Ambrogio da Milano

italienischer Architekt, Bildhauer und Dekorateur From Wikipedia, the free encyclopedia

Ambrogio da Milano, auch Ambrogio Barocci, Ambrogio d’Antonio Barocci oder Barozzi[1] (geboren vor 1460 in Solaro, Mailand; gestorben um 1520 in Urbino) war ein italienischer Bildhauer der Frührenaissance, der von Ende des 15. Jahrhunderts bis Anfang des 16. Jahrhunderts tätig war.

Leben

Da Milano gehörte der Familie Baroccio an und war ein Sohn des Antonio da Milano. Als Bildhauer war er in Urbino, Ferrara, Venedig und Todi tätig. Federigo da Montefeltro hatte um 1472 zur Ausschmückung seines Palastes italienisch Palazzo Ducale Herzogspalast Künstler aus ganz Italien nach Urbino berufen. Hier war er mit den dekorativen Arbeiten der Portale, der Fenstergewände sowie der Innenräume beteiligt, insbesondere die Ornamente an den Fenster, Türen und Kaminen stammen von ihm. Dabei ließ er zwischen Figuren, Tierdarstellungen und Laubwerk Fürstliche Emblemen und Abzeichen, wie dem Hosenbandorden oder dem Orden des goldenen Fließes, und ein Bildnis des Fürsten mit einfließen. Ein Zeugnis seines Wirkens an diesem Palast bietet bereits Reimchronik des Giovanni Santi, des Vaters Raffaels, der ihn darin namentlich erwähnt.[2]

Familie

Meister Ambrogio war mit einer Apollina verheiratet, mit der er zwei Sohne und drei Töchter hatte.[2]

  • Valerio Barocci (vermutlich früh verstorben)
  • Marc Antonio oder Marcantonio Barocci, wurde Doktor der Rechte und Richter im Dienste der Herzöge. Er erhielt als Erbe das komplette Vermögen des Vaters.
    • Camilla Barocci ⚭ mit dem Chirurgen Bemardino di Mo Agostino
    • Gian Alberti Barocci
    • Ambrogio Barocci d. J. wurde Uhrmacher und Edelsteingraveur[3]
      • Simone Barocci wurde Mathematiker
      • Federico Barocci (1528 – 31. September 1612) wurde Maler[4]
  • Girolama Barocci blieb unverheiratet und lebte mit ihrem Bruder Marc Antonio in einem Haus.
  • Caterina Barocci ⚭ 1502 mit dem Maler Girolamo Genga
  • Elisabetta Barocci ⚭ 1502 mit dem Maler Nicolò Genga

Werke (Auswahl)

  • 1470: Verzierungen der Türpfosten in den Kirchen San Michele und San Salvatore in Venedig
  • ab 1472: Friese an Fenstern, Türpfosten, Türen und Kaminen des Herzogspalastes von Urbino
  • 1475: gemeinsam mit Antonio Rossellino Grabmal von Lorenzo Roverella nach einem Entwurf von Francesco Laurana in San Giorgio in Ferrara
  • 1480–1484: Bau des Glockenturms von Santa Maria della Quercia in Viterbo (als Architekt oder Bauleiter)
  • 1491: gemeinsam mit Pippo da Firenze Entwurf des äußeren Portikus des Doms von Spoleto
  • 1499: Grabmal des Grafen Orsini im Dom von Spoleto
  • 1507: Ausgestaltung der Kirche San Salvatore in Venedig nach Entwürfen von Pietro und Tullio Lombardo
  • 1516–1517: gemeinsame Arbeiten mit Francesco de Vita an der Kirche S. Maria della Consolazione in Todi
Verzierung am Portal im Palazzo Ducale

Literatur

Commons: Ambrogio Barocci – Sammlung von Bildern
  • Ambrògio da Milano. In: Enciclopedia on line (italienisch, treccani.it)

Einzelnachweise

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