Almut Steger

deutsche Ökonomin und Statistikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Almut Steger (* 27. September 1948 in Frankfurt am Main; † 23. September 2025 daselbst) war eine deutsche Ökonomin und Statistikerin. Sie galt als eine der bedeutendsten deutschen Expertinnen für Zahlungsbilanzstatistik und internationale Wirtschaftsstatistik. Sie wirkte maßgeblich an der Entwicklung internationaler statistischer Standards im Rahmen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Vereinten Nationen mit.

Leben

Almut Steger studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Statistik und arbeitete im Anschluss beim SPES-Projekt (Sozialpolitisches Entscheidungs- und Indikatorensystem für die Bundesrepublik Deutschland)[1] sowie im Sonderforschungsbereich 3 (SfB3 – Mikroanalytische Grundlagen der Gesellschaftspolitik). 1979 promovierte sie zum Dr. rer. pol. und wechselte 1980 zur Deutschen Bundesbank, wo sie zuletzt als Leiterin der Abteilung Zahlungsbilanzstatistik und stellvertretende Leiterin des Zentralbereichs Statistik tätig war. Sie war viele Jahre in der amtlichen Statistik tätig und spezialisierte sich früh auf Fragen der internationalen ökonomischen Berichterstattung, insbesondere der Zahlungsbilanz.[2]

Als Vertreterin Deutschlands im Committee on Balance of Payments Statistics des IWF war sie maßgeblich an der Erstellung des Balance of Payments and International Investment Position Manual, Sixth Edition (BPM6) beteiligt.[3]

Darüber hinaus arbeitete sie als Expertin für die Vereinten Nationen am Manual on Statistics of International Trade in Services 2010 (MSITS 2010, 2nd Edition) mit, das internationale Standards für die Erfassung des Dienstleistungshandels festlegte.[4] Almut Steger war eine profilierte Expertin der internationalen Statistik und eine der zentralen Figuren bei der Modernisierung der deutschen und internationalen Zahlungsbilanzmethodik. Ihre Arbeiten trugen wesentlich dazu bei, die Methoden internationaler Wirtschaftsstatistik zu vereinheitlichen, die internationale Vergleichbarkeit wirtschaftlicher Daten zu erhöhen und die Grundlage für zahlreiche politische und ökonomische Analysen zu schaffen.[5]

Forschungsschwerpunkte

Auszeichnungen

Im Jahr 2016 ernannte sie die Deutsche Statistische Gesellschaft zum Ehrenmitglied.[6] Außerdem war sie gewähltes Mitglied des International Statistical Institute (ISI) und Mitglied des Exekutivkomitees des Irving Fisher Committee on Central Bank Statistics (IFC).[7]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Haushalte und Familien bis zum Jahr 2000 – Eine mikroanalytische Untersuchung für die Bundesrepublik Deutschland. Campus, Frankfurt am Main/New York, 1980.
  • Rückrechnung einer Zahlungsbilanz für die ehemalige DDR. In: Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Rückrechnungen gesamtwirtschaftlicher Daten für die ehemalige DDR. Forum der Bundesstatistik, Bd. 24. Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1993, S. 83–93. Volltext
  • mit K. Hanau (Hrsg.): Währungsunion und monetäre Statistiken. Sonderhefte zum Allgemeinen Statistischen Archiv, Bd. 34. 1999, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen.
  • mit Heinz Grohmann, Walter Krämer: Statistik in Deutschland – 100 Jahre Deutsche Statistische Gesellschaft. Springer, 2011, Berlin.

Mitwirkung an internationalen Handbüchern

  • International Monetary Fund (2009): Balance of Payments and International Investment Position Manual (BPM6) – Mitglied des Committee on Balance of Payments Statistics als deutsche Vertreterin.[3]
  • United Nations (2010): Manual on Statistics of International Trade in Services 2010 (MSITS 2010, 2nd Edition) – Mitautorin und Expertin im internationalen Expertenteam.[4]

Einzelnachweise

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