Almut Glinin
deutsche Künstlerin
From Wikipedia, the free encyclopedia
Almut Glinin (* 1954 in Bremen) ist eine deutsche bildende Künstlerin. Ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt im Bereich der Objektkunst. Neben medienübergreifenden Rauminstallationen arbeitet sie im Bereich der Malerei, mit Spiegelungen und Lichtreflexionen auf Objekten und Flächen sowie Versatzstücken aus der Fotografie und der Videokunst.
Leben und Werk
Glinin besuchte von 1974 bis 1978 die Freie Kunstschule Stuttgart, auf der sie bei Gerd Neisser ihre künstlerische Grundausbildung in den Bereichen Zeichnen, Druckgrafik, Plastik und Fotografie erlangte, bevor sie von 1978 bis 1984 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart ein Studium der Malerei bei K. R. H. Sonderborg absolvierte.
Seit 1985 ist sie freiberuflich im Bereich der Bildkunst tätig, seit 1995 bilden medienübergreifende Bildinstallationen und Interventionen den Schwerpunkt ihres Werks. Sie erhielt mehrere Stipendien, darunter 1985 ein Arbeitsstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg und 1989 ein Stipendium des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg.
Almut Glinins Arbeiten waren seit den 1980er Jahren bei mehreren Gruppen- und Einzelausstellungen zu sehen, darunter in der Städtischen Galerie Ostfildern, im Kunstverein Böblingen, im Kloster Denkendorf, im Rahmen der Neuen Kunst im Hagenbucher in Heilbronn und 2009 in mehreren Orten in Dessau. 2008 wurde sie mit dem Dr.-Theobald-Simon-Preis der GEDOK ausgezeichnet.[1]
Von 1995 bis 2008 an war sie Dozentin an der Freien Kunstakademie Nürtingen, wo sie zeitweilig auch Vorstandsmitglied war.[2] Seit 1996 ist sie Dozentin an der Hochschule für Kunsttherapie Nürtingen im Fachbereich Kunst.[3]
Sammlungen
Werke Almut Glinins wurden von Sammlungen angekauft und befinden sich in privatem und öffentlichem Besitz, so im Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg, der Graphothek der Stadtbibliothek Stuttgart, dem Regierungspräsidium Stuttgart, der Kunsthalle Würth und der Städtischen Galerie Ostfildern.[4]
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen
- 1987: Haus der Kunststiftung Baden-Württemberg, Stuttgart
- 1992: Malerei, Debüt-Ausstellung, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
- 1995: Wellen, Felder und Gestalten, Bildinstallation, Städtische Galerie Ostfildern
- 1999: Ortswechsel, Heimatmuseum Ramstein
- 1999: Blickkontakt und Übertragung, Bildinstallation im Kreuzgang, Intervention im Speisesaal des Klosters Denkendorf
- 2002: Das längere Gedankenspiel, Forum für experimentelle Kunst, Bild/Objekt-Installation, Kunstverein Böblingen
- 2003: Simultan, Künstlerhaus Ulm, mit Kurt App (Klanginstallation)
- 2004: Sichtbar werden – Topografie latenter Bilder, Städtische Galerie Ostfildern
- 2007: Zeitgebunden – Intervention in einer belassenen Raumstruktur, Neue Kunst im Hagenbucher, Heilbronn
- 2008: Bildwandler, Glacis-Gelände der Landesgartenschau Neu-Ulm
- 2009: Sichtwechsel, Bundes-GEDOK-Kunstpreis „Dr.Theobald Simon Preis“ 2008, Zentralkabinett der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Bonn
- 2009: Lichtbilder – Tondo – in der Raumzeit, Anhaltische Gemäldegalerie, Schloss Georgium und Orangerie[5][6]
- 2015: Spezifische Anschauungen Bild – Raum – Objekt, Galerieverein Leonberg
- 2016: Licht und Schatten im Fremdenhaus, Anhaltische Gemäldegalerie Dessau
- 2020: Unter dem Gebälk, Kreuzkirche Nürtingen[7]
- 2022: Fließfiguren – Kopfgeburten, Galerie der GEDOK Stuttgart
- 2023: Simultane Strukturen, Hohenwart Forum Pforzheim
Gruppenausstellungen
- 1983: Kunstpreis Junger Westen, Druckgrafik, Recklinghausen
- 1984: Kunstpreis Junger Westen, Malerei, Recklinghausen
- 1988: Absprünge, 10 Jahre Kunststiftung Baden-Württemberg
- 1994: prima idea, Deutscher Künstlerbund, Landesmuseum für Technik und Arbeit, Mannheim
- 2004: Landauf-Landab, Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall
- 2010: Abiko International Open-Air Art Exhibition, Präfektur Chiba, Japan
- 2010: Gabriele-Münter-Preis 2010, Martin-Gropius-Bau, Berlin und Frauenmuseum Bonn
- 2011: Jamais vu (Video), Fremdenhaus, Anhaltische Galerie Dessau
- 2011: Zeichen setzen im Bild – jede Linie ist eine Weltachse, Hochschule für Bildende Künste Dresden
Publikationen (Auswahl)
- Erscheinungen in Phasen bilderzeugender Handlungen. In: Marion Wendlandt-Baumeister, Karl-Heinz-Menzen (Hrsg.): Kunst & Therapie. Zeitschrift für bildnerische Therapien. Nr. 2, 2014: Das Spezifische. Reflexionen über die Kunst in der Kunsttherapie II. Claus Richter Verlag, Köln 2014, ISBN 978-3-924533-35-9, S. 12–23.
Literatur
- Ursula Binder, Merete Cobarg, Deutscher Künstlerbund (Hrsg.): Prima idea. Der Deutsche Künstlerbund in Mannheim 1994. Wienand Verlag, Köln 1994, ISBN 3879094047.
- Sabine Grosser (Hrsg.): dedicated. Eine Ausstellungsreihe der Produzentengalerie Kassel im Juli 1997 im Themenkreis der „Kunstimmanenten Rezeption“. Boxan, Boris Verlag, Kassel 1997, ISBN 978-3-923461-24-0.
- C. Sylvia Weber (Hrsg.): Land auf, Land ab. Karlsruhe und Stuttgart im Kaleidoskop der Sammlung Würth. Swiridoff Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 978-3-89929-018-9, S. 98–99.
- Christine Mechler-Schönach: „Sichtwechsel“. Zur Bildkunst von Almut Glinin. In: GEDOK (Hrsg.): Almut Glinin Bild – Raum – Objekt. 1995–2009. Stuttgart 2009.
- Annemarie Helmer-Heichele, Kathy Kaaf, Ulrike Mond, Marianne Pitzen (Hrsg.): Vorreiterin. Gabriele Münter Preis 2010. FrauenMuseum, Bonn 2010, ISBN 978-3-940482-29-7.
- Doris Titze, Thomas Hellinger (Hrsg.): Zeichen setzen im Bild. Jede Linie ist eine Weltachse (= Die Kunst ist eine Kunsttherapie. 6). Sandstein Kultur, Dresden 2012, ISBN 978-3-942422-74-1.
- Reinhard Lambert Auer, Jenny Sturm (Hrsg.): Bilder? Bilder! Erster Kunstpreis der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Verein für Kirche und Kunst Evangelische Landeskirche Württemberg e. V., Stuttgart 2013, ISBN 978-3-9810574-5-4.
Weblinks
- Literatur von und über Almut Glinin im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Website von Almut Glinin
- Glinin, Almut – Malerin/GEDOK Stuttgart. In: gedok.de. Archiviert vom am 4. März 2016; abgerufen am 18. November 2025.