Alois Dankbar
deutscher Politiker (NSDAP)
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Alois Dankbar (* 3. Januar 1911 in Wettringen; † 25. Oktober 1988) war ein deutscher Parteifunktionär (NSDAP).
Leben
Alois Dankbar wurde als Sohn des Landwirts Hermann Dankbar im münsterländischen Wettringen geboren und arbeitete nach seiner Schulausbildung im väterlichen Landwirtschaftsbetrieb. In seinem Heimatort gehörte er dem Kolpingverein an und trat zum 1. Februar 1931 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 433.786),[1] aber bereits nach einem halben Jahr wieder aus. Am 20. April 1932 meldete er sich erneut bei der Partei an und wurde NSDAP-Ortsgruppenleiter in Wettringen. Dieses Amt führte er bis Dezember 1934 aus, als er hauptamtlicher Kreisamtsleiter in Burgsteinfurt wurde. In den Jahren 1936/1937 war er Ordensjunker auf der NS-Ordensburg Vogelsang und kam anschließend nach Burgsteinfurt als Kreispersonalamtsleiter zurück. 1939 wurde er NSDAP-Kreisleiter in Schaumburg-Lippe, bevor er zum Jahresende zur Wehrmacht einberufen wurde. Er war der jüngste Kreisleiter im NS-Gau Westfalen-Nord[2] und nahm als Leutnant am Frankreichfeldzug teil und wurde in der Zeit bis September 1940 durch Albert Stute vertreten. Anschließend kehrte er bis Anfang Februar 1941 wieder nach Schaumburg-Lippe zurück. Wieder wurde er zur Wehrmacht einberufen und kam im November 1941 in den ukrainischen Ort Schytomyr, wo er Gebietsbeauftragter bis zum Rückzug der deutschen Truppen war. Nach Schaumburg zurückgekehrt, blieb er bis Kriegsende als Kreisleiter tätig. In der Zwischenzeit von Oktober 1944 bis Januar 1945 war er Einsatzleiter beim Bau des Westfalenwalls und wurde in dieser Zeit durch Hans Meinert vertreten. Nach Kriegsende nahm er einen falschen Namen an und wurde erst am 26. August 1946 verhaftet und im Lager Staumühle interniert, wo er bis Mitte April 1948 verblieb.
Im Entnazifizierungsverfahren wurde er am 22. März 1948 durch die Spruchkammer Hiddesen zu einer Gefängnisstrafe von 2 Jahren verurteilt. 18 Monate galten durch die Internierung als verbüßt. Die Reststrafe von 6 Monaten wurde nach einem Gnadengesuch durch den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen am 21. November 1949 zur Bewährung ausgesetzt und am 8. November 1952 endgültig erlassen. In den 1960er Jahren wurden gegen Dankbar Ermittlungsverfahren wegen NS-Gewaltverbrechen (Vorwurf: „Tötung von jüdischen, russischen und ukrainischen Landeseinwohnern“) geführt, die sämtlich eingestellt wurden. Seinen Lebensunterhalt verdiente er zunächst als Hilfsarbeiter und später als Büroangestellter in einer Reparaturwerkstatt seines Schwagers.
Mitgliedschaften
Literatur
- Wolfgang Stellbrink: Die Kreisleiter der NSDAP in Westfalen und Lippe. Veröffentlichung der staatlichen Archive des Landes Nordrhein-Westfalen: Reihe C, Quellen und Forschung; Band 48, Münster 2003, ISBN 3-932892-14-3, S. 142 (Digitalisat)