Alphen aan den Rijn

Gemeinde in den Niederlanden From Wikipedia, the free encyclopedia

Alphen aan den Rijn (anhören/?) (deutsch Alphen am Rhein) ist eine Stadt und Gemeinde der niederländischen Provinz Südholland. Sie zählte am 1. Januar 2026 laut Angabe des CBS 117.278 Einwohner. Zum 1. Januar 2014 wurde die Gemeinde mit den ehemaligen Gemeinden Boskoop und Rijnwoude fusioniert.

Schnelle Fakten
Gemeinde Alphen aan den Rijn
Flagge der Gemeinde Alphen aan den Rijn
Flagge
Wappen der Gemeinde Alphen aan den Rijn
Wappen
Staat Niederlande Niederlande
Provinz  Zuid-Holland
Bürgermeister Erik van Heijningen (VVD; kommissarisch)[1]
Sitz der Gemeinde Alphen aan den Rijn
Fläche
 – Land
 – Wasser
132,5 km²
125,93 km²
6,57 km²
CBS-Code 0484
Einwohner 117.278 (1. Jan. 2026[2])
Bevölkerungsdichte 885 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 8′ N,  40′ O
Bedeutender Verkehrsweg N11 N207 N209 N231 N455
Vorwahl 0172
Postleitzahlen 2391, 2394, 2396, 2401–2409, 2445, 2471, 2731, 2735, 2771, 2811
Website alphenaandenrijn.nl
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Geographie

Alphen aan den Rijn liegt am Oude Rijn, genauer an der Mündung des kleinen Flusses Aar in den Oude Rijn, der von Utrecht kommend nach Leiden fließt. Alphen wird an der Ostseite durch die Gouwe und den Aarkanal begrenzt. Die Stadt liegt zwischen Leiden, Gouda und Bodegraven.

Die Gesamtfläche der Gemeinde hat sich nach der Fusion mit Boskoop und Rijnwoude im Jahr 2014 mehr als verdoppelt: Betrug sie vorher 57,68 km², so sind es seitdem 132,50 km².[3] Die Höhe liegt bei -1 m NAP.

Geschichte

Das Gebiet um Alphen aan den Rijn wurde bereits vor 2000 Jahren besiedelt. In der römischen Zeit war der Oude Rijn der Hauptarm des Rheins. Durch Ablagerungen des Flusses entstanden höher gelegene Ufergebiete. In Alphen ist dieses noch an der Namensgebung der Stadtteile „Hoge zijde“ und „Lage zijde“ („Hohe“ bzw. „Tiefe Seite“) am linken bzw. rechten Flussufer erkennbar. Im heutigen Zentrum der Stadt erbauten die Römer das castellum Albaniana („Siedlung am weißen Wasser“), von dem sich vermutlich der Name Alphen ableitete. Die Römer errichteten auch die erste Brücke über den Oude Rijn. Heute existieren fünf Brücken über den Oude Rijn, von denen zwei nur für Fußgänger freigegeben sind. Seit der Regierungszeit des römischen Kaisers Claudius (41–54 n. Chr.) waren zur Verteidigung der nördlichen Grenze am Rhein römische Soldaten in Albaniana stationiert. Im nahe gelegenen Dorf Zwammerdam wurden Reste eines weiteren römischen castellums gefunden, das den Namen Nigrum Pullum trug. In diesem Zusammenhang gelang mit der Entdeckung der Schiffsfunde von Zwammerdam in den Jahren 1971 bis 1974 eine kleine archäologische Sensation. Durch den entstehenden Handel entwickelte sich Alphen aan den Rijn zu einem bedeutenden Handelszentrum in der Region. Germanische Überfälle beendeten dies allerdings spätestens um die Jahre 260/270.

Nach vielen allgemeineren Problemen und Überschwemmungen, vor allem in Utrecht und Leiden wurde der Oude Rijn 1122 bei Wijk bij Duurstede abgedeicht. Der Lek genannte Arm wurde dadurch der Hauptarm des Rheinwassers. Am Oude Rijn hat es seitdem keine Überschwemmungen mehr gegeben. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich Alphen als Knotenpunkt des Handels über Land und Wasser weiter. Die heutige Gemeinde Alphen aan den Rijn entstand 1918 durch die Zusammenlegung der Gemeinden Alphen, Aarlanderveen und Oudshoorn. 1964 wurde auch das Dorf Zwammerdam eingemeindet.

Im Oktober 2001 wurde Alphen aan den Rijn zur grünsten Stadt der Niederlande gekürt. Im September 2002 wurde Alphen aan den Rijn dieser Titel europaweit zuerkannt. Am 9. April 2011 ereignete sich der Amoklauf von Alphen, bei dem acht Menschen getötet und weitere 17 verletzt wurden.

