Ambros Trafojer

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Ambros Trafojer OSB (* 17. August 1891 in Gries bei Bozen als August(in) Trafojer; † 7. Oktober 1974 in Bozen) war ein österreichisch-italienischer Ordenspriester, Autor und Fotograf.

Leben

Trafojer war das sechste von neun Kindern des Martin und der Maria Trafojer im ehemaligen Winklerhof in Gries. Er besuchte das Franziskanergymnasium Bozen und trat nach der Reifeprüfung 1911 in das Kloster Muri-Gries ein. Mit der einfachen Profess am 30. Oktober 1912 erhielt er den Klosternamen Ambros.

Er begann seine theologischen Studien 1912 am Päpstlichen Athenaeum Sant’Anselmo in Rom, musste aber 1915 nach der Kriegserklärung Italiens an Österreich Rom verlassen, um in der Abtei Seckau in der Steiermark die Ausbildung fortzusetzen.

Nach seiner Priesterweihe am 28. Juni 1916 in Brixen durch Bischof Franz Egger lehrte er an der theologischen Hausanstalt von Muri-Gries Dogmatik und Kirchengeschichte bis 1967. Abt Alfons Maria Augner hatte ihn zum Kustos, dem Verantwortlichen für die Kulturgüter des Klosters, ernannt, 1938 erfolgte sein Beauftragung als Stiftsarchivar. Frucht seiner Studien zur Haus- und Ordensgeschichte war das Buch Das Kloster Gries, das im Murenser Jubiläumsjahr 1927 erschien und dessen Überarbeitung ihn die letzten Jahre seines Lebens intensiv beschäftigte.

Am 24. Juni 1938 wurde er zum Subprior ernannt; er übte dieses Amt bis zu seinem Tod aus. Seit 1943 war er gesetzlicher Vertreter des Klosters und vertrat rechtlich die wegen ihrer ausländischen Staatsbürgerschaft nicht zeichnungsberechtigten Äbte.

Trafojer war ein leidenschaftlicher Fotograf, der sich autodidaktisch fortbildete, ab der Mitte der 1920er Jahre zunächst Glasplatten verwendete und später auf Diapositive und Rollfilme überwechselte.[1] Er lichtete in ca. 50 Jahren lokalgeschichtlich Interessantes ab, legte Porträtserien der Mitbrüder an und stellte Kunstpostkarten her. Trafofer entwickelte und vergrößerte die Aufnahmen in einer eigenen Dunkelkammer und hinterließ in mit präzisen Verzeichnissen erschlossenen Fotoalben und Diaserien einen Gesamtbestand von ca. 28.000 Einheiten. Sie werden im Stiftsarchiv verwahrt.

Angestoßen durch die umfassende inhaltlich-wissenschaftliche Erschließung des fotografischen Nachlasses erfolgte 2025 auch die Digitalisierung des Bestandes.

Publikationen (Auswahl)

  • Das Kloster Gries (Bolzano). Mit 52 Abbildungen. Vogelweider: Bozen 1927.
  • Die Lofferer-Krippe. In: Der Schlern 38, 1964, S. 90.
  • Unsere Liebe Frau im Walde, Nonsberg. Athesia: Bozen 1973.
  • Das Kloster Gries (Bozen). 2., neubearbeitete Auflage. Selbstverlag des Klosters Gries: Bozen 1982.

Literatur

  • Hannes Obermair: Blicke von aussen – Blicke von innen. Pater Ambros Trafojer (1891–1974) fotografiert im und ums Kloster Muri-Gries in Bozen (= Murensia. Band 12). Chronos Verlag: Zürich 2024, ISBN 978-3-0340-1763-3 (PDF).
  • Hannes Obermair: Erkundungen im Konvent: Zum fotografischen Werk eines Mönchs aus Muri-Gries. In: Rundbrief Fotografie. Bd. 32 (2025), Nr. 3 [N.F. 127], S. 8–19, doi:10.1515/rbf-2025-3004.

Einzelnachweise

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