Alluitsup Kangerlua
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Der Alluitsup Kangerlua (nach alter Rechtschreibung Agdluitsup Kangerdlua „Fjord von Alluitsoq“; dänisch Lichtenau Fjord) ist ein grönländischer Fjord im Distrikt Nanortalik in der Kommune Kujalleq.
| Alluitsup Kangerlua | ||
|---|---|---|
| Gewässer | Davisstraße | |
| Landmasse | Grönland | |
| Geographische Lage | 60° 36′ N, 45° 26′ W | |
| Breite | 4 km | |
| Länge | 41 km | |
Geografie
Der Alluitsup Kangerlua entsteht an der Mündung seiner beiden Seitenarme Sioralik und Qallimiut Imaat. Letzterer entsteht aus dem Amitsuarsuk. Von der Mündung des Alluitsup Kangerlua bis zum Ursprung des Amitsuarsuk sind es etwa 41 km, während der Alluitsup Kangerlua alleine nur rund 25 km misst. Vom Zusammenfluss der beiden Seitenarme verläuft der Fjord nach Südwesten, dann nach Süden und anschließend wieder nach Südwesten. Auf etwa halber Strecke liegen am Ostufer die Bucht Tasiusaarsuk und am Nordwestufer der buchtähnliche Fjord Kangerluluk.[1]
Geschichte
Der Fjord wurde vermutlich erstmals im Mittelalter von den Grænlendingar besiedelt. Die Grænlendinga saga berichtet, dass der Landnehmer Þorbjǫrn glóra den Fjord Siglufjǫrðr („Mastfjord“) besiedelte und benannte, welcher mit dem Alluitsup Kangerlua gleichgesetzt wird.[2] Später wurde er durch die Thule-Kultur besiedelt.[3]
Nach dem Aussterben der Grænlendingar wurde Grönland ab 1721 von Hans Egede kolonisiert. Im August 1723 fuhr er in den Alluitsup Kangerlua und seine beiden Seitenarme, wo er mittelalterliche Ruinen entdeckte. Peder Olsen Walløe verbrachte während seiner Expedition den Winter 1752/53 im Fjord.[2]
Die Kolonisierung Südgrönlands begann erst 1774, als die Herrnhuter Brüdergemeine die Missionsstation Lichtenau in Alluitsoq in diesem Fjord anlegte. Im Jahr darauf siedelten sich auch die dänischen Kolonisatoren in Südgrönland an. An der Mündung des Fjords befand sich der Wohnplatz Alluitsup Paa, dessen Bewohner zur Herrnhuter Brüdergemeine gehörten, bis am Ort 1832 ein Udsted gegründet wurde und ein Teil der Bewohner der dänischen Mission zugeschlagen wurde. Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich der Wohnplatz Akuliaruseq, der ebenfalls herrnhutisch war. An der Spitze der Halbinsel am Kangerluluk befand sich der Wohnplatz Nuugaarsuk. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Ort Ammassivik besiedelt.[2] Nuugaarsuk wurde 1920 verlassen. An mehreren Orten wurde im 20. Jahrhundert Schafzucht betrieben, darunter in Alluitsoq und Akuliaruseq, die aber als Dörfer in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgegeben wurden. In Qallimiut (am Qallimiut Imaat), Qorlortorsuaq (am Amitsuarsuk) und Eqalugaarsuit (bei Alluitsoq) wurden weitere Schäfersiedlungen gegründet. In Qorlortorsuaq befindet sich seit den 2000er Jahren ein Wasserkraftwerk. Der Fjord wird heutzutage von rund 170 Personen bewohnt.[4]
