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Altenbekener Sparherd

Kochmaschine aus dem späten 19. Jahrhundert From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Altenbekener Sparherd war eine Kochmaschine aus dem späten 19. Jahrhundert, die in der Eisenhütte Altenbeken (heute Nordrhein-Westfalen) produziert wurde. Das patentierte Modell galt als besonders kohlen- und energieeffizient und erlangte internationale Anerkennung, unter anderem durch eine Auszeichnung auf der Internationalen Ausstellung für das Rote Kreuz, Armeebedarf, Hygiene, Volksernährung und Kochkunst im Jahr 1892 in Leipzig.

Altenbekener Sparherd aus einer Werbeanzeige der Lippischen Landes-Zeitung vom 4. Juni 1892

Entwicklung

Die Geschichte der Eisenverarbeitung in Altenbeken reicht bis ins Jahr 1377 zurück,[1][2] der Ort war als Standort für Hüttenwerke, Hämmer und Schmieden bekannt.

In den 1890er Jahren entwickelte der Eisenhüttenbesitzer Franz Hillebrandt in der Altenbekener Hütte einen sogenannten „Patent-Sparherd“, der sich nach eigenen Angaben durch 30 bis 50 % Kohlenersparnis gegenüber herkömmlichen Modellen auszeichnete.[3] Grundlage war ein speziell entwickelter Regulator in Kombination mit einem Wärmesammler, der die Energieausbeute deutlich steigerte.[4][5]

Der Altenbekener Sparherd wurde 1892 auf der „Internationalen Ausstellung für das Rote Kreuz, Armeebedarf, Hygiene, Volksernährung und Kochkunst“ in Leipzig präsentiert.[6] Dort wurde er mit einem Ehrendiplom und einer goldenen Medaille ausgezeichnet.[7]

Werbeanzeige der Altenbekener Patent-Sparherde mit Hinweis auf Auszeichnungen und Verkaufsstellen vom 5. Juni 1892 im Westfälischen Volksblatt

Diese Ehrung führte zu größerer Bekanntheit, die sich an der wachsenden Zahl an Anzeigen und Vertriebspartnern[8] sowie an vermehrten Stellenangeboten für Sandformer[9][10] in zeitgenössischen Zeitungen ablesen lässt.[11]

Werbeanzeige der Altenbekener Patent-Sparherde mit Hinweis auf Auszeichnungen und Verkaufsstellen vom 20. März 1892 im Westfälischen Volksblatt
Anzeige der Altenbekener Patent-Sparheerde im Katalog der Internationalen Ausstellung für das Rote Kreuz, Armeebedarf, Hygiene, Volksernährung und Kochkunst im Februar 1892 zu Leipzig.

Literatur

  • Benedikt Heitmar: Alte LZ-Anzeige: Der „Altenbekener Sparheerd“ war auch in Lippe gefragt. In: Lippische Landes-Zeitung. 23. März 2025 (lz.de).
  • Michael Bieling: Geheimnisvolle Spuren. Entdeckungen im Altenbekener Eggewald. Hrsg.: Heimat- und Geschichtsverein Altenbeken e.V. 2. Auflage. Altenbeken 2020, S. 132–163.
  • Heinrich Neuheuser: Geschichte der Gemeinde Altenbeken. Paderborn 1961, S. 105–137.
  • Anton Knape: Die wichtigsten industriellen Unternehmungen des Paderborner Landes in fürstbischöflicher Zeit. Ein Beitrag zur Wirtschafts- und Verwaltungsgeschichte des ehemaligen Hochstifts Paderborn im 17. und 18. Jahrhundert. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Band 70, 1912, S. 255–293 (lwl.org [PDF]).
  • Franz Biermann: Geschichte des Bergbaues bei Altenbeken. Ein Beitrag zur Geschichte der wirtschaftlichen Verhältnisse im ehemaligen Hochstift Paderborn. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde. Band 58, 1900, S. 145–199 (lwl.org [PDF]).

Einzelnachweise

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