Die Gemeinden Alphen aan den Rijn, Boskoop und Rijnwoude fusionierten zum 1. Januar 2014.[4] Die neue Gemeinde übernahm den bestehenden Namen Alphen aan den Rijn.[5]

Anfang August 2015 war Alphen aan den Rijn erneut in den internationalen Medien, als zwei Fahrzeugkrane auf einem Ponton beim Abladen eines Brückenteils bei Modernisierungsarbeiten der örtlichen Königin-Juliane-Brücke auf Wohn- und Geschäftsgebäude stürzten und diese zerstörten.[6]

Politik

Sitzverteilung im Gemeinderat

Kommunalwahl am 18. März 2026[7]
Wahlbeteiligung: 54,58 %
 %
20
10
0
18,82
15,88
12,48
10,76
8,94
8,67
6,20
3,86
3,85
10,53
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2022
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
−0,03
+4,57
−5,64
+7,18
−4,44
−1,40
−0,52
−0,20
−2,41
+2,87
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Nieuw Elan
c 2022 als eigenständige Wahllisten
g RijnGouweLokaal
j ONS Alphen 3,09 % (+3,09 %), SP 2,84 % (–2,05 %), PvdD 2,55 % (+2,55 %), Alphen voor Elkaar 2,05 % (+2,05 %), Beter Alphen 0 % (–2,77 %)

In Alphen aan den Rijn wird der Gemeinderat wie folgt gebildet:

Weitere Informationen Partei, Sitze a ...
ParteiSitze[7] a
198219861990199419982002200620102013 b201820222026
Nieuw Elan361088
CDA111011767657657
GroenLinks c2233233565
PvdA58534475422
FvD14
VVD998998875654
D66214532134344
RijnGouweLokaal c1122
SGP2100002111
RPF122
GPV
ChristenUnie2333221
ONS Alphen1
SP012443423221
PvdD1
Beter Alphen211111
Alphen één d e222
TROTS1
Leefbaar Alphen/Alphense Stadspartij2210
Initiatiefgroep Democratisch Alphen10
Progressief Alphen c1
PPR1
PSP1
CPN
Gesamt313133333335353539393939
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Sitzverteilung im Gemeinderat von Alphen aan den Rijn 2026[7]
1
1
5
4
8
2
1
4
7
1
1
4
1 1 5 4 8 2 1 4 7 1 1 4 
Insgesamt 39 Sitze

Nach der Wahl 2026 wird eine Koalition aus Nieuw Elan, CDA, GroenLinks/PvdA und D66 eingegangen. Sie verfügen über 24 der 39 Sitze.[8]

Anmerkungen
a 
Parteien, die zwar an der Wahl teilgenommen hatten, aber keinen Ratssitz erlangen konnten, werden nicht berücksichtigt.
b 
Aufgrund der Eingemeindung von Boskoop und Rijnwoude zum 1. Januar 2014 fand eine außerplanmäßige Kommunalwahl im Jahre 2013 statt.
c 
Die Mitglieder von Progressief Alphen schlossen sich bei der Kommunalwahl 1990 der örtlichen GroenLinks-Fraktion an.
d 
Alphen één ging zur Kommunalwahl 2013 in die neu gegründete Lokalpartei RijnGouweLokaal auf.
e 
Im Jahr 2002 kandidierte Alphen één als Vrije Lijst.

Bürgermeister

Seit dem 13. Oktober 2025 ist Erik van Heijningen (VVD) kommissarischer Bürgermeister der Gemeinde.[1] Zu seinem College van B&W zählen die Beigeordneten Gerard van As (Nieuw Elan), Anouk Noordermeer (VVD), Relus Breeuwsma (CDA), Gert van den Ham (D66), Gert-Jan Schotanus (Nieuw Elan) sowie der Gemeindesekretär Michiel van Kruijsbergen.[9]

Städtepartnerschaften

Sehenswürdigkeiten

Das alte Rathaus von Alphen aan den Rijn.
Im Ortsteil Koudekerk aan den Rijn mit der Kirche, der sogenannten Brugkerk.
Die Hebebrücke über die Gouwe in Alphen aan den Rijn.
  • Oudshoornse kerk, eine Kirche am Ufer des Oude Rijns, gegründet 1665 durch Cornelis de Vlaming van Oudshoorn
  • Remonstrantse kerk. Zuvor, bis 1948, war das Gebäude eine Synagoge.[10]
  • Korenmolen de Eendracht, diese elf Meter genu breite Mühle wurde ursprünglich 1752 am Nordende des Kanals Gouw in Zaandam errichtet. 1898 wurde sie nach Alphen a/d Rijn umgesetzt, um dort eine andere Mühle zu ersetzen. Bis 1955 wurde die Mühle kommerziell betrieben, seitdem ist sie hin und wieder dem Publikum zugänglich.
  • Das frühere Rathaus (Voormalig Raadhuis) wurde 1937 bis 1939 erbaut.
  • Das im Januar 2003 eröffnete neue Rathaus (Nieuwe Stadhuis) ist dem Trend der Zeit entsprechend mit viel Offenheit und Glas gestaltet.
  • Brugkerk, spätgotische Kirche im Ortsteil Koudekerk aan den Rijn, benannt nach der dortigen denkmalgeschützten Ophaalbrug
  • Vogelpark „Avifauna“
  • Wichtigster Anziehungspunkt für Touristen ist der Archäologische Themenpark Archeon, in dem Akteure die Besucher durch nachgebildete Gebäude u. a. der Römerzeit und des Mittelalters führen.

Wirtschaft

Alphen aan den Rijn hat viele, vor allem mittelgroße und kleine Industriebetriebe. Fast alle Branchen sind im Ort vertreten. Auch Handelsbetriebe aller Art gibt es auf einem der vielen Gewerbegeländen. Auch der Tourismus (siehe oben: Sehenswürdigkeiten) und die Viehwirtschaft (Milchprodukte, Käse) sind bedeutend.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Arjan van ’t Riet, Bernadette Verhoef, Henry Wilbrink: Canon van de gemeente Alphen aan den Rijn. Verloren, Hilversum 2024, ISBN 978-94-6455-130-3.
Commons: Alphen aan den Rijn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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