Altenburg (Weimar)
Gebäude in Weimar in der Jenaer Straße
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Die Altenburg ist ein dreistöckiges, traditions- und geschichtsreiches Gebäude in Weimar in der Jenaer Straße. Franz Liszt lebte hier ab 1848. Inzwischen wird das Haus von der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar genutzt.
Zur Geschichte
Der Name des Hauses geht auf den einstigen Flurnamen „Die Alte Burg“ zurück. Bauherr Oberstallmeister Friedrich von Seebach ließ das Haus 1811 errichten – er hatte Herzog Karl August und Johann Wolfgang von Goethe 1792 bei der Campagne in Frankreich begleitet.

Friedrich von Seebach selbst kam in Gefechten zwischen den Franzosen und der Verbündeten am 22. Oktober 1813 in Bedrängnis, aus der seine Hündin Belotte ihn rettete. Im Sommer 1822 wurde im Garten der Altenburg für sie aus Sandstein ein Gedenkstein errichtet mit der Inschrift vorn: „Hier ruht Belotte. Sie war ihrem ersten und letzten Herrn treu“, hinten: „Sie rettete ein Menschenleben“, seitlich: „1808–1822“.[1]
Der Grabstein für Henriette von Seebach befand sich laut Jutta Hecker im Garten der Altenburg.[2] Dieser ist auf den Jacobsfriedhof umgesetzt.[3][4]
Das Haus war ab 1848 dreizehn Jahre lang das Wohnhaus von Franz Liszt und seiner Lebensgefährtin Carolyne zu Sayn-Wittgenstein. Ein Großteil von Liszts Orchesterwerken entstand auf der Altenburg, der Typus der „Symphonischen Dichtung“ wurde hier entwickelt.[5]
Zu den regelmäßigen Gästen auf der Burg gehörten Goethe, Bettina von Arnim, Richard Wagner, Hector Berlioz, Friedrich Hebbel, Hoffmann von Fallersleben, Peter Cornelius, Joseph Joachim und Hans von Bülow. Aus diesem Kreis formierte sich der Neu-Weimar-Verein.
Bedeutende Mitarbeiter des sich gegenüber der Burg befindenden Goethe- und Schiller-Archivs wie Bernhard Suphan und ab 1936 Max Hecker lebten in der Altenburg; außerdem die Schriftstellerin Jutta Hecker.[6] Auch die Kommandeure des Infanterie-Regiment Großherzog von Sachsen (5. Thüringisches) Nr. 94 beginnend mit dem Obersten Julius von Bessel hatten dort ab 1867 ihren Wohnsitz.[7]
Gegenwart
Das Haus wird von der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar genutzt für das Franz-Liszt-Zentrum, den Lehrstuhl für Geschichte der jüdischen Musik, die DFG-Forschungsprojekte „Stimme und Gesang in der populären Musik der USA (1900–1960)“ und „Melodisch-rhythmische Gestaltung von Jazzimprovisationen. Rechnerbasierte Musikanalyse einstimmiger Jazzsoli“[8], den Liszt-Salon und die Dokumentation „Liszt, die Altenburg und Europa“.[9] Seit Mai 2025 befindet sich im hinteren Teil des Gebäudes das private Museum „Refugium Franz Liszt“, das frühere Räumlichkeiten Franz Liszts für die Öffentlichkeit zugänglich macht, darunter das sogenannte „Blaue Zimmer“, das ihm als Arbeitszimmer diente, den Gebetsraum sowie eine Bibliothek mit der Lisztiana-Sammlung Muck.[10][11]
Die Altenburg ist Teil der Liste der Kulturdenkmale in Weimar.
Literatur
- La Mara (Hrsg.): Aus der Glanzzeit der Weimarer Altenburg. Bilder und Briefe aus dem Leben der Fürstin Carolyne Sayn-Wittgenstein. Leipzig 1906.
- Jutta Hecker: Die Altenburg. Geschichte eines Hauses. Gustav Kiepenheuer Verlag, Weimar 1955. Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe: Verlag der Nation, Berlin 1983. ISBN 3-373-00216-8.
- Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile. E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 764 f.