Altes Rathaus Allenstein
Rathaus in der Woiwodschaft Ermland-Masuren, Polen
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Das Rathaus Allenstein (polnisch Stary Ratusz w Olsztynie) ist das alte Rathaus der Stadt Olsztyn in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren aus der Preußenzeit. Bemerkenswert ist der auf das 16. Jahrhundert zurückgehende Bau mit reicher Außengliederung durch Blenden sowie die Bekrönung der Fenster und Portale durch Kiel- und Segmentbögen.

Geschichte
Der Bau datiert vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Die architektonischen Details eines Kielbogens, kombiniert mit Segment- und Rundbogen, sprechen für eine Bauzeit zum Ende des Mittelalters.
Nach einem Stadtbrand Ende des 16. Jahrhunderts ließ die Ratsversammlung in den Jahren 1623/24 das Rathaus wieder errichten und dabei um 2,5 m nach Westen verlängern. Ein Umbau erfolgte 1767–70, knapp hundert Jahre später, 1852 erhielt das Gebäude einen neuen Dachreiter. In den Jahren 1927/28 wurden neue Flügelbauten nach Norden angefügt.
Durch Kriegseinwirkung 1945 ausgebrannt, wurde der Bau, nunmehr unter polnischer Verwaltung, 1949 restauriert.
Parallel zur baulichen Instandhaltung des frühen Rathauses und seiner stetigen Nutzung ließ der Stadtrat Anfang des 20. Jahrhunderts einen kompletten Rathausneubau errichten und hatte dazu einen Architektenwettbewerb ausgelobt, angestoßen und begleitet vom Allensteiner Stadtbaurat Max Boldt. Der Architekt Bruno Taut hatte unter anderem auch einen Entwurf eingereicht, der jedoch nicht ausgeführt wurde.[1] Das neue Rathaus wurde dann zwischen 1912 und 1915 nach Entwürfen des Darmstädter Regierungsbaumeisters August Schnittspahn (auch Schnittspan) und der Bauleitung des Architekten Paul Zeroch (siehe Neues Rathaus Allenstein) errichtet. [2]
Architektur
Das Rathaus ist ein längsrechteckiger Saalgeschossbau von 22 m Länge und 10,15 m Breite mit Keller und Dachreiter, wobei die Fundamente aus Feldstein und das aufgehende Mauerwerk aus Backstein im gotischen Verband sind. Das Erdgeschoss hat nach Süden und Osten Portale, wobei das östliche Portal von einem Segment- und zwei Eselsrückenbogen überfangen ist. Das nur fragmentarisch erhaltene Südportal hat einen Kielbogenabschluss.
Die Fassade des Hauptgeschosses ist durch große Segmentbogenfenster und schmale Rundbogenblenden gegliedert. Wie üblich im Preußenland, hat das Rathaus einen Dachreiter, in dem die Ratsglocke aufgehängt war.
Literatur
- Christofer Herrmann: Mittelalterliche Architektur im Preußenland (= Studien zur internationalen Architektur- und Kulturgeschichte. Band 56). Petersberg 2007, S. 327–328.
- Europäische Route der Backsteingotik