produzierendes Gewerbe, 40 Handel und Verkehr, 21 Dienstleistungen und Sonstiges

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon[3]
 1861:529 evangelisch-reformierte, 10 jüdische Einwohner
 1885:480 evangelische (= 98,97 %), 5 jüdische (= 1,03 %) Einwohner
 1961:549 evangelische (= 88,55 %), 61 katholische (= 9,84 %) Einwohner

Politik

Für Allendorf besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Allendorf) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern.[8] Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 66,59 %. Es erhielten die SPD mit 37,12 % der Stimmen drei Sitze, die CDU mit 44,08 % drei Sitze und die „Freien Wähler“ mit 18,80 % einen Sitz.[15] Der Ortsbeirat wählte Reinhard Otto (CDU) zum Ortsvorsteher.[16]

Kulturdenkmäler

Anmerkungen und Einzelnachweise

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