Amaury Sport Organisation
französisches Unternehmen für Sportveranstaltungen
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Amaury Sport Organisation (kurz A.S.O. oder ASO) ist ein französisches Unternehmen mit Sitz in Issy-les-Moulineaux, Département Hauts-de-Seine, das sich auf die Organisation und das Management großer Sport-Veranstaltungen spezialisiert hat.
| Amaury Sport Organisation | |
|---|---|
| Rechtsform | Sociéte anonyme |
| Gründung | 1. September 1991 |
| Sitz | Boulogne-Billancourt, |
| Leitung | Jean-Étienne Amaury |
| Umsatz | 321,0 Mio. EUR |
| Website | https://www.aso.fr |
| Stand: 2023 | |
Geschichte
Vorgeschichte und Gründung (1903–1991)
Die erste Tour de France 1903 wurde von der Sportzeitung L’Auto initiiert und veranstaltet. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde die Tour de France ab 1940 nicht mehr veranstaltet.[1] L’Auto wurde nach Kriegsende aufgrund kollaborierender Redakteure verboten und das Vermögen beschlagnahmt.[2] Jacques Goddet als Eigentümer weigerte sich trotz Druck der deutschen Besatzungsmacht die Tour de France zu organisieren und erhielt daher 1946 die Genehmigung, die Sportzeitung L’Équipe neu herauszugeben.[2]
1947 genehmigte die französische Regierung zudem Le Parisien libéré, das von Émilien Amaury gegründet wurde,[3] und L’Équipe die Tour de France wiederzubeleben.[2]
Im Mai 1965 erwarb die Familie Amaury die L’Équipe und wurde zum alleinigen Eigentümer der Tour de France.[3]
Am 1. September 1991 wurde die Amaury Sport Organisation als Tochtergesellschaft der Groupe Amaury gegründet. Sie bestand zunächst aus der Société du Tour de France, dem Veranstalter der Tour de France, und der Thierry Sabine Organisation, dem Veranstalter der Rallye Dakar.
Expansion und Diversifizierung (seit 1991)
1998 übernahm die ASO die Organisation des Paris-Marathons, der bis dahin von der Leichtathlethikabteilung des Stade français veranstaltet wurde. 2027 wechselt der Veranstalter erstmalig wieder.[4]
Es folgten weitere Übernahmen prestigeträchtiger Radveranstaltungen wie Paris–Nizza (2002), La Vuelta a España (2008), dem Critérium de Dauphiné libéré (2010), Paris–Roubaix, Lüttich–Bastogne–Lüttich sowie unter anderem auch in Deutschland Eschborn–Frankfurt (2017) und der Deutschland Tour(2018). Zudem wurden mehrere Veranstaltungen für Frauen erstmalig ins Leben gerufen wie die Tour de France Femmes (2022, davor 2014–2021 La course by Tour de France), La Vuelta Femenina (2023, davor 2015–2019 La Madrid Challenge by La Vuelta sowie 2020–2022 Ceratizit Challenge by La Vuelta) und Paris–Roubaix Femmes (2020).[5]
Die ASO fungiert als Veranstalter in weiteren Sportarten wie Leichtathletik, Golf, Segeln und Pferdesport. Laut eigenen Angaben organisiert die ASO jährlich über 300 Wettkampftage und über 100 Veranstaltungen in 35 Ländern.[6]
Organisierte Veranstaltungen
Radsport
Männer
- Tour de France
- Vuelta a España
- Paris–Roubaix
- Lüttich–Bastogne–Lüttich
- Paris–Nizza
- La Flèche Wallonne
- Paris–Tours
- Tour Auvergne Rhône-Aples (ehemals Critérium du Dauphiné)
- Arctic Race of Norway
- Deutschland Tour
- Eschborn–Frankfurt
- Cyclassics Hamburg
- Katalonien-Rundfahrt
- Tour of Oman
- Alula Tour
- Einzelzeitfahren des Grand Prix des Nations (bis 2004)
- Critérium International (bis 2016)
- Tour de Picardie (bis 2016)
Frauen
Golf
- Open de France
- Lacoste Ladies Open de France
- Le Vaudreuil Golf Challenge
Leichtathletik
- Paris-Marathon (1998–2026)
- Paris-Halbmarathon (1998–2026)
- 10k Montmatre
- 10k Paris (ehemals 10 km L’Équipe)
- Run in Lyon (Marathon, Halbmarathon, 10 km)
- Manchester-Marathon
- Manchester-Halbmarathon
- Run in Marseille (2014–2019)
- Run in Mont-Saint-Michel (2015–2019)
- Run in Reims (2015–2022)
Motorsport
- Rallye Dakar
- World Rally-Raid Championship
- Le Mans Classic
- Tour Auto
- Spa-Classic
- Abu Dhabi Desert Challenge
- Rally Raid Portugal
- Desafío Ruta 40
- Sonora Rally
Mountainbike
- L’Oxygen Challenge
- Roc d’Azur (bis 2011)
- Roc des Alpes (seit 2013)
Weblinks
- Offizielle Website der Amaury Sport Organisation
