Ameisensackkäfer
Art der Gattung Clytra
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Der Ameisensackkäfer oder Ameisen-Blattkäfer (Clytra laeviuscula) ist eine Käferart aus der Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae), die in Mitteleuropa heimisch ist.
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Ameisensackkäfer (Clytra laeviuscula) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Clytra laeviuscula | ||||||||||||
| Ratzeburg, 1837 |

Seinen Namen trägt der Käfer, weil er seine Brut von Ameisen aufziehen lässt, während die Larven sich in einem Kotsack entwickeln.
Merkmale
Die auffällig gemusterten Käfer werden 7 bis 11 Millimeter lang und haben einen walzenförmigen Körperbau.[1] Die Deckflügel sind rötlichorange bis orangegelb und weisen je einen kleinen schwarzen Fleck an der Schulter sowie ungefähr mittig auf den Deckflügeln eine breite, schwarze Binde auf. Diese wird an der Flügeldeckennaht und den Deckflügelseiten schmaler, wodurch sie in zwei rundliche Flecken aufgeteilt ist. Gelegentlich sind diese beiden Flecken wiederum geteilt, miteinander über die Naht hinaus verbunden oder fehlen völlig.
Der Kopf mit den kurzen, gesägten Fühlern und der übrige Körper sind schwarz. Der schwarze Halsschild ist glatt und hat einen sehr schmalen, rinnenförmigen Seitenrand.
Die Art kann mit dem sehr ähnlichen Clytra quadripunctata verwechselt werden, bei der die schwarzen Flecken auf den Deckflügeln jedoch deutlich kleiner sind[1] und der Halsschild breiter ist und einen runzeligen Rand hat.
Mögliche Fressfeinde sollen durch die Warnfarbe abgeschreckt werden, wobei der Käfer tatsächlich ungenießbar ist.[1]
Vorkommen
Die Art ist in fast ganz Europa, mit Ausnahme des hohen Nordens, sowie Irlands, Portugals und Griechenlands nachgewiesen.[2]
Die Tiere besiedeln verschiedene Lebensräume wie etwa sonnige Waldränder und Trockenhänge, aber auch Flussauen, naturnahe Gärten und Parks. Die Käfer können überwiegend von Mai bis August beobachtet werden.[1]
Lebensweise
Die Imagines ernähren sich von Weißdornen, Eschen und Weiden, auf denen sie meist zu finden sind. Den Nachwuchs lassen die Brutparasiten von Waldameisen aufziehen.[3]
Fortpflanzung
Ameisensackkäfer ummanteln jedes ihrer Eier mit dem eigenen Kot, bis sie eine schuppige Außenhülle haben. Nach der Trocknung werden die einzelnen Eier in der Nähe von Ameisennestern abgelegt. Die Ameisen tragen die etwa 2 mm großen ummantelten Eier in ihr Nest, da sie diese für Baumaterial halten. Um nicht angegriffen zu werden, gibt sowohl das Ei, als auch die Larve, Duftstoffe ab, die das Pheromon von Ameiseneiern imitieren. Wegen des vertrauten Geruchs nehmen die Ameisen auch die Käferlarven mit, falls sie sie das Nest wechseln sollten. In ihrer 2- bis 4-jährigen Entwicklungszeit im Ameisennest ernähren sich die Käferlarven sowohl von der Nahrung der Ameisenbrut als auch von toten Ameisen, Häutungsresten, Beuteresten der Ameisen oder auch räuberisch von der Ameisenbrut selbst. Die Larven leben in dieser Zeit weiterhin in einer zapfenartigen Hülle ("Kotsack") aus ihren eigenen Ausscheidungen. Die Larven ziehen sich aktiv in ihre Kothülle zurück, wenn sie von Ameisen berührt werden, da sie darin geschützt sind. Die Verpuppung findet im Ameisennest ebenso geschützt von der Kothülle statt. Die jungen Imagines verlassen ihre Hülle erst, wenn ihr Chitinpanzer ausgehärtet ist und sie bereits sind das Nest zu verlassen.[1][3]
Die Entwicklung der Larven in einer Kothülle, die als Skatoconche bezeichnet wird, ist auch bei Schildkäfern bekannt.
Sonstiges
Werden die Käfer angegriffen, stellen sie sich tot (Thanatose).[1]
Zeigerorganismus
In der Forstwirtschaft gilt der Käfer als Indikator für die Anwesenheit von Roten Waldameisen. Anders als Blattkäfer, die sich, wie z. B. der Pappelblattkäfer oder der Weidenblattkäfer, die sich bereits im Larvenstadium von ihrer Wirtspflanze ernähren, kann der Ameisensackkäfer keinen Kahlfraß verursachen.[3]